SIGUSA redet mit Susanne Winge und Isabel Müller Teil 1

Shownotes


Abschlussbroschüre Kompetenzzentrum Soziale Innovation Sachsen-Anhalt 2022:
https://soziale-innovation.zsh-online.de/files/Publikationen/11.07.2022Abschlusspublikationklein.pdf

Wissensspeicher Mansfeld-Südharz:
https://www.wissensspeicher-msh.de/

Zentrum für Sozialforschung Halle:
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00:00:00: Susanne und Isabel sind Wissenschaftlerinnen.

00:00:04: Sie bewegen sich aber weder im Labor noch in der Bibliothek oder im Hörsaal.

00:00:08: Stattdessen gehen sie zum Beispiel auf Dorffeste und beobachten und befragen.

00:00:12: Mit ihren Forschungsprojekten zur soziale Innovation in Sachsen-Anhalt waren sie bundesweit früh dran.

00:00:18: Mein Name ist Jan Wagner und ich führe im Podcast SieGusa redet mit Gespräche über soziale Innovation, gemeinvolorientierte Unternehmen und Sachsen-Anhalt.

00:00:27: In dieser Folge mit Susanne Winge und Isabel Müller vom Zentrum für Sozialforschung Halle erfahrt ihr welche Forschungsergebnisse man zwischen Autoscooter und Geisterbahn gewinnt und welche Erkenntnisse sie aus ihren Projekten gezogen haben.

00:00:40: Viel Freude beim Zuhören.

00:00:42: Ich bin hier mit Susanne Winge und Isabel Müller.

00:00:44: Ich

00:00:44: bin Susanne Winge, ich habe Soziologie studiert, bin seit Jahr zweitausend zwei am Zentrum für Sozialforschung Halle tätig, bin dort wissenschaftliche Mitarbeiterin und auch Geschäftsführerin, also vertrete so zwei Rollen.

00:00:58: Ich bin auch Soziologin, genau wie Susanne.

00:01:01: Ich arbeite ebenfalls als wissenschaftliche Mitarbeiterin am ZSH.

00:01:06: Ich bin seit Jahr zwanzig, zwanzig hier, also etwas kürzer.

00:01:10: Ich

00:01:11: bin damals, zwanzig zwanzig, direkt in das Thema soziale Innovation eingestiegen, habe das Thema hier kennengelernt.

00:01:20: Da können wir sich ja auch gleich nochmal in die Projekte tiefer einsteigen.

00:01:24: Ich bin offiziell seit Juli.

00:01:29: Ich bin an der Uni Halle, bin wieder eingeschrieben als Promissionsstudentin an der Uni Halle und habe mit meiner Doktorarbeit begonnen.

00:01:41: Würdet ihr beide sagen, ihr seid Wissenschaftlerin?

00:01:43: Doch schon.

00:01:45: Wir haben ZSH, wir sind manchmal sehr nah an der Praxis dran, arbeiten mit kleinen lokalen Initiativen, aber wir haben auch diesen wissenschaftlichen Hintergrund.

00:01:54: Also bei uns gibt es sowohl Projekte, die Grundlagenforschung machen als diese anwendungsbezogenen Projekte.

00:02:01: Von daher würde ich schon sagen, dass wir uns als Wissenschaftlerinnen verstehen.

00:02:07: Genau, das sehe ich auch so.

00:02:09: Ich würde mich auf jeden Fall als Wissenschaftlerin beschreiben.

00:02:12: Ich arbeite mit Tod.

00:02:13: Was bedeutet das, Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler zu sein?

00:02:17: Wir arbeiten mit wissenschaftlichen Methoden.

00:02:19: Das heißt, wir erheben erst mal ganz viele Daten.

00:02:22: Wir wollen irgendwie Wissen generieren.

00:02:24: Da gibt es viele verschiedene wissenschaftliche Methoden, die wir hier am ZSH auch machen und mit denen wir vorgehen und die ich selber auch anwende.

00:02:33: Und man hat am Anfang auch immer eine Überlegung, so ganz klassisch wissenschaftlich.

00:02:37: Und die prüft man dann.

00:02:38: Also das ist schon, was ich als wissenschaftlich bezeichnen würde.

00:02:43: Sannu, da hast du einen Vorgespräch, aber auch gesagt, Das ist auch nicht so ganz, also seit ein bisschen eine besondere Institution seid ihr schon.

00:02:49: Was ist denn das Zentrum für Sozialforschung, Halle?

00:02:53: Ja, wir sind ein eingetragener Verein und als solcher wirtschaftlich also komplett selbstständig.

00:02:58: Das heißt, alle Projekte, die wir hier bearbeiten, die werben wir auch selber ein gleichzeitig.

00:03:02: Und das ist auch diese wichtige Verbindung zur Wissenschaft.

00:03:06: Sind wir einen anderen Institut an der Martin Luther Universität Hallewittenberg.

00:03:10: Das heißt, wir haben diesen engen Bezug, auch wenn wir absolut unabhängig von der MLO sind.

00:03:17: Du hast gerade erwähnt, Begriffe und und und Thesen aufstellen ist ein großes ist ein großer Ansatz.

00:03:25: Wie schlägt man denn dann die Brücke zu?

00:03:27: Also ihr habt, wenn ihr sagt, ein Verein, dann kennt ihr ja auch so ganz normale Vereinswesen Themen.

00:03:32: Also ihr habt ja auch ein gewisses Verständnis dafür, wenn irgendwo ein Verein euch erzählt, wir haben jetzt eine Vorstandssitzung.

00:03:37: Das müsst ihr auch machen in irgendeiner Form oder eine Mitgliederversammlung.

