SIGUSA redet mit Markus Sauerhammer

Shownotes


Der SEND e.V.:
https://www.send-ev.de/

Die SIGU-Plattform:
https://sigu-plattform.de/

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00:00:00: Markus Sauerhammer ist Leiter für Kooperation und Strategie bei der Plattform für soziale Innovation und gemeinwollorientierte Unternehmen.

00:00:09: Kurz SIGU-Plattform.

00:00:11: Aber Markus ist einer dieser Menschen, denen keine Jobbeschreibung gerecht wird.

00:00:16: Wenn man LinkedIn öffnet, steht die Chance nicht schlecht, dass man als erstes einen ermutigenen Kommentar von Markus unter einem hoffnungsvollen Post angezeigt bekommt.

00:00:26: Wenn ich sage, dass Markus mich an Gandalf aus dem Herrn der Ringe erinnert, Dann ist das keine Anspielung auf seinen herausragenden Bart, sondern eher auf den Weitblick, den er vermittelt.

00:00:37: Ich bin Jan Wagner und spreche in dieser Folge von SIGUSA redet mit, mit Markus Sauerhammer, über den Status quo von sozialer Innovation und gemeinwohlorientierten Unternehmen in Deutschland.

00:00:48: Viel Freude beim Zuhören.

00:00:51: Weil ich fand das ganz spannend zu sehen, dass du ja tatsächlich direkt nach dem Studium Mariuske gründet hast.

00:00:56: Den Freizeitpark, den Handfreizeitpark, zumindest das konnte ich finden.

00:00:59: Ich weiß nicht, ob du noch heimlich irgendwelche anderen Startups im klassischen Sinne mal gehabt hast.

00:01:04: Und danach hast du ja eigentlich nur noch einen Unterstützendenrollen unterwegs.

00:01:08: Hast du mal überlegt, irgendwann mal wieder selber zu gründen?

00:01:13: Oder hast du bei irgendwann den ganzen Sachen, die du siehst, mal gedacht hast, okay, Leute, ich mach's einfach selber?

00:01:17: Meine größte Motivation war das, das heißt, nachdem ich selber gegründet habe, war ich angefix von dem ganzen Thema Unternehmertum, Startups, was alles möglich ist.

00:01:30: Ich gehe noch eine Stufe zurück.

00:01:32: Ich komme von einem kleinen Dorf.

00:01:33: Ich bin bildungsfern sozialisiert, wie man in dieser Akademikerblase sagt.

00:01:37: Das heißt, Bons hat niemanden studiert und hat Landwirt gelernt.

00:01:42: Und aus dieser Welt bin ich über die Gründung in die Start-up-Welt eingetaucht und aus dem damaligen Verständnis ein Stück weit in der Welt, in der Utopien-Realität werden können.

00:01:50: Und das hat mich angefix, wo du sagst, hey, Das geht nicht, gibt es nicht, sondern wie können wir es trotzdem möglich machen, um diese Wege nach vorne, diese Mentalität, der klassischen Start-up-Welt.

00:02:00: Dann habe ich nach der Gründung, also es war Berufs- oder Begleitung zum Studium, wir haben quasi das, was wir gelernt haben, direkt in die Praxis umsetzen können, in meinen Augen ist Geiste leihen, was es gibt, Theorie und Praxis, gut miteinander zu verbinden.

00:02:12: Und dann gesagt, ich würde es noch viel besser verstehen.

00:02:16: Und nach dem Studium hat sich das bei uns aufgelöst, sind wir alle unterschiedliche Wege gegangen und dann haben wir das halt nicht fortgesetzt.

00:02:22: Finde ich aber heute total super, das war damals ein bisschen brown.

00:02:25: Wir wollten ja die Welt erobern und jetzt machen wir das doch nicht.

00:02:28: Und habe dann nochmal ein MBA-Studium gemacht, genau für diese Startup- und Innovationsthemen.

00:02:32: An der TU München, eine Handelshochschule Leipzig, UC Berkeley, klassische Startup-Welt, höher, schneller, weiter, skalierend, venture capital, die ganze Welt disrupten.

00:02:41: Und habe gleichzeitig bei der Industrie und Handelskammer meine Rolle gewechselt von der klassischen Gründungsberatung, also das, was ich damals dann hauptberuflich gemacht habe, hin zur Ökosystementwicklung.

00:02:48: Das heißt, wir haben bei den verschiedenen Kammern geschaut, wer treibt den Start-up-Innovationsthemen voran, haben da intern Strukturen aufgebaut, Allianzen geschmiedet und haben in München eine Entrepreneurship-Strategie auf den Weg gebracht für klassische Startups, eine Ökosystementwicklung gemacht.

00:03:03: Und da hat ganz viel gemerkt, hey, wenn du Ökosysteme entwickelst, dass ganz viele Leute Dinge umsetzen können, hast du einen viel größeren Wirkungshebel.

00:03:10: Um Menschen, also es kommt nicht auf mich an, und das auch haben wir irgendeine tolle Idee, sondern schaffen wir es als Gesellschaft, den Menschen, die Bock haben, den Weg einfacher zu machen, Ideen umzusetzen.

00:03:21: Und diese Rolle zu sehen, was da alles passiert, was möglich ist, wenn du dann wirklich Themen vorantreibst, wo Potenziale entstehen, wo Zukunftsmärkte entstehen, wo es notwendig ist, Probleme zu lösen, das ist das, was mir am meisten fixiert hat.

00:03:37: Eigentlich wollte ich dann direkt wieder gründen.

00:03:41: Während dem MBA habe ich einen Businessplan ausgeschrieben.

00:03:43: Ich hatte einen Co-Founder.

00:03:44: Das war alles Tiptop auf dem Weg.

00:03:47: Und ich hatte aber dann in der Gründungsberatung jemanden.

00:03:51: Holger, würde ich sagen, hat mein Leben ein ganzes Stück verändert.

00:03:56: Der hat nämlich, also über Leiter der Innovationsabteilung bei einem mittelständischen Unternehmen, hat von unserem Chef den nächsten Karriere-Schritt versprochen bekommen.

00:04:04: Jetzt Leitung einer ausländischen Niederlassung.

00:04:08: hat dann zuvor Bereitungen auf diesen Job ein Berufscoaching bekommen.

