SIGUSA redet mit Anouk Kinzel und Tobias Kuster Teil 1

Shownotes

Tobias Kuster berichtet von der Arbeit der Lebenshilfe Ostfalen gGmbH. Im Gespräch mit Jan Wagener und Anouk Kinzel geht es um den USP von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM), Wirkungsmessung und die Frage, wo Ostfalen eigentlich liegt.

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00:00:00: Wie funktionieren eigentlich behinderten Werkstätten?

00:00:03: Was stellen sie her und wie konkurrenzfähig sind Sie?

00:00:06: Darüber und mehr spricht Jan Wagner in dieser Folge mit Anu Kinseln und Tobias Kuster.

00:00:11: Viel Freude beim Zuhören!

00:00:13: Ja, Anug, Tobias, schön dass ihr hier seid.

00:00:16: Ich würde sagen wir fangen mal mit dir an Anug.

00:00:18: Stelle dich gerne mal vor und erzähl uns mal was wir über dich wissen sollten.

00:00:22: Gerne, danke Jan.

00:00:24: Ja, ich bin Anno Kinsel.

00:00:26: Ich arbeite seit einem Jahr für das Enterprise Europe Network in Sachsen-Anhalt und bin total froh Unternehmen in Sachsens Anhalt dabei zu unterstützen sich zu internationalisieren.

00:00:42: Und Tobias, möchtest du mal erzählen wer Du bist oder was Du machst?

00:00:46: Okay Mein Name ist Tobias Kuster.

00:00:49: Ich bin gelernte Augebauer und der Liebe nach bin ich nach Magdeburg gekommen über den zweiten Umweg noch zur Lebenshilfe aus Fahrein und dort habe ich mehrere Jahre als Gruppenleiter gearbeitet im Zürich-Binderten Bereich.

00:01:07: Und bin dann im Jahr zwei Tausendsechzehn Koordinator Produktion geworden, kümmer mich an das an vier Standorten alle zwei Hundert Achtzig Beschäftigte mit einem Kollegen zusammen noch ab aller Arbeit haben in den behinderten Werkstätten.

00:01:25: Und was sicher das erste mir aufgefallen ist, als ich gelesen habe von der Lebenshilfe Ostfalen.

00:01:31: Ich muss jetzt mal Ostfallen!

00:01:33: Was ist Ostfahlen?

00:01:34: Jetzt mal googelt, es gibt Ostfali nicht irgendwie ein neu ausgedachter Begriff sondern es gibt ihn noch im Gegensatz zu Westfalen sozusagen im Kontrast dazu.

00:01:46: Könnt ihr mir erzählen, was Ostfalen sozusagen ausmacht?

00:01:49: Welcher Bereich ist Ostfaling?

00:01:50: vielleicht erstmal geografisch anugweilig.

00:01:52: Kannst du das sagen?

00:01:54: Nein ich komme ursprünglich aus NRW.

00:01:56: Ich kannte Ostfahlen auch nicht bis ich die Lebenshilfe in Ostfallen kennengelernt habe.

00:02:01: also Tobias, ich glaube dass es dein Thema

00:02:04: mein Thema gut Ursprüngliche komme ich auch nicht aus Magdeburg wie ausgesagt aus Berlin.

00:02:09: aber unser Chef als er unsere Firma gegründet hat also die Lebenshöfe aus Fallen hat sich Gedanken gemacht, na wie nennen wir sie?

00:02:16: und hat dann auf die Karte geguckt.

00:02:17: Und es gab ein Westfaden und früher gabs auch Ostfaden.

00:02:20: Ja?

00:02:21: So ist dieser Name entstanden.

00:02:23: also... Es ist regional gesehen dass das den ganzen Bezug hat.

00:02:27: Ein bisschen westlich von Magdeburg bis rein nach Niedersachsen glaube ich noch ne so ein bisschen noch.

00:02:32: oder wie weit?

00:02:34: Wie weit geht eure Arbeit?

00:02:35: so als es

00:02:35: geht?

00:02:35: Das sind Seehausen, also dieses Bördel In die Börde hinein, Seehausen, Bildstringen, Heidensleben und unser Hauptstandort ist in Hunnesburg.

00:02:44: Ja wie weit aber auch Niedersachsen noch mit dazu?