00:03:41: Wie schlagt ihr da die Brücke zwischen den großen wissenschaftlichen Themen und so kleinen Sachen?

00:03:48: Da würde ich kurz einsteigen.

00:03:50: Also der Verein unterhält quasi das wissenschaftliche Institut.

00:03:54: Das heißt, wir haben eine Mitgliederversammlung und ein Vorstand und die Geschäftsführung, die sich um das organisatorische kümmern, alles, was zum Verein dazukommt.

00:04:02: Und dann haben wir quasi das wissenschaftliche Institut ZSH, an dem wir Beschäftigte anstellen, mit denen wir arbeiten, die natürlich so wie Isabel, die natürlich auch dazu beitragen, ihren Teil, dass wir auch über die nächsten Jahre weiter in Projekte einwerben können.

00:04:19: Und das ist die Art und Weise, wie wir versuchen, diesen Spagat zwischen den organisatorischen Anforderungen eines Vereins und den Anforderungen auch, wenn man wissenschaftlich arbeiten möchte, zu gehen.

00:04:30: Aber das ist auch gleichzeitig eine Stärke, weil wir eben vieles aus der Praxis auch anders kennen, weil wir uns eben mit bestimmten Themen, wie du schon gesagt hast, selber auseinandersetzen müssen.

00:04:42: Und vielleicht noch ergänzend, das werde ich auch oft gefragt, was ist denn so der Unterschied zu jemanden, der direkt an der Uni ist?

00:04:48: Wir machen zur Zeit oder ich mache keine Lehre, das ist so den Unterschied.

00:04:53: Ich gehe wirklich viel in die Forschung und ins Feld.

00:04:55: Dafür haben wir den Teil der Projektanträge.

00:04:59: Wir müssen eben auch Projektanträge schreiben.

00:05:01: Das ist was, das so ein bisschen wieder auf oder ausgleicht zeitlich.

00:05:07: Und wie Susanne schon sagte, wir sind auch im Gegensatz zu einer Uni vielleicht sehr nah an unseren Untersuchungsobjekten dran, wenn man das so sagen möchte.

00:05:17: Also ich bin viel mit Menschen unterwegs.

00:05:22: Wir kennen die Region hier sehr gut.

00:05:24: Das kommen wir später auch nochmal.

00:05:25: Wir sind ja eher hier regional unterwegs und auch seit Jahren schon.

00:05:29: Wir kennen also Sachsen-Anhalt und die Landkreise und die Kommunen recht gut.

00:05:34: Wir sind da gut vernetzt.

00:05:35: Das unterscheidet sich auch vielleicht von einem Forscher, der eher an der Uni tätig ist.

00:05:40: Nicht immer, aber wir sind sehr nah an der Praxis dran und wir machen auch viel Wissenstransfer.

00:05:46: Also das, was wir erforschen, geht auch wieder raus.

00:05:50: Also da schauen wir auch immer, wie können wir das irgendwie auch so aufbereiten, dass das verschiedene Zielgruppen auch erreicht, was wir hier eigentlich machen.

00:05:56: Und das ist auch, finde ich, auch eine wichtige Arbeit am ZSH, wo wir auch viel mit Herzblut dahinter stecken, dass wir eben auch im Bereich Wissenskommunikation viel machen.

00:06:07: Ich finde Feldforschung so ein schönes Wort, weil ich habe dann immer direkt so Archäologen oder so vor Augen, die irgendwie mit so einem Pinsel, ich war letztens im Pompei, deswegen habe ich jetzt direkt so Menschen vor Augen, die mit so einem Pinsel irgendwo sitzen und etwas abstauben.

00:06:21: Wie sieht Feldforschung aus in der Sozialforschung oder in der Soziologie?

00:06:25: Ich würde anfangen, Isa, du kannst gerne ergänzen.

00:06:28: Also im Endeffekt gibt es ja auch um Artefakte, nicht im haptischen Sinne etwas, was wir ausgraben können, sondern uns interessiert, was die Menschen umtreibt, was die Menschen bewegt, wie Menschen Situationen bewerten.

00:06:40: Das wollen wir zusammentragen und zu einem Bild zusammensetzen.

00:06:43: Jetzt bleibe ich mal im Gleichnis ein bisschen der Archäologie.

00:06:47: Das heißt, wir sind vor Ort unterwegs, wir sprechen mit den Menschen.

00:06:51: Natürlich machen wir auch Befragungen, wo wir teilweise online, aber auch schriftlich, dass wir über eine Briefwurfsendung Person zu bestimmten Themen befragen.

00:07:01: Das erfolgt über ganz unterschiedliche Methoden.

00:07:04: Manchmal sind wir einfach nur dabei und beobachten, wie bestimmte Prozesse ablaufen, wie Veranstaltungen organisiert sind, mal bei einem Volksfest.

00:07:13: Also das erfolgt über ganz unterschiedliche Methoden.

00:07:17: Und das ist... dann tatsächlich auch sehr nah dran am Feld.

00:07:20: Also da ist die schriftliche Befragung wahrscheinlich noch am weitesten weg.

00:07:24: Und so wie man ins Gespräch kommt, ist man ja unmittelbar mit den Personen in Kontakt, ist vor Ort.

00:07:30: Man schaut sich die Orte an, die man auch beforscht.

00:07:32: Also das ist das, was Feldforschung bei uns ausmacht.

00:07:36: Genau,

00:07:37: also das kann ich nur an einem Beispiel noch beschreiben.

00:07:40: Also ich bin... sehr viel qualitativ unterwegs.

00:07:43: Das heißt, ich führe viele Interviews mit Menschen.

00:07:46: Und ich habe jetzt einen Dorf untersucht in Sachsen-Anhalt.