00:04:12: Und es war ein werteorientiertes Coaching.

00:04:15: Und am Ende von diesem Coaching hat er gesagt, zu meinen Werten passt eigentlich gar nicht dieses jetzt nächste Karriereleiter.

00:04:21: Und eigentlich wollte ich nie Karriereleiter machen, sondern ich wollte geile Sachen umsetzen und zum Leben erwecken.

00:04:26: Und er hat gesagt, er macht sich mit einer werteorientierten Innovationsberatung selbstständig.

00:04:30: Das war da, da war's Hosche Entrepreneurschaft noch klitzekleiner, weil es eher bei mir in der Beratung war und diese Gründe erklärt hatten, warum das er das macht.

00:04:38: Aber wie gesagt, Holger, ich will dann erst der Kunde sein.

00:04:40: Ich brauche so ein Werte, Schablone und wie funktioniert es überhaupt.

00:04:44: Und gerade in diesem höher, schneller, weiteres ist alles möglich.

00:04:47: Aber was gibt denn ein Kompass, wenn alles möglich ist, dass es auch wirklich auf gesellschaftliche Mehrwerte einzahlt?

00:04:52: Und das war der Grund zu sagen, nee, ich gründ nicht nochmal.

00:04:54: Ich gehe zu diesem Crowdfunding-Thema, weil es noch mehr möglich ist, dass Menschen gemeinsam Dinge umsetzen können.

00:05:00: Und über Crowdfunding dann eben in den Social Entrepreneurship-Gereich, weil wenn Menschen gemeinsam Ideen umsetzen, sind das meistens schon Lösungen, das sind meistens schon Antworten auf die Herausforderungen.

00:05:11: Und zumindest so, wie das damals und vor allem auch in Deutschland vorangetrieben wurde, ist es halt nicht dieses nochmal irgendein Gadget und nochmal irgendwo Creme Scrums, sondern waren es ganz viele impactorientierte Gründungen.

00:05:22: Und so bin ich dann auch in diese ganze Social-Universität-Blase rankommen.

00:05:25: Und wenn du das direkt am Anfang ja gesagt hast, das war so dieses utopienmöglichen Machen-Gefühl, als du aus dem Studium kamst, die Praxis ging los.

00:05:32: Ah, Gründen, ich kann ja eigentlich alles machen.

00:05:34: Aber war das dann schon damals Utopien im Sinne von, die Welt besser machen oder Utopien im Sinne von, am Anfang doch irgendwie erstmal, ich möchte den Bands haben oder was?

00:05:44: also, wie kam es, dass du überhaupt angefangen hast so, sagen wir nicht, nicht nur überhörst schneller weiter nachzudenken, sondern dass da irgendwie was dabei war.

00:05:51: Ich meine, deine erste Gründung war ja auch nicht irgendwie ein Text, da hat er mit dem Ziel, das möglichst schnell zu verkaufen, sondern irgendwie in der Natur, lag das dann an der Erziehung oder lag das an Freunden oder war das Zufall?

00:06:03: oder

00:06:05: Also, die erste Gründung war deshalb in der Natur, weil ich vorher Landwirt gelernt habe.

00:06:09: Das heißt, wir wüssten, wie man Feld bewirtschaftet.

00:06:10: Wir haben Landwirt als Partner mit reingenommen und im MBA habe ich dann gelernt, ein Personal-Anfär-Adventage.

00:06:16: Das heißt, was macht dein krummer Lebenslauf?

00:06:18: Was macht das, was du erfahren hast, nochmal ganz besonders?

00:06:21: Und wo kannst du deine Dinge umsetzen?

00:06:22: Häufig sagen, dass wir deswegen angefangen haben, in dem Bereich zu gründen.

00:06:26: Und wir haben da auch schon mit Technologie verbunden und alles Mögliche mit rein.

00:06:32: Und da war schon Edutainment.

00:06:33: Und wie schaffen wir das Leute quasi von den potenzialen, nachwachsender Rohstoffe, dass wir immer wieder Themenwochen gehabt haben.

00:06:38: Wir haben grünes Klassenzimmer gehabt, eine Kinder-Uni mit unserer Hochschule gemeinsam umgesetzt.

00:06:42: Und immer, wie können wir Räumen nutzen, um zu empowernden.

00:06:45: Das heißt, ein Stück weit liegt es vielleicht in meiner DNA, vielleicht auch aus dem Dorf, wo ich komme, weil da haben die Landwirte, ihre Traktoren, ihre Maschinen alles gemeinsam.

00:06:52: Also haben da schon klein Sharing Economy gelebt.

00:06:56: Wo ich gelernt habe, dass es ökonomisch Sinn macht und dass es vor allem sozial viel, viel mehr Bock macht, wenn du miteinander die Sachen teist, gemeinsam voran bringst, auch Aufgaben dann teist, also eigentlich weniger Arbeit hast, weniger Bezahls am Ende, kann man gemeinsam viel, viel mehr bewirken.

00:07:13: Und dieses Wertekoaching war dann ein Baustein.

00:07:17: und dass ich so richtig krass in die Bubble gekommen bin, ist das, dass ich ja vorher dann realisiert habe, wie der Startup verband, wie die großen, größeren Verbände, Lobbyarbeit machen für die Startups, für die, die es neu gestalten.

00:07:29: Und dann habe ich in dem ganzen Social Entrepreneurship Bereich gesehen, das gibt es da gar nicht.

00:07:32: Sondern alle sagen, hey, die Politik ist doof und das sind ja die Rahmenbedingungen, die Förderprogramme ignorieren uns und sonst irgendwie.

00:07:39: Und das war dann der Impuls, eben Send damals mit auf den Weg zu bringen und zu sagen, okay, dann müssen wir halt schauen, dass wir ein Sektor zusammenbringen.

00:07:46: Und da waren halt ganz viele Leute schon unterwegs.

00:07:48: Also die Idee von der Lobbyorganisation ist nicht meine Idee, sondern die war zehn Jahre vorher schon da.

00:07:53: Und dann haben sich Leute immer wieder getroffen.