00:02:47: Das ist nur der Sachsanhalt.

00:02:49: Es

00:02:49: ist nur unser Kreis ist halt so.

00:02:52: Spannend!

00:02:53: Du hast schon gesagt du bist in NRW aufgewachsen also Westfalen.

00:02:57: das heißt in Westfahlen kennt man aber auch Ostfalen bei Köln glaube ich in Kölner oder wo aufgewachsen?

00:03:02: Ursprünglich komme ich aus der Eifel.

00:03:04: Ich habe mein Bachelor-Studium dann in Magdeburg gemacht, durch Zufall.

00:03:08: Hab die Stadt aber so kennengelernt und bin dann wieder zurück nach Köln gegangen... ...und dreieinhalb Jahre später hat es mich dann wieder... ...zurück nach Magdeburg verschlagen.

00:03:19: Und jetzt ist Magdeborg definitiv meine Wahlheimat!

00:03:22: Ich lebe hier sehr glücklich, sehr zufrieden und werde auch erstmal nicht

00:03:26: weggehen.".

00:03:32: die Region menschlich war, was sollte man so vom Schlagmensch?

00:03:36: Was sollte man wissen über die Regionen, sagen wir mal, Börde Ostfalen im Groben oder auch Magdeburg.

00:03:44: Ja ich bin mir nicht sicher ob man vorher etwas wissen sollte weil viele Leute begegnen an Sachsen-Anhaltanias her voreingenommen.

00:03:54: wenn ich dann mit Freunden aus Köln über meine neue Heimat spreche Dann kriege ich dann ganz oft Klischees zu hören, von denen bestimmt auch einige gar nicht so weit hergeholt sind.

00:04:05: Aber vor allem habe ich die Menschen in Magdeburg und Sachsen-Anhalt auch regelmäßig überrascht.

00:04:10: Also das ist total schön!

00:04:12: Ich lerne total diverse vielfältige Menschen kennen mit verschiedenen Lebensentwürfen und Plänen und Unternehmen, die sie durchführen.

00:04:21: Also Projekte... Unternehmen, Institutionen.

00:04:24: Es ist alles wirklich sehr breit aufgestellt und auch super inspirierend.

00:04:30: Und die Menschen hier sind sehr ehrlich.

00:04:33: also das ist wirklich deswegen auch sehr unterschiedlich wie die Leute einbegegnen.

00:04:38: ich empfinde es durchweg als positiv und würde deswegen sagen man sollte wissen dass man aufgeschlossen sein sollte.

00:04:46: Ich finde es schön dass du ehrlich sagst weil ich die gleich Beobachtung hatte dass immer wenn ich merke so warum Fällt es mir manchmal schwer zum Beispiel im reinen Ruhrgebiet irgendwie so anzudocken, wenn ich da bin.

00:04:57: Weil ich das Gefühl habe die Leute da sind sehr direkt und hier sind sie sehr ehrlich und das wirkt manchmal sehr nahe und manchmal ist mancherhin sich das auch sehr getrennt und kann dann auch sehr claschen.

00:05:06: Ich war mal mit einer Gruppe aus der Gegend sozusagen für einen Wochenende in Köln und man merkte es knürschte sehr, ist Tradikulturen trafen aufeinander.

00:05:15: Ich hab nachher darüber nachgedacht warum und ich bin auch zu dem Schluss gekommen.

00:05:19: Das ist der Unterschied zwischen direkt und ehrlich und spannend, dass du es auch so benennst.

00:05:24: Wie geht's dir damit?

00:05:26: Berlin ja auch eher bekannt für den direkten Berliner Art.

00:05:31: Funktioniert das gut mit der Region oder ist das... wie ist da der Übergang?

00:05:36: Ja also Berlin sehr direkt!

00:05:38: Also muss man wirklich sagen, da kriegt man schon alles um die Ohren gehauen.

00:05:43: aber es hat mir eine gewisse Zeit gebraucht bis ich in Magdeburg angekommen bin.

00:05:49: Aber wenn man sie knackt hat Dann ist das super.

00:05:53: Mit dieser ehrlichen, offenen Art ist es sehr angenehm.

00:05:57: Ehrlichkeit trifft auf Offenheit und das war total schön auch in unserer Kirchgemeinde und wo man unterwegs ist.