00:07:49: Da wollte ich eine Dorfbefragung machen.

00:07:51: Und der erste Schritt, den ich auch mache, ist hinfahren und mir den Ort angucken.

00:07:55: Und da laufe ich durch die Straßen und gucke, welche Häuser da sind.

00:07:59: Vielleicht spreche ich auch schon niemanden an.

00:08:01: Und im zweiten Schritt gab es eine Bürgerversammlung.

00:08:04: Da bin ich da noch hin und habe mich vorgestellt und habe gesagt, die kommenden Tagen und Wochen ... möchte ich Sie befragen.

00:08:09: Darum geht es.

00:08:10: Machen Sie doch mit.

00:08:11: Ich habe schon mal Gesicht gezeigt.

00:08:13: Man hat mich schon mal gesehen.

00:08:14: Das ist in so einem Dorf ja auch immer total richtig.

00:08:17: Wer ist da neu?

00:08:18: Ich falle natürlich auch auf, wenn ich da nicht dazugehöre.

00:08:22: Dann habe ich einen Anschreiben persönlich verteilt.

00:08:25: Also habe mir die Zeit genommen und bin von Briefkasten zu Briefkasten und habe noch mal einen Brief reingesteckt, dass ich bald komme.

00:08:31: Und dann war es wirklich eine Haustürbefragung.

00:08:33: Also ich bin... an die Haustürme geklingelt und geklopft und habe dann um ein Interview gebeten.

00:08:39: Und viele haben das auch mitgemacht, nehmen das sehr höflich auf.

00:08:42: Und das ist Feldforschung.

00:08:44: Also ich bin dort vor Ort im Feld.

00:08:46: Ich verbringe da viel Zeit.

00:08:49: Ganz klassisch auch in der Feldforschung, in der Soziologie ist die Beobachtung.

00:08:54: Das hatte Susanne schon gesagt.

00:08:55: Die teilnehmende Beobachtung.

00:08:56: Ich gehe, wenn ich zum Beispiel wissen möchte, wie verhalten sich die Leute beim Dorf fest?

00:09:01: Gehe ich da hin und beobachte, habe vorher einen Beobachtungsschema auf, was ich will, beachten.

00:09:07: Das mache ich auch oft verdeckt.

00:09:08: Also die Leute wissen nicht, dass ich da als Wissenschaftlerin unterwegs bin, sondern ich bin als ganz normaler Gast

00:09:14: da.

00:09:16: Ich möchte ja auch, dass sie sich natürlich verhalten und das nicht verzerrt wird, irgendwie durch meine Anwesenheit.

00:09:21: Da gibt es ja auch, ihr habt auch gesagt, die Kommunikation nach außen ist auch wieder aufzuarbeiten.

00:09:25: Das bringt ja auch so Begriffs ... Also Dinge zu komprimieren bringt ja auch immer mit sich, dann ein neuer Begriff einzuführen.

00:09:33: Dieses Fremd sein, was du gerade beschrieben hast, das ist ja so, finde ich gerade so spannend, weil das passiert in dem Fall, du tauchst physisch auf und du kleidest dich anders, siehst anders aus oder bist einfach nur, weil die wissen genau, wer da rumläuft, das ist einfach ne neue Person.

00:09:46: Du könntest dich kleiden, wie du willst.

00:09:47: Alle wüssten, wir kennen uns ja alle gegenseitig, die ist neu.

00:09:50: Das könnte ja, das passiert ja auch sprachlich.

00:09:53: Und das ist ja so ein bisschen ein ganz großes Thema bei uns bei Sigusa.

00:09:57: Das Begriffe neu kommen und man irgendwie sagt, ja, wir können jetzt mit Begriffen arbeiten.

00:10:02: Das macht es uns einfacher mit neuen Begriffen zu arbeiten und nicht mal einen ganzen Begriffskatalog mitzubringen.

00:10:07: Sondern wir können das jetzt reduzieren, also auf einen Begriff.

00:10:12: Wie ist das?

00:10:13: Ich mache jetzt mal die Überleitung sozusagen, sehen wir, Social Entrepreneurship und soziale Innovation, gemailfloriated Unternehmen.

00:10:20: Fällt an dich zu sagen, wann ist dir dieser Begriffskomplex oder einer der Begriffe zum ersten Mal hier so ein Sachsen halt untergekommen?

00:10:27: Weißt du das noch?

00:10:29: Ja, also wir haben... Themen, die uns beschäftigen, die sich immer so in der großen Klammer gesellschaftlicher Wande, sozialer Wande bewegen.

00:10:37: Also etwas, was die Menschen auch bewegt, weil sich Dinge verändern.

00:10:42: Das wird so und so empfunden, mal positiv, mal weniger positiv.

00:10:46: Und dadurch, dass wir sehr viel vor Ort auch unterwegs sind, so in kleineren Projekten, haben wir sehr schnell auch die Praxis kennengelernt.

00:10:53: Das heißt eigentlich... Es ist uns auch so gegangen, wie ich jetzt vermuten würde, dass es teilweise den Social-Entrepreneuren oder den sozialen Innovationen geht.

00:11:02: Man macht etwas, hat diesen Begriff noch gar nicht auf dem Schoen und irgendwann sind wir darauf aufmerksam geworden, dass in der Wissenschaft quasi jetzt so das Ganze unter dem Thema soziale Innovation gefasst wird.

00:11:16: Das wird natürlich auch, wenn man jetzt in die Forschungslandschaft reinschaut, ein bisschen auch durch die Projektanträge gesteuert.

00:11:23: Das ist ein Begriff, den die EU relativ schnell auch für sich aufgeschlossen hat.