00:07:56: Und da war halt auch so eine Runde, ich weiß noch genau, wie heute, wo mich Ryan Little mitgefragt hat, er war damals bei der BMW Foundation, war selber Seriengründer aus Kanada, ein Social Entrepreneur und der gesagt hat, ey, das gibt's ja nicht, dass ihr das in Deutschland noch nicht habt.

00:08:11: Und wo wir dann sofort gesüngt haben und dann hat jedes Mal, also wir sind dann über eineinhalb Jahre, wo wir immer wieder Leute zusammengebracht haben, um... im Endeffekt eine Lobbyorganisation für Sozialunternehmen, Social Entrepreneurship, Social Innovation auf den Weg zu bringen.

00:08:28: Und obwohl das ein bisschen das ja quasi also die höchste Level von Impact auch ist, was man her, also was ich mir so vorstellen kann, man sagt beim Beeinfluss wirklich Bundespolitik, hast du ja danach irgendwie nochmal so eine Ausfalt genommen und danach bist du in die SIGU-Platform mitgegründet, gegründet, oder?

00:08:45: Hab ich das falsch verstanden?

00:08:47: Meine Rolle ist ein Stück weit, man müsste es heute könnte.

00:08:49: und die Dinge dann mit ins Leben bringen.

00:08:51: Und das ist das, was ich lieb, endeschmutzig machen.

00:08:54: Und wenn es noch nicht professionalisiert ist, wenn, okay, jetzt muss man erste Schritte, erste Finanzierungspartner, Kooperationspartner mit dranholen und das Ganze zu machen.

00:09:02: Und Send ist, im Abschiedspost habe ich geschrieben, Send würde erwachsen, meine Zeit Abschied zu nehmen.

00:09:08: Das heißt, es sind dann Strukturen da, es geht darum, die nächsten Schritte zu machen.

00:09:12: Und es sind ja Tausend Sachen da, in dem Ökosystem, was wir noch brauchen, damit eine Transformation wirklich gelingt.

00:09:18: Danach habe ich mir eben Zeit genommen, genau den Leuten zuzuhören, die alle an diesen Transformationsthemen arbeiten.

00:09:22: Das heißt, ich habe über hundert Einzelinterviews mit Leuten geführt.

00:09:27: Heute bereue ich, dass ich zu wenig dokumentiert habe, aber auf jeden Fall auf dem Weg dahin habe ich einen Teil auch öffentlich gemacht.

00:09:31: Das war dann der Zukunftsacker, wo ich auch eine Podcastreise gemacht habe, wo wir quasi einmal von dem System Lande Ernährungswirtschaft, wo ich ursprünglich herkomme, in das größere System Wirtschaft, wie denn das größere System Gesellschaft, mit eingetaucht sind.

00:09:44: wenn ich mit den Leuten immer wieder diskutiert habe, in den unterschiedlichen Teilsystemen, was sind die Herausforderungen?

00:09:49: Um dann nochmal zu sagen, was sind eigentlich Systeme, strukturelle, kulturelle Dinge, die wir verändern müssen, um da vorwärts zu kommen?

00:09:56: Und da waren es so drei Themen, die sich immer wieder gespiegelt haben.

00:09:59: Es ist eine Reflektion von Privilegien, das andere gesellschaftliche Zusammenhalt und Zielbilder.

00:10:04: Da schaffen wir es, Zielbilder zu geben, damit mehr Menschen sich dem Ganzen anschließen können.

00:10:08: Das war zumindest für mich der Teil.

00:10:11: Und danach bin ich dann eben zu mehr Demokratie gegangen, weil die mit dem Instrument Bürgerräte daran arbeiten, dass wir wieder zu gesamtgesellschaftlichen Lösungen kommen können, dass wir über Legislaturperioden hinaus Entscheidungen treffen können, wo die Menschen, die Unternehmen... Jede Organisation braucht ein Stück weit Planungssicherheit, dass wir in dieser Zeit des wilden Umdrufs ein bisschen mehr Planungssicherheit reinbringen und gemeinsam einen Konsens kriegen, dass wir nicht in das Gegeneinander verfallen, sondern dass wir anderen Stimmen zuhören.

00:10:38: Und genau das passiert auch bei dem Instrument.

00:10:39: Das heißt, ich war dann im Deutschen Bundestag dabei, als die diesen Bürgerrationärungen gemacht haben und habe da Magie erlebt, wenn Menschen aus ganz anderen Hintergründen miteinander ins Gespräch gehen.

00:10:52: Also ganz konkret war so ein Hardcoregrinner, und ein Kölner, Veganer und eine typische Hausfrau.

00:10:59: Drei Menschen, die völlig unterschiedlich waren.

00:11:02: und durch das, dass die Leute ausgelost werden und irgendwie ein Stück weit in der Gesellschaft wie repräsentativ, dass die Verteilung meiner Frau und Stadt, Land, alles da ist, kommt man mit ganz anderen Meinungen ins Gespräch und das war am letzten Wochenende.

00:11:14: Und obwohl die so unterschiedlich waren, war das so eine wertschätzende Stimmung, so ein krasses Miteinander, dass man die Standpunkte des anderen respektiert hat.

00:11:22: weil solche Formate überhaupt es ermöglichen, in ganz andere Lebensrealitäten einzutauchen.

00:11:27: Und das ist ein Stück weit, wo ich sage, wie kriegen wir die Sachen hin, die jetzt vor uns liegen, weil wenn wir glauben, dass wir jetzt schon große Herausforderungen haben, das wird ja die nächsten Jahre und da brauche ich kein hellseher sein, sondern ich muss mir einfach Statistiken anschauen beim demografischen Wandel.

00:11:41: Uns wird es als Gesellschaft zerreißen, wenn wir uns nicht ehrlich machen und sagen, was brauchen wir, damit wir als Gesellschaft gut klarkommen.

00:11:47: Weil wir viel weniger Fachkräfte haben, werden gleichzeitig ein Gesundheits- und Pflegebereich viel mehr Menschen brauchen, weil wir eine alternde Gesellschaft sind.

00:11:55: Das wird uns herausfordern.

00:11:57: Und es klappt halt nur mit solchen Innovationen und dass wir da Dinge voranbringen, echte Veränderungen voranbringen und nicht nur über die Veränderungen reden und sagen, man müsste mal.