00:06:03: Also hat man gut einen Anschluss gefunden wenn man mit ihm warm geworden ist.

00:06:07: also das hatten wir ein bisschen gebraucht.

00:06:09: Ja ja also das kenne ich auch.

00:06:12: dieses Knacken und dann eine Beziehung herstellen Das fühlt sich total gut an wenn man dann wirklich ankommt im Stadtviertel ... im Hobby auf der Arbeit.

00:06:23: Das ist schon sehr angenehm hier.

00:06:26: Du hast schon die Klischees oder die fällt manchmal negativen Bilder angesprochen, Anouk?

00:06:32: Die eine Sache, die ich auch mal wieder wahrnehme so dieses wirtschaftliche Thema das halt Wirtschaft hier auch manchmal.

00:06:37: also wir sind wirtschaftlich manche haben sich schlechter aufgestellt oder schwächer aufgestellt als zum Beispiel in der Wehe oder im Süden Deutschlands.

00:06:46: Aber ich glaube, es ist auch eine andere Art anzugehen.

00:06:48: Es ist auch ein anderer Art manchmal das Gefühl über Wirtschaften nachzudenken.

00:06:51: Könntest du das bestätigen?

00:06:54: Dass so der Stellenwert von Wirtschaft und von Arbeit auch eine Andere hier ist?

00:07:00: Oh!

00:07:00: Das kann ich überhaupt nicht einschätzen weil ich habe den Job, den ich hier mache in NRW nicht gemacht.

00:07:06: Deswegen weiß ich nicht was die Kollegen vom Enterprise Europe Network mit ihren Klienten zu berichten haben.

00:07:17: Nee, ich kann das nicht vergleichen.

00:07:19: Wie geht's dir damit?

00:07:20: Hast du manchmal das Gefühl so wie wir hier in Sachsen-Anhalt manchmal Arbeit oder auf dem Land auch Arbeit irgendwie sehen ist dann doch was anderes als die schaffe schaffe Häusle bauen Mentalität zum Beispiel oder so.

00:07:32: Oder hast du das Gefühl dass es eigentlich am Ende doch eine sehr individuelle Sache?

00:07:36: Ich denke immer individuell.

00:07:38: also man kann jetzt nicht so festlegen da geht etwas da geht was nichts und ich finde schon Wenn man sich viel Mühe gibt, kann man auch viel erreichen.

00:07:47: Also... Man muss halt auf die Leute zugehen und in die Firmen reingehen.

00:07:51: Man muss gucken, dass man auch etwas neue Arbeit bekommt und mit denen sie Sprich kommen.

00:07:57: Und wenn man ein bisschen knackt hat, dann kommt man aber auch an den Themen hinein und wäre noch offen für Arbeit und für neue Gedanken.

00:08:07: Arbeit ist das Stichwort?

00:08:09: Wir können auch über die gesamte Lebenshilfe, könnte man wahrscheinlich noch ein ganzer Podcast Reihe machen.

00:08:14: Aber wir wollen ja heute mal konkret auch so auf eure Werkstatt schauen eine Werkstätte für Menschen Behinderung oder vier Werkstätten für Menschen mit Behinderungen.

00:08:24: Kannst du dazu für Menschen, die vielleicht entweder nur das nur von außen davon gehört haben?

00:08:28: Ja, sowas gibt es oder Menschen, der noch nie davon gehört habe kannst du erklären wie funktioniert diese Arbeit?

00:08:33: was ist eure Arbeit da was was macht ihr?

00:08:36: Okay, also immer vielleicht grundsätzlich anfangen ist unser Auftrag im sozialgesetzbuch festgeschrieben.

00:08:41: Sozialgesetzbuch neun steht drin dass wir teilhabe am arbeitsleben die man hat menschen anbieten sollen und dürfen dürfen.

00:08:50: Und dies diese diese Arbeit verrichten wir und dafür bekommen wir vom landgeld einen fliegesissen pflegersatz Wo die löhne von den mitarbeitern von den gruppenleitern und bezahlt werden und Wir ermöglichen es ihnen in den Werkstätten, dass sie halt bei uns arbeiten können.

00:09:09: Und wir erwirtschaften dann halt auch Gelder.

00:09:15: Was wenn wir mit den Firmen zusammenarbeiten?