00:11:28: Und darüber diffundiert das dann natürlich auch in die Einrichtungen, die sich mit den Projekten der EU befassen, die dort vielleicht auch Projekte platzieren wollen.

00:11:37: Und so ähnlich war das eigentlich auch bei uns.

00:11:39: Also wir haben etwas gemacht, bei dem uns irgendwann bewusst war.

00:11:43: Ja, das sind soziale Innovationen.

00:11:45: Also als Soziologe kennt man dieses Thema der sozialen Neuerung, neue soziale Verhaltensweisen, aber diesen Link zur Innovation.

00:11:54: Da sind wir so... Ich würde sagen, also wirklich schon vor zehn, elf Jahren, also schon vor einer Weile, in die Richtung aufmerksam geworden.

00:12:07: Und tatsächlich für Sachsen-Anhalt war es so, dass mit der Ausschreibung des Kompetenzzentrums Soziale Innovationen, die ja auskamen, da ist uns bewusst geworden, dass das Land ... quasi diesen Begriff jetzt auch für sich aufgenommen hat.

00:12:23: Also da ist es sehr deutlich geworden für uns.

00:12:25: Ja, das ist ja irgendwie, ich finde, das ist so eine ganz, so eine Umbruchzeit ja auch gewesen.

00:12:33: Das war die große Flut hier in Sachsen-Anhalt, wenn ich mich recht erinnere.

00:12:37: Das ist ein Thema Flucht, auch dadurch irgendwie eine Verwaltungskrise, die das Ganze irgendwie ausgelöst hat.

00:12:44: Das hat irgendwie gesellschaftlicher auch ganz viel ausgelöst.

00:12:47: Was hat... Sind das so die Themen, die du auch mit Sachsen anhalt und der Zeit damals verbinden würdest?

00:12:52: Könntest du dich noch erinnern, was damals so die Themen waren?

00:12:54: Weil ich finde, die soziale Innovation ist ja... Da geht es ja nicht nur um irgendwas ganz abstraktes und da geht es ja auch um was sehr Konkretes.

00:13:01: Also tatsächlich eines der Themen war es genau, also das Thema Integration.

00:13:06: Wir kommen ja im Ursprung aus der Arbeitsmarktbeobachtung, also die Prozesse, die sich nach neunundachtzig in den neuen Ländern in den Betrieben halt verändert haben, also den Blick auf die Beschäftigten, wie entwickelt sich die Beschäftigungssituation.

00:13:22: In der Zeit ist das Thema Vereinbarkeit, Familie, Beruf aufgekommen.

00:13:26: Also sehr viel stärker geworden.

00:13:27: Das gab es vorher auch schon, aber das hat da noch mal zugenommen.

00:13:31: Wir hatten das Thema Integration der geflüchteten Menschen, welches dazu kam, aber auch das Thema Inklusion.

00:13:38: Fingen da langsam an, Schwung zu nehmen und stärker in die Breite zu diffundieren.

00:13:43: Und das sind so Themen, die uns auch interessiert haben.

00:13:47: Aus dieser Richtung kommt das dann auch, dass wir uns damit beschäftigt haben.

00:13:51: Wir haben aber natürlich auch oder wir haben auch den Blick eher aus einer Richtung Einstellung der Menschen, Einstellung der Bevölkerung.

00:13:59: Wir schauen uns, wir machen die Einwohnerumfrage in Halle.

00:14:03: Wir haben aber auch im Land Sachsen-Anhalt befragt, Einstellung zu bestimmten Sachen.

00:14:07: Und auch da haben wir gesehen, dass sich so Sachen verändern, dass Unsicherheiten entstehen, Herausforderungen für Menschen im Beschrieben werden und Vielleicht kann man das so in diesem Zeitraum setzen.

00:14:20: Ich denke, das hat schon ein Stück vorher angesetzt, aber für das ZSH hat es dort tatsächlich dann auch die Schwerpunkte am ZSH verändert dahingehend.

00:14:30: Du hast gesagt, ihr habt schon Sachen gemacht, wo ihr dann gemerkt habt, ah, das ist das.

00:14:34: Das ist soziale Innovation.

00:14:35: Hast du so Beispiele, die damals, wo ihr dann drauf geguckt habt, gesagt habt, ah, okay, jetzt, ja, jetzt haben wir eine Kategorie für dieses Konkrete, für das, was so bei hier passiert oder so?

00:14:46: Ich glaube, der erste Bereich, wo es uns so bewusst geworden ist, ist das Thema auch Inklusion und Integration.

00:14:53: Als dann Strukturen entstanden sind, die einfach unterstützen wollten, die auf eine Lücke aufmerksam geworden sind oder, ich sag mal, Schnittstellen im System, wo eine bestimmte Zielgruppe durchgerutscht ist, was keinem aufgefallen ist oder was man erst nicht gesehen hat.

00:15:09: Und dann gab es eine Aktion, dann hat sich eine Initiative damit auseinandergesetzt und hat versucht, an der Stelle anzusetzen.

00:15:16: Und ich glaube, das waren für uns auch die ersten Berührungspunkte, dass wir gesehen haben, sie wollen dort etwas ändern, wie mit einer gewissen Herausforderung umgegangen wird oder mit einer gewissen Problemlage umgegangen wird.

00:15:28: Und im Nachgang hat das dann alles so ein bisschen in das Bild gepasst.

00:15:32: Wir haben ja das Thema auch Daseinsvorsorge, gerade in den ländlichen Räumen, also das Thema Ärzteversorgung, was kann da... pass gemacht werden, damit man auf dem Land wirklich noch eine gute ärztliche Versorgung hat.

00:15:45: Und noch die Diskussion laufen ja schon länger.