00:12:07: Das Gleiche kannst du jetzt bei dem Klima-Themen nehmen, das Gleiche kannst du bei digitaler Transformation, über künstliche Intelligenz, was das an Veränderungen in der Arbeitswelt bringt.

00:12:14: Und da ist mir noch mal wichtig, ich komme ursprünglich aus der Landwirtschaft.

00:12:18: Und gerade deswegen brenn ich so für diese Themen, weil es gibt so ein kleines Sprichwort bei den Landwirten.

00:12:22: Man zieht in kleinen Kindern schon so enge Gummistiefe an, damit sie von klein auf das hier anderen laden.

00:12:27: Und ich würde sagen, das ist nicht bei Landwirten so, sondern es ist beim Menschen so, wenn ein Wandel kommt, den ich erstmal nicht verstehen kann, weil ich das mache, was ich gelernt habe, weil ich das gut mache und auf einmal kommt eine Veränderung, die mein ganzes Weltbild in Frage stellt, die mein selbst, meine Identität, also wir identifizieren uns ja gerade in Deutschland auch sehr intensiv mit dem Job in Frage stellt.

00:12:48: und wir hatten es in der Vergangenheit schon mal.

00:12:50: Als die Industrialisierung war, hatten wir die Ludisten, die Maschinenstürmer, das war ein arbeitslose Weber, die durchs Land gezogen sind, die Fabriken angezündet haben, weil sie ihren Job verloren haben.

00:12:59: Und es ist keine Frage, ob das passiert.

00:13:01: Es wird in vielen Bereichen die nächsten Jahre extreme Veränderungen mit sich bringen.

00:13:08: Und eigentlich ist es nicht schlimm, weil ich habe das ja selber hinter mir.

00:13:11: Und das erste Mal fühlt sich das ein Stück weit.

00:13:13: Wenn du Glaubenssätze beerdigst und Dinge, die man von klein auf mitgenommen hat, fühlt sich das ein Stück weit an.

00:13:19: Es würde mir ein Stück seiner Identität verraten.

00:13:21: Ist ja auch so, weil wir uns darüber identifizieren.

00:13:24: Aber wenn wir diesen Raum für Neues öffnen und sagen, hey,

00:13:28: was

00:13:29: ... Wer bin ich eigentlich?

00:13:30: Was brauche ich?

00:13:31: Was brauchen die Leute links und rechts von mir?

00:13:33: Und wie können wir das gemeinsam umsetzen?

00:13:35: Dann kommst du in ein ganz anderes Miteinander.

00:13:37: Auf der Einsetze, das ist ja schon irgendwie voll die Krisenzeit gerade.

00:13:41: Und ich finde das ja irgendwie immer spannend, auf soziale Innovationen und auch so gemeinwillorientiert zu nehmen.

00:13:47: Die haben irgendwie so zwei Sichtweisen.

00:13:48: Auf der Einsetze wirken die wie so ein Luxusgut, wo man sagen könnte, naja, jetzt gerade ist Krisenzeit.

00:13:54: Wir haben keine Zeit für dieses Spezialthemen.

00:13:57: Wir können, wir müssen uns um das eigentlich wichtige kümmern.

00:14:01: Ich finde, wenn ich das und das manchmal so was ich auch wahrnehme, zu sagen,

00:14:04: ja...

00:14:07: Sozialinnovation, also im sozialen Bereich ist super Krisenstimmung, bei uns in Sachsen-Anhalt zumindest, habe ich das nämlich viel auch wahr.

00:14:13: Ohne ist hier erst Landtagswahl, wir müssen die Mauern hochziehen, wir müssen uns bereit machen, wir müssen uns schon mal krisenfest machen.

00:14:18: Irgendwie alles holt die Bauern aus den Feldern in die Burg zurück, so ungefähr.

00:14:23: Und in der Wirtschaft ist auch irgendwie diese Krisenstimmung und es ist ja so, es gibt keine Aufträge, alles.

00:14:31: Und wie gefühlt, könnte man jetzt sagen, dann trifft es ja im Siegubereich doppelt, weil es quasi doppelt Alarmstimmung aus beiden Richtungen kommt.

00:14:37: Und letztendlich hast du ja immer auch diese, kommunizierst du für dich viel, diese Hoffnungsperspektive zu sagen, nein, eigentlich ist es andersrum, eigentlich ist es die Lösung.

00:14:44: Also es ist quasi nicht doppelt Alarm betroffen, sondern es ist doppelt eine Lösung eigentlich für beide Richtungen.

00:14:49: Aber wie kriegt man das denn, also wie kriegt man den Switch denn im Kopf hin?

00:14:52: Also wie kriegt man das hin, dass man das so, dass man auf diese lösungsorientierte Sicht kommt?

00:14:59: für den Siegubereich.

00:14:59: Also, ist es in das Praxisbeispiel oder was muss man kommunizieren, damit man sieht, dass das hat eine Potenzial?

00:15:06: Wenn wir uns die Probleme anschauen und wenn wir uns im Kleinen anschauen, was Antworten sind, dann ist es genau in dem Sektor.

00:15:13: Und das, was du beschreibst, ist die Herausforderung, dass wir ein Stück weit zwischen den Welten stehen, also das gesagt, das soziale Bereich und die Wirtschaft.

00:15:18: Und dann nehmen wir noch die Schnittstelle zur Politik, überall ist gerade Krisenstimmung.

00:15:21: Das ist aber einfach das, was Alsis verschwindet.

00:15:24: Und ich glaube, Gramsci heißt dieser Ein italienischer Philosoph, der gesagt hat, hey, das Alter stirbt und das Neue ist noch nicht geboren.

00:15:31: Und diese Zeit dazwischen, das ist die Zeit der Monster.

00:15:33: Und das ist ein Stück weit das.

00:15:36: Und wir sehen jetzt auch mit dem, was du beschreibst, alles in Unterdruck.

00:15:40: Und das ist dieser Transformationsdruck.

00:15:41: Das sind diese so engen Gummischiefe.

00:15:43: Und jetzt schreien diese etablierten Organisationen und Strukturen ganz laut, hey, wir brauchen aber Unterstützung, dass wir es so weitermachen können.