00:09:17: Automobilindustrie... Also was wir alles machen mit Schlosserei, Tischlerei, Näherei.

00:09:22: Sie haben ganz viele breite Spektrum und da erwirtschaftet man natürlich etwas.

00:09:27: Das Geld zahlen wir unseren Behindertenbeschäftigten als Löhne aus Und wir sind natürlich eine GGMBH, dürfen also keine Gewinne machen.

00:09:37: Maximal dass man durch eine Krise kommt vielleicht ein bisschen was mal zurücklegen aber das ist auch sehr sehr eingeschränkt und am Ende was übrig bleibt zahlen wir unseren Beschäftigten auch als Sonderzahlung wieder aus.

00:09:48: Wie breit geht das Spektrum da?

00:09:50: Es ist ja wahrscheinlich ein Thema.

00:09:51: ich weiß nicht ob es nur auf Deutschland beschränkt.

00:09:53: oder ist es ein weltweites Konzept oder ein europa weitest Europa

00:09:58: weitest auf jeden Fall.

00:09:59: Also in Frankreich gibt es gibt es auch behinderte Werkstätten.

00:10:05: Wie weit geht das die Breite?

00:10:06: Habt ihr schon mal angeboten auf Werkstättensstoß, wo du dachtest ach krass ja das kann man natürlich auch irgendwie in dem Konzept fahren oder ist das einigermaßen so begrenzt von dem was da umgesetzt wird an Dienstleistungen?

00:10:18: Also oftmals ist das Denken so da dass wir Besenschilie gemacht werden oder irgendwie ganz simple arbeiten aber sind machen auch sehr, sehr wertvolle Arbeit.

00:10:29: Auch für Automobilindustrie zum Beispiel dass dort Gelenke mit Dichtung versehen werden oder sehr spezielle Sachen die man jetzt nicht unbedingt in einer Bindertenwerkstatt vermuten würde das man gerade Automobil Industrie stellt auch sehr hohe Ansprüche.

00:10:44: also da muss man schon sehr genau arbeiten und sehr exakt dass es dann auch alles funktioniert und kommt ja dann auch so den Kreisdorf hinein.

00:10:52: wir bauen noch Bürokontäner Firmen direkt und die werden auf der Internetplattform direkt vermarktet.

00:11:03: Die kommen nicht mehr, werden nicht mehr kontrolliert sondern gehen direkt zum Kunden und auch da müssen wir ganz hundert Prozent Qualität liefern.

00:11:13: Testo-Zertifizierungsthemen sind bei euch genauso über jedem anderen Unternehmen am Ende.

00:11:17: Am Ende kommt ein Produkt raus das muss bestimmte Anforderungen erfüllen.

00:11:20: Genau.

00:11:20: Das

00:11:21: ganze haben wir die Anforderung von ISO-IX Und die erfüllen wir heute auch mit einem QM und einen drum und dran.

00:11:33: Du hast diese Finanzierung angesprochen, dass das irgendwie so eine Misch-Kalkulation ist?

00:11:39: Ist das manchmal ein Thema wenn man so mit anderen Unternehmen spricht, dass sie irgendwie da Konkurrenz irgendwie da neid haben oder ist es gar keine Konkurrents.

00:11:47: oder wie funktioniert also die Zusammenarbeit mit der Branche?

00:11:50: sagen wir mal so jetzt wenn du in Schlosserei Betrieb irgendwie bist oder ihr seid... Da gibt's ja wahrscheinlich auch eine ganze... breite Branche, in der man dann agiert.

00:11:59: Seid ihr da einfach nur ein weiteres Unternehmen oder ist das schon irgendwie ein Diskussionsthema?

00:12:04: Manchmal kommt die Diskussion vielleicht ein bisschen auf aber eigentlich sind wir nur Nischen-Arbeiter.

00:12:09: also wir suchen uns eine Nische, die halt die Industrie oder nicht abbilden können.

00:12:15: und genau da kommen wir ins Spiel dass wir vielleicht auch ne Arbeit anbieten, die vielleicht aus Sicht von anderen Firmen zu problich ist, dass wir kleinere Sachen machen.

00:12:29: Wo wir unsere Arbeit anbieten, dass vielleicht höher qualifizierte Menschen die Mitarbeiter von den Firmen das entlastet werden und da sehen wir uns als Nische.