00:15:47: Da haben wir punktuell reingeschaut über das Thema Pflegeberatung zum Beispiel und haben dann hinterher auch gemerkt, da gibt es Lücken, da versuchen Initiativen etwas zu entwickeln, um die Herausforderung zu lösen.

00:16:02: Und das sind soziale Innovationen, weil sich dadurch etwas ändern könnte, wenn es diffundiert in die Breite.

00:16:09: Glaubst du, das ist Zufall, dass das so zusammengefallen ist damals?

00:16:12: oder könnte es auch damit zusammenhängen, dass gerade weil Herausforderungen da waren, mussten Leute Lösungen finden und deswegen sind diese Lösungen irgendwie so weit aufgefallen, dass man gesagt hat, wir brauchen Begriffe, um das zu beschreiben.

00:16:26: Ist das eher so rum?

00:16:27: So, also es ist kein Zufall.

00:16:29: Es sind Entwicklungslinien, die sich einfach abgezeichnet haben in der Veränderung, die wir gesellschaftlich global durchleben, diese zunehmenden Verflechtungen auch von Veränderungsdynamiken, die ja immer stärker auch auf regionale Veränderungen einwirken und da Lösungswege zu finden und auch zu fremen oder Begriffe für etwas zu finden.

00:16:52: geht damit einher.

00:16:53: Das ist ja auch Aufgabe der Wissenschaft an der Stelle, einfach zu beobachten, was passiert da, wo kommt das her, wo könnte das hingehen, Muster zu finden und damit das Ganze auch dem Kindern auch einen Namen zu geben.

00:17:07: Du hast gerade das Kompetenzzentrum erwähnt, was dann gestartet wurde.

00:17:12: Ich glaube bei Zentrum denke ich mal in Gründung, aber wenn ich es richtig verstehe, ist es eher ein Projekt gewesen.

00:17:19: Was war da das Ziel oder auch was war also die vielleicht die Not, warum da etwas entstanden ist oder der Grund oder die Vision oder warum ist da was entstanden dann?

00:17:28: Also das Land?

00:17:29: hat das als Projekt ausgeschrieben und es war das explizite Ziel, das Thema soziale Innovation im Land präsentert zu machen.

00:17:36: Also das war das große Ziel, was dahinter stand.

00:17:39: Das wurde in kleinere Teilziele runtergebrochen.

00:17:43: Diese Sozialunternehmer, Social-Entrepreneure waren zum Beispiel eine Teilziehgruppe in dem Projekt und das Land hat hier wirklich ein Modellform aufgesetzt, was auch sehr offen war, lernen konnte, sich noch umorientieren konnte im Arbeiten.

00:17:59: Und aus meiner Wahrnehmung ist es wirklich, dass das Land hier auch die Strategien, die Denkrichtung aus der EU aufgegriffen hat und für sich erkannt hat, das ist eine Chance für Sachsen-Anhalt, wenn wir da ein bisschen genauer hinschauen, dass wir da noch Potenziale heben oder Anstöße bekommen für die Herausforderung, die uns künftig im Land Sachsen-Anhalt alle betreffen werden.

00:18:25: Da war Sachsen-Anhalt, glaube ich, ein frühes Land.

00:18:27: Damals, ich meine, wir reden von vor zehn Jahren.

00:18:29: Das Thema ist jetzt irgendwie letztes, vor zwei Jahren bundesweit sozusagen diese Strategien, diese SIGU-Strategie festgehalten worden.

00:18:37: Also das ist jetzt irgendwie, glaube ich, immer noch ein aktuelles Thema.

00:18:40: Warum war, habt ihr eine These?

00:18:42: Warum war Sachsen-Anhalt früh dran?

00:18:43: Ist das, liegt das an Einzelpersonen?

00:18:45: War das Zufall?

00:18:47: Also aus meiner Wahrnehmung, das ist jetzt aber auch nur eine These, ist das wirklich der Arbeit des Ministeriums für Arbeit und Soziales damals zu verdanken, dass es dort Verantwortliche gab, die für sich das Thema erkannt haben und gesagt haben, das ist etwas, was wir im Land unbedingt vorantreiben müssen, was uns helfen kann, wirklich auch in große ländliche Gebiete in Sachsen-Anhalt hier vielleicht.

00:19:11: eine Unterstützungsstruktur irgendwann auch zu schaffen, um solche kleinen Lösungen, kleine lokale Lösungen auch stärker zu befördern, zu stärken, besser zu vernetzen.

00:19:22: Aber dafür braucht es erst mal einen Überblick.

00:19:25: Und ich glaube, Sachsen-Anhalt war dadurch damals auch ein absoluter Pilot.

00:19:30: Du hast ja auch gerade selber gesagt, wir haben heute eine SIGU-Strategie hin.

00:19:33: Da kann ich reingucken, kann so ein bisschen schon.

00:19:35: Die gab es damals nicht.

00:19:37: Und so war auch der Wunsch vom Land und auch unsere Arbeit letztendlich auch einfach zu schauen.

00:19:42: Wir haben auch erst mal begonnen mit einem Definitionsrahmen.

00:19:45: Was sind soziale Innovationen überhaupt?

00:19:47: Und was sind sie in Sachsen-Anhalt vielleicht auch?

00:19:51: Was kann das überhaupt sein?

00:19:52: Und es gab dazu natürlich fachlich total viel Literatur.

00:19:57: Und es gab auch Literatur zu sozialen in verschiedenen Regionen.

00:20:00: Aber man musste... Das auch natürlich anwenden können auf Sachsen-Anhalt.

00:20:04: Und das war echt so ein Novum damals.

00:20:08: Damit haben wir auch begonnen.