00:15:50: Und unsere alten Ziele, noch mehr Gewinn als Selbstzweck oder einfach, also... Dinge, die, wenn wir uns das als Gesellschaft anschauen, in dieser Art und Weise keinen Sinn mehr machen, uns keine Mehrwerte mehr bringen, wenn wir uns ehrlich machen würden, aber es fällt uns schwer, diese Dinge ernsthaft zu reflektieren.

00:16:08: Und ich glaube, als Menschen sind wir gar nicht fähig, weil diese komplexen Systeme, diese komplexen Zusammenhänge, kann niemand greifen, auch ich nicht.

00:16:15: Also ich sehe nur, ich weiß felsenfest, dass die Antwort etwas ganz anderes sein wird als wie das, was wir heute haben.

00:16:21: Und Das siehst du in anderen Umbruchphasen, also wenn wir uns Buchdruck technologischer Umbruch, dann kam dieser Martin Luther vor im Warnischen Leute da, andere, die dieses System in Frage gestellt haben, mit Applausbriefen und wie die Köche hier alles dominiert, die Bibel auslegt, anders als wie das was drinsteht.

00:16:40: Und die anderen sind halt alle auf dem Scheiterhaufen gelandet.

00:16:42: Bei ihm ist jemand gekommen mit Privilegien, ein Kurfürst, der seine schützende Handübe eingehalten hat, seine Privilegien genutzt hat, dass er die Bibel übersetzen konnte, Sanitätsen entwickeln konnte, das Ganze drucken konnte und verbreiten konnte.

00:16:52: Er hat den ersten globalen Bestseiter geschrieben, wenn man so will, mit der Übersetzung der Bibel.

00:16:58: und hat damit Transformationsprozesse ausgelöst.

00:17:01: Damals sind wir in den dreißigjährigen Krieg geschlittert, weil die Leute, die die Privilegien hatten, die völlig überzogen waren, die nicht in der Bibel standen, aber weil sie es halt so ausgelegt haben, darum gekämpft haben, um die Privilegien zu halten.

00:17:11: Und ich würde sagen, wir sehen heute ein stückweit genau das gleiche Spiel.

00:17:14: Und die Leute, die in dieses Gestern zurück wollen, wo gerade ganz viel Energie drauf legen, auch solche Themen, Zukunftsthemen klein zu machen und Themen, die uns als Gesellschaft voranbringen, ein besseres Miteinander überhaupt erst möglich machen, wieder weg.

00:17:26: zu diskutieren, ist eins zu eins genau das gleiche.

00:17:31: Und es kann nicht funktionieren.

00:17:32: Ich hoffe zumindest, dass es nicht funktionieren kann, denn wenn wir das zulassen als Gesellschaft, und es ist auch wichtig, dass wir jetzt aktiv werden, dann ist natürlich mit künstlicher Intelligenz, mit dem, wenn die ganzen Ressourcen, die Kontrolle über die Ressourcen haben, sind wir in einer Zeit, wo Monarchy ein Witz dagegen war, mit dem, was jetzt mit dieser Ja, ich weiß gar nicht, wie man das in Worte fassen soll.

00:17:54: Was da entsteht, an Big Tech und Politik und diesem Gemisch, was wir gerade in den USA sehen, wo die zusammenkommen und es wirklich um Eigenuts geht.

00:18:01: Und wenn wir jetzt zurück in die Reformationszeit, würde ich ein Stück weit sagen, wir haben den Raubrittern erlaubt, den Thron schon besteigen und alles auszublöndern.

00:18:11: Systemisch ist es nichts anderes.

00:18:14: Es klingt so wie wir sind in einer Gesellschaftlichen Revolution.

00:18:19: Es ist keine wirtschaftliche Revolution, sondern soziale Innovation.

00:18:21: Es ist mehr als nur Wirtschaft.

00:18:23: Es ist nicht nur Gesellschaft, weil es darum geht, das Wirtschaftssystem anzufassen.

00:18:31: Wir sollten als Branche mehr darüber reden, dass es nicht nur um ein bisschen ... im Startup-Modelle geht, sondern irgendwie auch um größere Denkänderung oder größere Art als Wirtschaftssystem zu ändern.

00:18:43: Das ist wirklich ein größerer Einschnitt als das, was man durch die Leute unterschätzen.

00:18:46: Oder wirst du sagen, ne, lass uns das lieber, das bringt, das hilft dem Ganzen nichts.

00:18:51: Man hat irgendwie, es ist gut, dass wir eine Sprache finden als Branche, die bekannt ist, dass wir quasi mit der altbekannten Sprache das gut verpacken können.

00:18:58: Was ist so deine Strategie, wie man, wo du denkst, wie sollte der Siegubereich aktuell kommunizieren?

00:19:06: Also wichtig ist es mir einmal und es ist glaube ich ganz wichtig, dass wir das an der Stelle sagen, es geht nicht um irgendeine Revolution, die wir jetzt ansätteln und wir finden das System scheiße und sonst irgendwas, was die meisten Social Entrepreneurs machen, das ja aus einer ganz vielen Gründen, aus einer betroffenen Perspektive.

00:19:19: Das heißt, ich nehme als Beispiel in Durkmaler Remus, im Gründer von Autikon bei Samson, wo der Autismus diagnostiziert, dann ist er zu diesen Selbsthilfe treffen gegangen und hat festgestellt, ey, das sind so ultraklevere Menschen, Die haben halt einen Defizit, dass sie mit den anderen Menschen nicht ganz so gut interagieren können.

00:19:35: Und dafür haben die aber krasse Stärken, wenn sie sich einen Code anschauen können, die Sachen rausfüllen, dann können Sachen ganz anders strukturieren, Zusammenhänge feststellen, beim Klimathema Greta hatte das ja.

00:19:47: Und da ein Stück weit zu sagen, hey, wie müsste das eigentlich sein?

00:19:50: Ganz viele fangen dann an, klein das System zu reparieren.

00:19:54: Das heißt, er hat dann dafür gesorgt mit Autikon, dass die Stärken von Autistinnen und Autisten dass sie den quasi nutzen konnten und hat man für im Endeffekt eine Art Schnittsternorganisation gegründet, wo er Autisten angestellt hat, diesen Unternehmen gegangen, haben die IT-Probleme gelöst.

