SIGUSA redet mit Helen Hahmann Teil 1
Shownotes
Opas Leben als Hörbuch - Helen Hahmann bietet beim FamilienInterview genau das an. Sie führt Interviews mit Menschen, die ihre Geschichte für die nächste Generation oder sich selbst festhalten möchten. Das muss dabei gar nicht am Ende des Lebens passieren. Stell dir vor, du erzählst jetzt die Geschichte deines Lebens und hörst sie dir in 20 Jahren nochmal an. Wie wäre das?
FamilienInterview
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00:00:00: Da waren Sensationen.
00:00:02: Da gab es zum Beispiel ein Löwenbänder, da war das Trubka-Onkel Trubkaa und da haben wir einen Großvater in der Werkstatt besucht und dann haben wir Onkel Trupkaa rein mit der Beitsche oder mit der weißen Uniform usw.
00:00:17: Und da durfte ich mal die Löwenbeitsche halten.
00:00:21: Die Löwenkabel war abgebrochen, die musste wieder janzig machen werden.
00:00:25: Da wurde dann im Steindohne ...
00:00:41: Hallo und herzlich willkommen bei.
00:00:43: SieGusa redet mit.
00:00:45: Mein Name ist Jan Wagner, ich rede in diesem Podcast mit Menschen über soziale Innovationen, gemeinwohl orientierte Unternehmen und Sachsen-Anhalt Und die Person, die ihr gerade gehört habt ist nicht mein heutiger Gesprächspartner sondern ich rede heute mit Helene Hamann.
00:01:01: Helene hat ein Unternehmen gegründet das heißt Familieninterview und wir reden in der heutigen Folge darüber wie das funktioniert was sie eigentlich anbietet und was das mit dieser wunderbaren Geschichte zu tun hat, die wir gerade gehört haben.
00:01:15: Hallo Helene Ja
00:01:16: hallo Jan
00:01:17: Du hast Musikwissenschaften studiert um bis sogar Doktoren habe ich gesehen, richtig?
00:01:24: Ja.
00:01:24: Ich bin Musiketnologin tatsächlich also noch mal spezialisierter.
00:01:27: Ich hab Musikwissenschaft studiert und habe mich aber ziemlich bald schon auf die Musikethnologie spezialisiert weil wir das große Glück haben in Halle eine Musik Ethnologie-Professor zu haben.
00:01:38: Das habe ich noch bei Professor Gretel Spürökohl studiert.
00:01:41: Inzwischen macht es jemand anderes Aber die war spezializiert auf Südostasien Und das hat eine unheimliche Anziehungskraft auf mich ausgeübt.
00:01:51: Und so habe ich mich vor allem mit außereuropäischer Musik beschäftigt und bin für meine Magisterarbeit damals nach Peru gefahren, und hab Tiertrompeten erforscht in den Anden!
00:02:03: Ich hab gesehen BWL war auch glaube ich dabei, hast du zumindest angegeben auf LinkedIn dass da noch ein Anteil mit dabei war?
00:02:10: Ich hab dann diese Kombi gesehen und dachte okay Musikwissenschaften, Ethnologie... Betriebswirtschaftslehre.
00:02:15: Ich habe gedacht, manchmal gibt es ja so... Manchmal kommen ja Menschen, also jüngere Menschen und fragen, na was hast du denn gemacht?
00:02:21: Was hast Du denn gestudiert und was dafür im Beruf rausgekommen?
00:02:24: Und ich hab das Gefühl häufig sage ich mittlerweile so, naja das fängt dann irgendwo an in der heutigen Zeit oder kommt das irgendwo raus.
00:02:29: und dann habe ich darauf guckt, was Du jetzt anbietest auf Deine Gründung und habe gesehen was Du studiert hast und habe gedacht wow!
00:02:35: Die hat genau das Studiert, was sie jetzt macht.
00:02:39: Du kannst ja gleich mal beschreiben... ...was das Familieninterview ausmacht.
00:02:43: aber dass du das quasi studiert hast, was du daraus machst ist glaube ich eine sehr unwahrscheinlich Biografie, aber total toll!
00:02:52: Vielleicht machen wir mal an der Stelle diesen Sprung und du erklärst einmal was du jetzt aktuell anbietest und dann können wir mal darüber reden wie du auf die Idee gekommen bist.
00:03:00: Was ist denn das Familien-Interview?
00:03:02: Ich würde fast sagen, es ist eine Metamorphose aus meinen Dingen, die mich interessieren.