00:20:10: Du hast ja ungefähr zu der Zeit gerade, glaube ich, deinen Bachelor irgendwie fertig gehabt, bist irgendwie so wahrscheinlich aus dieser sehr grundlegenden wissenschaftlichen, was ja immer der Bachelor somit sich bringt, aus dieser grundlegenden Arbeit irgendwie weitergegangen.

00:20:23: Kannst du dich noch erinnern, ob das damals irgendwo man, ob dir das demal untergekommen ist oder wann bist du damals irgendwie zum ersten Mal in Berührung gekommen damit?

00:20:30: Ich bin tatsächlich mit meinem Beginn hier am ZSH damit intensiv in Berührung gekommen.

00:20:36: Ich habe den Begriff mal gehört, aber nicht wahrgenommen und es hat auch in meinem Studium ... ... kein inhaltliches Thema.

00:20:45: Soziale Innovationen haben damals ... ... dort noch keine Rolle gespielt.

00:20:50: Ich habe aber trotzdem in so Feldern schon gearbeitet.

00:20:53: Ich habe damals angefangen ... ... gleich im Bereich Quartiersentwicklung ... ... und da sind so ... ... ganz viele Themen aufgekommen, ... ... die mich jetzt im Rahmen der sozialen Innovationen ... ... nach wie vor beschäftigen, ... ... aber man hat sie damals nicht ... ... soziale Innovationen benannt.

00:21:07: Dann gab es dieses Com-Z, ... ... dieses Kompetenzzentrum.

00:21:10: Es gibt dann noch so weitere Begriffe, dieses Delphine-Projektes-Sensor.

00:21:15: Es gibt so weitere Begriffe, die dann so kamen, auch als ich jetzt neu mich mit dem Thema beschäftigt habe.

00:21:19: Wo wollte man hin damit, mit den ganzen Projekten?

00:21:22: gab es irgendwie ein langfristigeres Ziel, wo sich so diese Projekte Stück für Stück hin gearbeitet haben?

00:21:28: Das gab's so nicht, also das ist auch diese fehlenden Strategie einfach geschuldet.

00:21:33: Das Thema schwappte hoch mit dem Kommzett und wir haben ja versucht, das große Thema soziale Innovation, bei dem die Socialentrepreneure eine Teilgruppe waren.

00:21:43: deutlich stärker publik zu machen.

00:21:45: Und im selben Atemzug hat quasi die Investitionsbank Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem Mits-Merseburg das Projekt Delfin auf die Beine gestellt.

00:21:53: Das war ein Mühe später, also da lief das Konzept schon, vielleicht auch angeregt durch das, was jetzt über das Kompetenzzentrum dann schon bekannt war.

00:22:03: Und da war ja der Fokus dann explizit auf die Sozialunternehmer, die Social-Entrepreneure und Delfin richtete sich speziell auf die Entwicklung von Finanzierungs- Unterstützungsmöglichkeiten für Social-Antrepreneure.

00:22:15: Die hatten ja auch eine Pilotphase, wo sie versucht haben, zehn potenzielle Social-Antrepreneure über neun Monate zu begleiten, auf verschiedene Art und Weise zu schulen.

00:22:25: Und das war wirklich so ein Testen.

00:22:29: Gibt es die überhaupt schon, finden wir sie?

00:22:33: Das war ja auch die Herausforderung, vor der das COMZ setzten.

00:22:36: Und Sensor hat quasi dann in der logischen Konsequenz an Delfin angeschlossen, als Delfin auslief.

00:22:42: Das war ein Interrektprojekt, also von der EU gefördert.

00:22:46: Hat sich dann das mit Merseburg nochmal gesagt, das kann es jetzt nicht gewesen sein und hat das Sensorprojekt beantragt.

00:22:53: Das ist über Sachsen-Anhalt dann wieder gefördert worden.

00:22:56: Und dann hatten wir uns auch schon sehr, sehr viel näher gekoppelt.

00:22:59: Also das COMZ und Sensor haben dann recht eng zusammengearbeitet.

00:23:03: Und da blieb der Schwerpunkt bei den Social Entrepreneurs.

00:23:06: Es blieb dabei, zu schauen, wie man so Erkenntnisse aus dem Delphine-Projekt, welche Unterstützung braucht es.

00:23:12: Braucht es eine Integration vielleicht in die Gründungsberatung?

00:23:16: Wie weit kann das gelingen?

00:23:17: Was braucht es aber vielleicht an Besonderheiten für Social Entrepreneure, das nochmal gemeinsam noch viel diffiziler auszufeiern, quasi ein bisschen die Vorarbeiten für GUSA?

00:23:29: Das waren damals so die Anliegen von Delphine und Sensor.

00:23:34: Und das lief tatsächlich erst mal völlig unabhängig von Comset, aber wir haben sehr viel miteinander zusammengearbeitet.

00:23:40: Also wir haben uns da auch wechselseitig ergänzt, befruchtet und ausgetauscht.

00:23:45: Du meinst gerade, ihr habt dann mal geguckt, finden wir die überhaupt?

00:23:48: Habt ihr sie gefunden?

00:23:49: Habt ihr damals Social-Entrepreneure gefunden?

00:23:52: Und wie hat man die gefunden?

00:23:53: Wussten die derselbe, dass sie das sind?

00:23:55: Oder wie hat man die, hat man Leuten irgendwie gesagt, übrigens, du bist das?

00:23:58: Oder wie kam das zustande?

00:24:01: Auch.

00:24:02: Also wir haben so für andere Proneure gefunden.

00:24:05: Wir haben im Comset aber eine sehr weite Definition von sozialer Innovation.

00:24:10: Also für uns waren, wir haben nach Akteuren geschaut, die sozial innovativ wirken.