00:20:10: Das Ding ist so, dass Richard Branson, also auch klassische Start-up-Leute mit reingegangen sind, ein großer gesellschaftlicher Mehrwert, ökonomischer Mehrwert drin ist und vor allem das Soziale für die Menschen.

00:20:18: Also viele fangen und arbeiten in solchen Bereichen, dass sie einfach systemische Probleme beheben.

00:20:24: Und das heißt ja nicht, dass ich jetzt oft, wenn wir über Systeme reden, wird ganz oft diese ideologische Schublade aufgemacht.

00:20:30: Das ist falsch.

00:20:33: Trotzdem ist es, dass viele angefangen haben, diese kleinen Probleme zu lösen und auf diesem Weg gemerkt haben, hey, wir müssen eigentlich viel größere Probleme lösen, wenn wir die großen Herausforderungen unserer Zeit im Griff bekommen wollen, wenn wir Themen anschauen, wie das Überschreiten planetarer Grenzen, und das ist ja auch nicht ein links-gümpfersüftes Gutmensch-Themen, sondern das sind wissenschaftliche Themen, die rausgekommen sind.

00:20:52: und selbst das World Economic Forum, was weit weit weg ist, von den Themen Die, die wir da vorantreiben, sagt auch von den zehn größten globalen Herausforderungen in den nächsten zehn Jahren sind fünf ökologische.

00:21:06: Das heißt, wir brauchen hier einen anderen Rahmen.

00:21:09: Und es klappt nur über systemische Veränderungen, weil wir aktuell einen Umfeld haben, das nicht funktioniert.

00:21:15: Und da ist es ganz wichtig, von dem Molo gesagt, das mit der Sprache, Wir müssen da eine andere Sprache zu nehmen.

00:21:20: Und da greife ich mich auch in die eigene Nase.

00:21:22: Das war früher in meiner Altenblase die Dunkelstudierten und die Theoretiker.

00:21:25: Das waren für mich die Leute, die Jobs in einem Scheib durchgemacht haben und einen auf Erklärbär machen.

00:21:32: Und echte Arbeit ist es, wenn du auf den Acker gehst oder in den Stall gehst und da anständig was machst.

00:21:38: Solche Menschen erreichen wir mit der verkopften Social Innovation gesellschaftliche Transformationsprozesse, erreichst du da niemanden und holst niemanden her, sondern es geht um Probleme zu lösen, besser das Miteinander zu schaffen.

00:21:48: Und ich glaube, es hat keiner auf diese Zerfallprojektprozesse in der Gesellschaft Bock.

00:21:53: Es hat keiner Bock auf dieses, eigentlich hassen wir uns und ist alles nur noch Scheiße, sondern die Leute suchen wir wieder nach Hoffnung, nach einer Perspektive.

00:22:00: Und das ist ein Stück weit das, was die Menschen in dem Sektor machen.

00:22:03: Und ich bin auch ganz gut mit meiner alten Blase für Netz.

00:22:05: Einmal mit dieser klassischen Wirtschaftsblase, einmal mit dieser Landwirtschaftsblase.

00:22:09: Viele meiner Freunde haben keine akademische Laufbahn gemacht.

00:22:14: Und das sehe ich, dass ich krass privilegiert bin, weil ich immer mit den Menschen zusammen bin, die schon die Antworten haben.

00:22:19: Das ist alles nur klein.

00:22:21: Und auch da können wir wieder in die industrielle Revolution zurückgehen.

00:22:24: Auch damals war so, dass die sozialen Innovationen in einer zeitgroßer gesellschaftlicher Spannung ganz klein waren.

00:22:28: Und so heute das Sozialversicherungssystem, das waren am Anfang Gesellenvereine.

00:22:32: Und dann hat damals Bismarck mit dieser ganzen Reform die Dinge hochskaliert und hat gesagt, okay, jetzt ist das eine staatliche Sache.

00:22:39: Wie vorankern das in unserem System?

00:22:41: Und haben Sozialversicherungssysteme geschaffen.

00:22:43: Das heißt, die Sachen waren vorher im Kleinen da, sind größer geworden.

00:22:46: Und ich glaube, alles was kommt, wird noch mehr Frust erzeugen.

00:22:52: Am Anfang wird es Wut erzeugen.

00:22:54: Aber schaffen wir es dann, diese Frustration in was Positives zu kanalisieren und zu sagen, wie kommen wir als Gesellschaft einen Schritt voran?

00:23:01: Oder aber wollen wir in dieser Stufe hängen bleiben?

00:23:04: Und das kann nur ein dunkles Zeitall sein.

00:23:06: Und gerade mit unserer Geschichte sollten wir wissen, dass das zu keinem guten Dingen führt, führen kann.

00:23:13: Hast du bei so was, gerade wenn du erklärst ja viel, also es ist ja vorhin auch gesagt, du bist der, der kommt und sagt Leute es müsste hier und es müsste könnte.

00:23:21: oder wie hast du gesagt?

00:23:22: Ich sag die anderen sagen man müsste es heute könnte und ich liebe es dann wenn so was da ist, also nicht ich überlege mir Ideen, sondern die sind schon ganz viel da.

00:23:30: Du machst das praktisch, du schiebst Anhilfs anzuschieben.

00:23:33: Genau, wie und vor allem mittlerweile immer Ökosystemsachen.

00:23:37: Also ich Sehen meine Rolle darin, wie schaffen wir das Ökosysteme besser funktionieren, dass wir besser zusammen ineinandergreifen, die unterschiedlichen Sachen und dass die Sachen vorangehen.

00:23:45: Und gerade für die Arbeit haben wir viel zu wenig Ressourcen, das bräuchten wir als Gesellschaft auf einem ganz anderen Level, damit wir diese Umbruchprozesse eigentlich wirklich zum Wohle der Menschen und die Menschen mit mir im Begeistern für das Neue, das klappt.

00:24:00: so wie wir das gerade machen, klappt es nicht.

00:24:02: Aber ich denke, dass genau dadurch viel mehr Potenzial kommt, auch Das heißt, radikal heißt dann oft, wo die Leute Radikalisierung, aber wenn ich sage, ursachenorientiert, Dinge anzugehen und zu sagen, hey, was ist eigentlich der Gründer hinter?