00:12:41: Dass wir sie eher unterstützen, dass die höher Qualifizierten ihre eigentlichen Arbeit machen können.

00:12:47: Wie geht es dir genug?

00:12:49: Als mein natürlich als Mitarbeiterin aber auch vielleicht auch Sonst ein Mensch, der ja irgendwie privat leben auch unter den Wegskdienstleistungen Menschen zu tun hat und so.

00:12:59: Hast du ja schon dabei gehabt dass du manchmal überlegst wie könnte ich probieren?

00:13:03: Wie könnte ich die eher sozusagen weiter empfehlen als ein herkömmliches Unternehmen?

00:13:06: das ist ja wahrscheinlich schon eine Abwägung.

00:13:08: dann wenn man sagt man kennt die man sagt es finde ich eine gute Arbeit die möchte unterstützen dass man dann irgendwie anders drüber nachdenken also immer weiß oder gibt's halt einen Schlossereibetrieb?

00:13:19: Darüber habe ich noch nie nachgedacht.

00:13:22: Deswegen denke ich mal, dass es eine sehr gute Frage ist.

00:13:26: Nein!

00:13:27: Also ich hab das nie gehabt, dass ich mehrere Klienten hatte und dann quasi dem einen eine Chance vermitteln konnte oder wollte und dem anderen nicht weil... Das ist ja auch das Schöne an Sachsen-Anhalt.

00:13:40: Es ist alles sehr, sehr nischig.

00:13:42: also die Branchen Die Unternehmen, die sind sehr gut miteinander vernetzt und wissen genau was ihre Anführungszeichen-Konkurrenten tun.

00:13:52: Und grenzen sich ab!

00:13:54: Das heißt meine Klienten kennen ihre Nischen, sagen mir ihren USP... ...und wenn ich dann zum Beispiel einen Kooperationsgesuch aus dem Ausland kriege,... ...dann die Aufgabe habe das ein Unternehmen in Sachsen-Anhalt zu vermitteln,... ...da hab' ich auch meistens nur einen Klient auf den das

00:14:09: zutrifft.".

00:14:11: Und auch so, wenn Leute Unternehmen zu mir kommen und meine Unterstützung möchten und ich lernen die kennen.

00:14:19: Ich sage mal so, ich habe die alle gleich lieb weil sie ja alle spannend sind und alle engagiert... ...und da hab' ich dann auch die Lebenshilfe nicht als Liebling sondern es ist ein Alter ganz toll!

00:14:32: Was ist euer USP würdest du sagen?

00:14:34: Wenn du gesagt hast, jedes Unternehmen hat ja seinen Sonderthema.

00:14:39: Was würdest du sagen, ist so das wenn was ihr euch auf die Fahne schreibt?

00:14:43: Ich denke mal unsere Ausdauer.

00:14:45: Also gerade auch einfache Arbeiten zu machen, wo um normaler Mitarbeiter keine Lust drauf hätte, das kontinuierlich zu machen.

00:14:54: Das lieben nicht alle aber viele lieben das also kontinuerlich immer wieder die Dichtung aufzukleben oder diesen immer wieder wiederkehrende arbeiten zu machen und da haben normale Mitarbeiter geile Lust darauf immer das Gleiche zu machen.

00:15:09: lieben unsere Beschäftigten?

00:15:11: Ist das bei euch ein Unterschied, dass Arbeit was anderes bedeutet.

00:15:14: Dass Arbeit bei euch nicht die Pflicht ist oder weniger vielleicht als anderen Betrieben die Pficht ist, die ich verrichten muss um mein Lohn zu bekommen sondern vielleicht eher eben mit der Tätigkeit auch Beteiligung Kommunikation und sowas zusammenhängt.

00:15:29: Das ist bei euch eine unterschiedliche.

00:15:32: Ja, viele identifizieren sich halt auch mit ihrer Arbeit.

00:15:35: Und es ist halt auch diese Schöne da teilzuhaben zu können.

00:15:38: also ich baue etwas für einen Audi.

00:15:41: Ich weiß wenn der fährt... Da ist ein Teil von mir drin was ich bearbeitet habe.

00:15:45: ja Also dass diese Identifikation damit schon relativ groß und

00:15:50: Das wiederum weil ich jetzt von uns angesprochen hab.