00:24:17: Das können auch Vereine sein, das können auch Privatpersonen sein, das konnten Unternehmen sein.

00:24:24: Auch politische Akteure sind durchaus in der Lage, soziale Innovation nach vorne zu bringen oder in ihrem Wirken irgendwie.

00:24:30: sozial innovativ zu sein.

00:24:32: Also das war immer so eine ganz große Palette und wir haben uns damals einen Kriterienraster erarbeitet.

00:24:38: Was braucht eigentlich jemand, der sozial innovativ ist?

00:24:41: Der macht auf jeden Fall was Neues, der macht das aber auch besser als bisherige Praktiken.

00:24:46: Also das hat immer so nicht alles was Neues, ist gleich innovativ.

00:24:52: Und was für die sozialen Innovationen ganz wichtig ist, der Macht, der hat eine gewisse Werteorientierung.

00:24:57: Also soziale Innovationen sind Gemeinwohl orientiert schon, das ist das, wie wir es auch verstehen und wollen das Leben von Menschen verbessern.

00:25:07: Und das machen nicht nur Unternehmen, das machen auch ganz viele andere Leute.

00:25:11: Und dann muss man immer gucken machen, die das... ganz kleinräumig und lokal, haben die erst angefangen, haben die eine Idee und probieren geradeaus.

00:25:19: Oder sind die schon implementiert, haben die schon was ausprobiert, haben die Konzepte schon übertragen und verdienen sie damit auch Geld und investieren.

00:25:28: Also solche Sachen spielen ja alle eine Rolle.

00:25:30: Es gibt in Sachsen Anhalt in dieser breiten Definition sehr viele Akteure.

00:25:36: Wenn man konkret nach Unternehmen sucht, nach Sozialunternehmen, dann wird die Gruppe kleiner.

00:25:42: Für uns ist der Social Entrepreneur eine Schnittmenge.

00:25:48: ... in der sozial innovativen Akteursmenge.

00:25:51: Wenn ich zurückschaue auf das Kompetenzzentrum.

00:25:54: Das Frauenhof in Halle hat damals das Thema ... ... Social-Antrepreneure bearbeitet ... ... und die sind tatsächlich ganz stark ... ... erst mal über die Megaszene gegangen.

00:26:02: Das war wirklich erst mal ... ... Netzwerkbildung, also ... ... das war auch das erklärte Ziel im Konzert, ... ... erst mal zu schauen, wie gibt's denn da?

00:26:09: Kann man das in die Richtung ... ... Social-Antrepreneur interpretieren?

00:26:13: Wo kommen die her?

00:26:15: Was haben die für Herausforderungen?

00:26:16: Wo wollen sie hin?

00:26:18: Das war ganz viel am Anfang.

00:26:20: unsererseits nur Netzwerkarbeit.

00:26:21: Also alle zusammenbringen, zu schauen, was macht ihr, was braucht ihr, den Austausch zu fördern.

00:26:26: Es war wirklich, also jetzt mal überspitzt gesagt, bringen jemanden mit, der was Ähnliches macht wie du.

00:26:32: Und wir schauen alle mal gemeinsam, ob wir wirklich gemeinsam diese Schnittstellen und diese Schnittmenge bilden.

00:26:38: Und das war die Vorarbeit, die einfach nötig ist, weil auch die Erfahrungen haben wir in Projekten gemacht.

00:26:44: Es gab auch den Versuch, das mal über einen Wettbewerb zu starten.

00:26:48: Da hat sich kaum jemand angesprochen gefühlt, weil das Label einfach schon Sozialunternehmen drauf stand.

00:26:55: Da ist keiner gekommen.

00:26:56: Also da musste man dann echt nochmal in die Netzwerke reingehen und nachhaken und sagen, hier, wir haben da was, das ist spannend.

00:27:03: Wäre das nicht was für den und den und den, weil irgendwann kennt man ja dann auch die Ersten.

00:27:08: Man weiß, dass die eigentlich so in die Richtung und so entwickelt sich am Anfang ein Schneebeifekt.

00:27:12: Und ich habe das Gefühl, dass wir so mit den Ende der Projekte Comset-Sensor Delfin hatten wir den gut in Gang gesetzt.

00:27:23: Aber wir hatten auch, auch in den Jahrzehnten, nicht wirklichen Gespür, was für eine Quantität steckt da dahinter.

00:27:29: Und das ist auch eine gewisse Herausforderung, für die wir alle jetzt stehen.

00:27:33: Es gab jetzt Lücken.

00:27:36: keiner weiß es so genau.

00:27:37: Und wenn man Unterstützungstrukturen aufbauen will, stellt man sich ja irgendwann die Frage, wie viele macht man das eigentlich?

00:27:44: Ist es das wirklich, was gebraucht wird?

00:27:46: Das heißt, man muss eigentlich da wieder ansetzen und wieder suchen.

00:27:50: Und da gibt es kaum valide Zahlen oder wenige.

00:27:55: Also ein bisschen was wissen wir.

00:27:58: Und das braucht halt auch viel tiefer.

00:28:00: Also man muss reingehen, man muss die einzelnen Initiativen kennenlernen.

00:28:04: Das ist von oben oder aus einer Meso-Perspektive einfach sehr schwer zu erkennen.

00:28:09: Ja.

00:28:10: Und weil wir auch über das Label soziale Innovation oder das ist auch schon andere von der Chip gesprochen haben.

00:28:16: Das ist natürlich auch ein Label, was wir auch mit nach außen geben.

00:28:22: Wir hatten ja ganz am Anfang darüber gesprochen, es gibt so Prozesse, das sind Wandelprozesse, die soziale Praktiken beeinflussen.