00:24:17: Damit wir jetzt so eine krasse Vermögensundleichheit auch in diesem Land haben, die ja historisch ist, die wir so in ganz wenigen Momenten der Geschichte hatten, Absolutismus oder nach der industriellen Revolution, wo wir damals Menschen als der Kapitalismus hatten und dann ja auch extreme Gegenströmungen waren und dass wir die Dinge benennen und dass wir sagen, okay, als Gesellschaft, was muss passieren, damit es weitergeht.

00:24:38: und damit wir gemeinsam in eine bessere Zeit kommen, ein besseres Miteinander wiederkommen.

00:24:45: Du hast so systemische Veränderungen angesprochen.

00:24:49: Ich finde, wenn wir über Lösungen reden, ist ein Punkt, der immer kommt, den wir halt sehr Deutschlands spezifisch haben, ist der Föderalismus.

00:24:58: Haben wir dann eigentlich, haben wir überhaupt einen Status quo in Deutschland für SIGU oder haben wir eigentlich Sechzehn?

00:25:09: Ich glaube, es ist im Werden.

00:25:10: Also wir sehen allein, wenn ich allein die Begrifflichkeiten nehme, es waren als Sozialunternehmen, dann man Social Entrepreneurs, dann wurden es gemeinorientierte Unternehmen, jetzt sind es soziale Unternehmen.

00:25:23: Und da ist es auch wieder, wo ich sage, jetzt das soziale Wort ärgert mich ein bisschen, weil es geht um gesellschaftliche Innovationen.

00:25:29: Wir verschieben es dann immer in die klassische, das ist jetzt Sozialwirtschaft.

00:25:35: Das sind Akteure unterwegs, aber soziale Innovationen entstehen in allen Bereichen und vor allem übergreifen.

00:25:39: Also das haben wir jetzt auch bei der Veranstaltung, wo wir so ein bisschen, muss ich die Leute aufgestellt haben, ja auch gesehen, dass quasi die einen eher am Markt orientiert sind, die anderen eher an der Zivilgesellschaft, ganz ganz viel irgendwo dazwischen.

00:25:53: Das heißt, es ist nicht einfach zu sagen, wir nehmen jetzt die alten Schubladen und stecken das da rein.

00:25:58: Wie weit wird das überwunden, weil die Akteure in den Bereit sind auch ein bisschen außerhalb der Schubladen zu denken?

00:26:03: Ich liebe es, wenn wir so eine Frage diskutieren, wenn wir einfach zehn Jahre zurückgehen.

00:26:06: Und dann ist es so, dass es fast kein Bundesland oder nur ganz kleine Pilotprojekte oder kleinere Sachen gegeben hat.

00:26:14: Und wir sehen eine krasse Entwicklung.

00:26:16: Und es ist natürlich jetzt erst klar, dass man sich irgendwo einordnen muss.

00:26:19: Das heißt, wenn du dir jetzt anschaust, die Zuständigkeiten in einzelnen Bundesländern, in einem Bundesland, ist es im Wirtschaftsressort angesiedelt.

00:26:26: Im anderen ist es im Sozialressort.

00:26:29: Dann gibt es eins, wo es eher so ein Innovationsthema ist, also eine eigene Innovationsabteilung Senat haben.

00:26:38: Und im nächsten ist es quasi als Querschnittsthema bei der Landesministerin angehängt.

00:26:47: Also wo du sagst, es ist über anders angehängt und dementsprechend ja ganz anders.

00:26:51: von dem, wo die Schwerpunkte gesetzt werden.

00:26:53: Das heißt, da, wo es im Soziales so angesiedelt ist, natürlich werden die die soziale in den Vordergrund stellen bei anderen, dann eher ist wirtschaftliche.

00:26:59: Und mit dem Verständnis kommen dann die Leute rein und sind manchmal auch verwundert.

00:27:02: Hey, warum sitzen da die anderen Leute da?

00:27:05: Und das gehört auch eigentlich zu uns oder das gehört eigentlich gehört es gar nicht zu uns, sondern zu denen.

00:27:08: Das müsste bei uns auch übergeschoben werden.

00:27:10: oder dieses bessere Miteinander.

00:27:12: Also das war gestern auch auf einer Veranstaltungthema, wo Leute dann quasi nochmal gesagt haben, Wir sehen das Potenzial und dann haben wir dieses Partner-Ministerium, sag ich jetzt mal, und auch das, dass die Ministerien isolierte Silos sind, wo die dann sagen, das gehört zu uns auf jeden Fall nicht.

00:27:31: Und dann extra Abgrenzungssachen haben, weil dieses Siloübergreifende Zusammenarbeiten in der Verwaltung oft noch weniger üblich ist, als wie in anderen Sektoren, in anderen Bereichen.

00:27:44: Und das ist, glaube ich, ein Stück weit die Herausforderung, wie schaffen wir das, dass wir uns ehrlich machen.

00:27:48: Und ich fand es ganz spannend, weil Auf der Bundesebene hat in der letzten Legislaturperiode gab es so eine Ressortrunde, wo aus allen Ministerien Akteure mit dabei waren, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, zusammengekommen sind und das dann quasi der Spiegel eigentlich die Realität erwidert, dass soziale Innovationen in allen Bereichen da sind.

00:28:04: und wie schaffen wir es.

00:28:06: dann auch Bereichsübergreifend, Referatsübergreifend, Ministeriumsübergreifend zu arbeiten.

00:28:11: Und die SIGU-Plattform war eigentlich ein schönes Beispiel, wo wir ja auch gesehen haben, die Ampel, die ja in erster Linie nach außen Bild gezeichnet hat von Konflikten und Zoff.

00:28:19: Und bei dem Thema soziale Innovation, gemeinworientierte Unternehmen, haben die sich zusammengetan, haben gemeinsam das Plattformprojekt vorangebracht, haben gemeinsam eine Strategie entwickelt, haben gemeinsam Maßnahmen umgesetzt.

00:28:30: Und das war ein krasses Miteinander.

00:28:33: Und wenn man sich auch die Persönlichkeiten anschaut, also auf Minister-Ebene, auf Staatssekretärs-Ebene, wo das man auch ganz unterschiedliche Leute und trotzdem sagen, sehr Antworten, Lösungen sind wichtig.