00:15:52: das erinnert mich sehr an meine Verwandtschaft die ich dann vielleicht im Schwabenland habe Die ich kenne wo's dann wirklich mit Stolz noch verbunden ist für ein bestimmtes Unternehmen zu arbeiten Und wo man im Stolz darauf ist, zu sagen ich gehe irgendwie beim Porsche schaffen oder so.

00:16:07: Dass es da einen Unterschied macht was sich dann hier deutlich weniger habe das Leute mit Stolzz verbinden sondern hier ist ja vielleicht eher die Kritik oder das Misstrauen gegenüber großen Konzernen manchmal größer als der Stolzt mit Identifikation sozusagen da ein Teil beizutragen.

00:16:22: Deswegen schön!

00:16:24: Also er Stolze ist denn schon da und es ist auch wichtig dass man ihnen zeigt wofür sie's machen.

00:16:27: also nicht einfach nur stumpf die Arbeit hinzulegen sondern ihnen nachzuzeigen, okay das ist dafür und es wird da benutzt.

00:16:33: Und vielleicht auch mal eine Führung zu machen, da mal hinzufahren und sich das Feuer anzugucken und dann ist das eine ganz andere Motivation als wenn man das nur so stumpf

00:16:41: hinlegt.".

00:16:42: Wie rekrutiert ihr?

00:16:43: oder woran macht ihr fest wie viele Stellen ihr habt?

00:16:46: Sagt ihr einfach ihr habt einen festen Anteil und dann gibt's ne Warteliste.

00:16:49: oder sagt ihr wer kommt und sozusagen den Bedarf hat der kann einfach mit und wir schaffen neue Arbeitsplätze.

00:16:54: oder wie funktioniert das?

00:16:55: Das wird ja wahrscheinlich auch nicht wie beim normalen Unternehmen wo ich laufe.

00:16:59: Also wir sind von der Zahl der Behindertenbeschäftigten abhängig.

00:17:03: Wir haben Schlüsse von ein zu zwölf, also zwölft behinderte Beschäftigte und einen Gruppenleiter.

00:17:09: Und so ist der Schlüssel und je nachdem wie viele Beschäftigkeiten wir haben, je nach dem entsprechend haben wir auch Mitarbeiter noch.

00:17:14: Das heißt bei euch ist sozusagen wenn jemand sagt er sucht einen Platz dann schafft ihr den Platz immer und ihr wachst mit der Nachfrage der Mitarbeitenden?

00:17:24: Genau

00:17:24: das geht doch mal hoch und runter.

00:17:26: Momentan ist gerade wenig ab.

00:17:29: Wir müssen mal gucken, wie viel Beschäftigte wir haben.

00:17:38: Dementsprechend müssen wir auch gucken, dass wir Sozialverträgliche halt auch.

00:17:41: Wodurch kommt dann so ein Abwärztrend?

00:17:43: Es liegt das einfach in der Bevölkerung, die in dem Moment dort einfach geringer ist.

00:17:46: oder es ist ein Zufall oder eine statistische Anomalie?

00:17:48: Oder wie kommt das sozusagen...

00:17:50: Das sind schon ganze Menge Faktoren, die da hineinspielen.

00:17:52: Demografie natürlich auf als können viele jetzt in Rente gegangen Corona hat uns zu schaffen gemacht.

00:17:57: Da sind wir leider, naja ich glaube waren mittlerweile schon zehn Beschäftigte die da verstorben sind als Folge dessen.

00:18:06: Denn ja natürlich ist auch mal eine Fluktuation.

00:18:09: also gerade im psychisch behinderten Bereich passiert es öfter Mal dass auch mal gewechselt wird oder denn aufgehört wird.

00:18:15: auch das passiert Ja und dann sind persönliche Krisen und alles mögliche spielt wirklich sehr sehr viel hinein unten Stückchen stückweit auch die Politik die gerade versuchten bisschen gegen die Werkstätten zu agieren, also gegen die Werkschätten eingestrichen.

00:18:29: Aber ein wenig unseres Leben aus Sparmaßnahmen schwerer zu machen.

00:18:36: Könnt ihr das in irgendeiner Form, ich sage mal, die Wirkungsmessung ist bei uns ein großes Thema, was wir aber SIGUSA viel auch ansprechen?