00:28:28: Wir fassen das natürlich toll unter diesem Dachs soziale Innovationen zusammen.

00:28:32: Man kann das genauso wieder dann aufdröseln und muss es auch, dann gibt es nämlich doch ganz, also für Gesundheit, Arbeit, nachhaltig gibt es wieder wahnsinnig viele Bereiche, in denen es sozial innovative Akteure gibt.

00:28:42: Keiner... Also in den seltesten Fällen sagt jemand von sich aus, oh, ich bin eine soziale Innovation oder ich bin Social Entrepreneur.

00:28:52: Das haben wir oft mitgegeben.

00:28:54: Wir haben gesagt, das, was ihr macht, das ist auch sozial innovativ.

00:28:57: Das ist ganz toll, und zwar aus den und den Gründen.

00:28:59: Und dann kommt da natürlich auch eine erkenntene Saison, eine Zustimmung.

00:29:03: Ah ja, stimmt eigentlich.

00:29:05: ist für den Aktor vielleicht auch gut, weil er sich dann nochmal irgendwie andere Perspektiven auf sein eigenes Wirken haben kann.

00:29:12: Vielleicht auch, das hat auch Einflüsse auf Fördermittel.

00:29:14: Wie kann ich eben gucken, wenn ich weiß, ich bin sozial innovativ, was ich mache, dann ist auch der Tops für mich vielleicht relevant und das Bewusstsein ist vorher gar nicht gegeben.

00:29:22: Also wir haben hier viel sensibilisiert für diesen Begriff.

00:29:26: Und ich erinnere mich noch, wir hatten im KomZ eine Homepage mit einer Landkarte dieser ganzen sozial innovativen Projekte und es gab so einen kleinen Ticker, wo man sich melden konnte.

00:29:37: Du bist sozial innovativ, meld dich bei uns.

00:29:40: Das sind die wenigsten, also so.

00:29:42: Und dann melden sich Leute und dann prüfen wir das.

00:29:45: nach unserem Definitionsraster und dann sind das tolle Projekte, aber sie sind vielleicht nicht so sehr innovativ.

00:29:51: Also das ist wirklich, so muss man das auch verstehen, das ist ein Begriff, der kommt auch aus der Wissenschaft oder auch aus der Politik, wo man ihn auch einordnen will, hat.

00:30:00: aber mit diesem praktischen Tunen von Unternehmen oder Vereinen ist es eher so ein Etikett.

00:30:07: Wie gehst du mit diesem Begriff dann um?

00:30:08: Nimmst du deinen anderen Begriff?

00:30:10: Hast du dann einen Griff, wo du sagst, naja, der... ... der stimmt zwar wissenschaftlich, ... ... könnte ich den nie verwenden, ... ... der stimmt nicht, aber ... ... der füllt seinen Zweck, ... ... oder wie machst du das, ... ... oder umschreibst du das dann, ... ... oder wie gehst du damit um?

00:30:21: Tatsächlich verwende ich den ... ... in der Praxis ganz wenig, also ... ... wenn ich jetzt Leute ... In meinem aktuellen Projekt bin ich ganz ähnlich.

00:30:30: Da finde ich Projekte und finde, oh, die sind sozial innovativ.

00:30:32: Die möchte ich gerne vorstellen und verbreiten.

00:30:35: Ich schreibe dann die Leute an und sage, das was sie machen, ist eine tolle Arbeit.

00:30:38: Und ich sammle solche Sachen, die fallen bei mir unter das Dach soziale Innovation.

00:30:43: Da passen sie gut rein.

00:30:45: Aber also ich spreche die nicht so direkt damit an.

00:30:48: Es spielt auf jeden Fall eine Rolle und das kenne ich auch.

00:30:51: Viel wichtiger ist es... ... in diesen Bereichen zu kommunizieren, wenn ich, wenn das ... ... jemand hat eine vier Tage Woche in seinem Unternehmen eigentlich ... ... und dann sage ich, oh, in diesem Bereich Arbeit, das ist so was ganz Neues, ... ... was hier raus ausprobieren, dann gehe ich eher mit dem New Work Begriff rein ... ... und sage, oh, in dem Fall machen Sie was, das ist gerade total spannend.

00:31:09: Genauso dann ... ... im Bereich Nachhaltigkeit würde ich wieder anders ... ... kommunizieren, also ... ... ich gehe dann eher Themen spezifisch ... ... rein und spreche die Akteure nach Ihren Themen, ... ... indem Sie agieren an.

00:31:21: So gehe ich auf sie zu.

00:31:23: Wie geht es dir mit wissenschaftlichen Begriffen?

00:31:26: Hält dich komplizierte Sprache manchmal davon abaktiv zu werden?

00:31:30: Möchtest du allein oder mit anderen das Leben der Menschen um euch herum besser machen?

00:31:34: Hast du Fragen dazu, wie du oder ihr euer Vorhaben stabilisieren und finanzieren könnt?

00:31:39: Dann schreib eine Mail an beratung.sigusa.de.

00:31:42: Wir unterstützen dich gerne und kostenlos.

00:31:45: Wenn du mehr über Sigusa wissen willst, schau doch mal auf Sigusa.de vorbei.

00:31:49: Oder folge SIGU-Netzwerksachsen-Anhalt bei Instagram bzw.

00:31:52: SIGUSA bei LinkedIn.

00:31:55: Ich hoffe das Gespräch hat dir gefallen.

00:31:57: In Teil zweites Gesprächs mit Susanne und Isabel reden wir über ihre aktuelle Arbeit in der Region Mansfeld Südharz.

00:32:03: Und über die Grenzen an die sie dabei stoßen.

00:32:06: Bis zum nächsten Mal, bei SIGUSA redet mit.

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