00:28:43: Und das ist das, was ich auf dem Weg auch immer wieder erlebt habe, dass Menschen sobald sie anfangen, sich mit dem, worum geht es eigentlich, in der jeweiligen Sprache, also das ist jetzt wieder, natürlich müssen wir die Sachen prägen, aber wenn ich mich damit auseinandersetze, was passiert, dann will das jeder haben.

00:28:59: Und es war auch immer ein parteiübergreifender Konsens bisher.

00:29:02: Das heißt, bis vor Kurzem haben alle Parteien im Bundestag einen Antrag zur sozialen Innovation, Social Entrepreneurship eingebracht, haben quasi da Dinge mit angeschoben und selbst die AfD hat nicht dagegen gestimmt bei dem Antrag der letzten Koalition, sondern hat sich enthalten.

00:29:21: Das heißt, es gibt ein Thema, das alle irgendwo eint oder wo man zumindest nichts dagegen sagen kann.

00:29:27: Und das ist halt, wenn wir Lösungen auf die Straße setzen und Lösungen voranbringen.

00:29:31: Ja,

00:29:33: das ist die Wächse gerade der Regierung angesprochen.

00:29:37: Jetzt sind wir der neuen Regierung.

00:29:39: Ich glaube, ich bekomme mit, es wird viel noch im Hintergrund geschaut oder es wird viel noch geguckt.

00:29:44: Was ist jetzt eigentlich der Status, der Politik?

00:29:47: Wie gehen jetzt Lösungen weiter?

00:29:48: Ich weiß nicht einschätzen, wie weit das auch normal ist.

00:29:50: Das Ding auch einfach so lange brauchen, bis manche Fragen dann geklärt sind in so neuen Legislaturperioden.

00:29:57: Du bist und ihr seid ja nahe an der Politik, hängt ja an der Politik finanzieren, hängt an der Politik bei euch an der Bundespolitik.

00:30:02: Wenn du jetzt das Abschlussfrage auch jemand dich fragt, wie geht es den Sieg in Deutschland, was würdest du sagen, ist so gerade der Stand von Sieg in Deutschland.

00:30:13: Ich finde es wichtig, dass wir das immer einordnen, wie es in anderen Ländern aussieht.

00:30:17: Es gab so ein Studio, The Best Country to be a Social Entrepreneur.

00:30:21: Da war Deutschland lange Zeit abgeschlagen, vor allem wenn es darum geht, dass die Politik mitgewirkt hat.

00:30:26: Das hat sich in der letzten Legislatur, in den letzten beiden Legislaturperioden sowohl in der GroKo als auch unter der Ampel verändert.

00:30:32: Und jetzt gerade sind wir in der Rückwärtsbewegung.

00:30:33: Aber wir sind ja im Austausch auch mit internationalen Netzwerken.

00:30:36: Wir sind gerade überall eine Rückwärtsbewegung.

00:30:39: Also gesellschaftlich ist es dann so, wenn sich Dinge verändern, sind ja die Leute, die nah am Machtsystem sind.

00:30:44: Und das sind wir nicht.

00:30:45: Wir verkaufen Lösungen und Antworten für die Zukunft, aber diejenigen, die die meisten Kohle haben, die die meisten Ressourcen haben, um Lobbyarbeit zu machen, um Parlamentarierinnen, die sich aufstellen und wählen lassen wollen, auch mit dem nötigen Kleingeld auszustatten, weil so eine Bundestagswahl kostet ja auch Geld.

00:31:01: Das heißt, sie müssen vorher auch Fundraising machen.

00:31:03: Da redet kaum jemand drüber.

00:31:04: Das heißt, es sind Leute da, die gerade viel Geld dafür ausgeben, dass die Sachen so bleiben, wie sie sind, damit ihre alten überholten Geschäftsmodelle weiterlaufen können, damit bestimmte Privilegien erhalten bleiben.

00:31:14: und wo wir die Sachen sehen.

00:31:15: Und deswegen sehe ich trotzdem und erlebe gerade auch an den Schnittstellen zu unterschiedlichen Organisationen, wo wir sehen, aus Parteien, aus Ministerien, aus klassischer Wirtschaftsorganisationen, Stiftungen.

00:31:30: Menschen mit großen Privilegien, also jetzt gerade haben wir in Deutschland hier eine Erbschaftswelle, wo dann sagen, eigentlich habe ich das nicht verdient, der Staat macht nichts, um mehr Gerechtigkeit zu schaffen.

00:31:39: Also engagiere ich mich selber, setze mich ein, wo wir gerade sehen, dass immer mehr Menschen sich auf dem Weg machen.

00:31:44: Und es ist anstrengend und es wird auch anstrengend bleiben, es wird vor allem All diese Veränderungen, die jetzt kommen, durch das, dass wir das so lange nicht angegangen sind.

00:31:52: Also wichtig ist, dass die Dinge eskalieren hat, viel damit zu tun, dass wir soziale, gesellschaftliche Innovationen nicht mit vorangebracht haben und nicht unterstützt haben, wird es die nächsten Jahre noch anstrengender.

00:32:03: Und gleichzeitig sehe ich aber, wie die Organisationen im Sektor in mehr Zusammenarbeit nicht nur interessiert sind, sondern Dinge gemeinsam auf den Weg bringen, Dinge konsolidieren.

00:32:13: Und das ist das, was mir Hoffnung macht, weil manchmal ist dieser Druck von außen gar nicht verkehrt, um zu sagen, hey, was ist eigentlich das, was wirklich wichtig ist, welche Sachen sind das, wo wir uns gemeinsam drauf fokussieren, die wir gemeinsam voranbringen, um nächste Schritte gehen zu können.

00:32:45: Dann schreib einen Mail an beratung.sigusa.de.

00:32:48: Wir unterstützen dich gerne und kostenlos.

00:32:50: Wenn du mehr über Sigusa wissen willst, schau doch mal auf Sigusa.de vorbei oder folge Sigunetzwerksachsen-Anhalt bei Instagram bzw.

00:32:59: Sigusa bei LinkedIn.

00:33:01: Ich hoffe, das Gespräch hat dir gefallen.

00:33:04: Bis zum nächsten Mal, bei Sigusa redet mit.

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