00:18:42: Also sagen Das eine, das was ihr positiv sozusagen bewirkt über die Wirtschaftskraft hinaus also wo ihr vielleicht auch Kosten erspart weil Menschen bei euch aktiv sind statt irgendwo einsam zu sein.

00:18:53: Wo Menschen in Bewegung sind statt sich nicht zu bewegen, wo Menschen soziale Kontakte haben, die helfen und so etwas.

00:19:00: Also könnt ihr das in irgendeiner Form ins Gewicht bringen?

00:19:03: Könnt Ihr das in einer Form sichtbar machen oder messen oder sowas?

00:19:05: Oder ist das erstmal eigentlich zu komplex für Euch?

00:19:08: Der Paritätische hat das mal sichtbar gemacht.

00:19:11: Das war in den Werkschöpfungen, da kam ein Plus am Ende bei raus und die Wertschöpfung ist halt groß.

00:19:24: Also kann man nicht kleinreden.

00:19:27: Es hatte auch Auswirkungen hin zur Wertschöhfung.

00:19:36: Wohl nicht sparen, wenn man jetzt alle Werkstätten schließen würde.

00:19:40: Nach Modell England oder so.

00:19:41: die sitzen alle bis noch zu Hause rum.

00:19:42: also das ist dann...

00:19:44: Da sind sie geschlossen worden?

00:19:45: Das ist damals passiert genau und die Behindertenbeschäftigten sitzen in größtenteils zuhause und nutzen Sozialleistungen aber am Ende geht die Rechnung nicht auf.

00:19:56: Also das wäre kontraproduktiv.

00:19:59: Wie siehst du das Thema?

00:20:00: Wenn ihr mir sagt als EN wo wir noch erklären was ja das ist.

00:20:03: aber erstmal mit europäischen Blick.

00:20:06: Wie siehst du das Thema am Ausland?

00:20:07: Hast du das Gefühl, dass später auch eine Rolle oder ist eine kleinere Rolle als hier.

00:20:10: Oder hast du da viel damit zu tun mit dem oder bekommst du solche Themen mit?

00:20:17: Es ist nicht mein Schwerpunktbereich tatsächlich.

00:20:20: Das ist ein bisschen schade.

00:20:23: Das könnte ich aber theoretisch herausfinden.

00:20:26: also wir haben innerhalb unseres Netzwerks dieses Thema soziale Wirtschaft auch als eines Schwerpunkthema.

00:20:34: neben Digitalwirtschaft, neben kreativ Wirtschaft, neben energieintensiven Industrien und vielen weiteren gibt es dann halt auch die soziale Wirtschaft.

00:20:46: Und

00:20:46: dort gibt es da einen Kollegen aus der ganzen Welt, die sich über dieses Thema vernetzen und darüber reden wie's läuft in Spanien mit behinderten Werkstätten zum Beispiel oder anderen sozial wirksamen Unternehmen.

00:21:01: Es ist aber nicht mein Schwerpunktthema, man kann leider nicht alles abdecken und deswegen kann ich diese Frage auch nicht ad hoc beantworten.

00:21:09: Okay dann vielen Dank euch für diesen Einblick in eure oder erst mal deine Arbeit vor allem und dann würde ich sagen schauen wir gleich nochmal auf das große Thema Europa und auf das konkrete Beispiel EEN und was ihr dann wie ihr im EEN ein Projekt hattet.

00:21:25: aber erstmal danke so für den Einblick vor allem die behinderten Werkstätten.

00:21:30: Du bist selbst allein oder im Team an einem gemeinwohlorientierten, sozial-innovativen Projekt dran und könntest Unterstützung gebrauchen?

00:21:38: Dann schreib uns eine Mail an beratung.sigusa.de.

00:21:40: Wir helfen dir gerne – kostenlos!

00:21:44: Sigusa ist das Netzwerk für soziale Innovationen und Gemeinwoll orientierte Unternehmen in Sachsen-Anhalt.

00:21:50: Mehr Infos findest du auf sigusa.DE.

00:21:52: Volk uns auch gern auf Instagram und LinkedIn Und hör Dir auch unsere nächste Folge an.

00:21:57: Bis dahin bei Sigusa redet mit.

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