00:03:06: Also aus diesen Studienrichtungen – das war tatsächlich reines Interesse!
00:03:10: Wir haben da, also ich habe jetzt einen Jahrzehnt angefangen zu studieren und fand da einfach Dinge spannend und hab's auch geschafft, die bis zum Ende mir anzugucken.
00:03:17: Also fand er sogar diese betriebswirtschaftlichen Komponenten auf eine Art interessant weil es eine komplett andere Denke war.
00:03:23: Also ich saß da zum Teil dann erstmal mit juristischen Regelwerken da um zu verstehen wie man internationale Rechnungslegung abwickelt Und fand es aber ganz spannend, diese zwei Welten.
00:03:35: Inzwischen ist es dann so gekommen, dass ich durch die musikethnologischen Momente sehr viel versucht habe Musik selber aufzunehmen.
00:03:42: also der Ohrgedanke und das Ur-Faszinosum für mich an der Musikethnologie ist ja wirklich, dass man zu Leuten hinfährt und sie bittet Musik... Also dass Sie Musik für Dich machen um sie aufzonehmen und zu untersuchen, zu beobachten oder aber einfach festen beiwohnt und das eben dokumentiert, beschreibt und daraus Texte macht.
00:04:02: Und das habe ich viele Jahre gemacht mit diesem riesigen Glück dass wir ein freies Radio in Halle haben nämlich Radio Kuraks wo wir jetzt auch sitzen und diese Aufnahme machen.
00:04:12: die haben halt Sendezeit angeboten.
00:04:14: das heißt ich hab irgendwie seit zwei tausend fünf produziere ich so Musikfeature die sich vor allem mit musik ethnologischen Themen also heißt einfach außer europäischer Musik oder aber zum Teil auch Volksmusik beschäftigen.
00:04:27: Und mein Urinstrument des Arbeiten war tatsächlich immer das Interview.
00:04:32: Also ich bin, was mich am meisten fasziniert hat neben diesem Rausfahren in die Welt und Leute beim Musikieren zu beobachten und sie da bei aufzunehmen, war wirklich auch diese absolute geniale Chance hinzugehen und sagen dass es meine Arbeit und ich würde mich freuen wenn wir uns hinsetzen können und Sie mir erzählen was ich hier machen wie Sie das gelernt haben und was das für eine Rolle in Ihrem Leben spielt.
00:04:53: Und so bin ich tatsächlich, seit ich eigentlich auch das Korax mache als mit einer eigenen Sendung ständig irgendwie dabei Interviews aufzunehmen.
00:05:02: Das ist was ich heute mache nur dass ich es eben nicht so fern ab von allen Dingen tue sondern direkt vor der Haustür, dass sich ja Familienanbiete oder auch also Einzelpersonen ihre Lebenseinerungen mit einem Hörbuch festhalten.
00:05:18: Eine Familie in Erinnerung im Hör Buch festhalten klingt... Auf der einen Seite ist schon sehr konkret, auf der anderen Seite.
00:05:23: Ich glaube wenn ich das jemandem erzählen würde, würde die Person erst mal sagen wie jetzt?
00:05:27: Jetzt muss ich noch ein Buch schreiben... Wie umfangreich ist es denn?
00:05:30: und wie?
00:05:31: also?
00:05:31: die meisten Menschen haben ja nicht, sagen wir die Erinnerung irgendwo schon aufgeschrieben oder so.
00:05:37: Ich weiß mein Großvater hat das dann irgendwann so gemacht zum Ende seines Lebens.
00:05:41: da ist natürlich aber auch viel vorgeprägt durch den Moment und er war auch kein ausgebildeter Literat oder sowas.
00:05:47: entsprechend liest sich das dann auch Und wie kommen die Menschen dahin, dass sie das irgendwie so vorlesbar haben?
00:05:56: Oder liest das jemand anders für die ein oder wie läuft das dann ab.
00:05:59: Also bisher habe ich überwiegend sogar auch nur Gespräche gemacht also gar nicht gelesene Dinge, die wären möglich.
00:06:05: Ich glaube einmal punktuell in einem Workshop hab ich das mal gehabt, dass eine Person mit nem Text kam und das gerne aufnehmen wollte.
00:06:12: aber in der Regel ist es schon so, Also ich vorher mit den Leuten schon länger auch telefoniere und spreche, manchmal sogar auch treffe vorher.
00:06:22: Und wir uns gemeinsam überlegen was wollten ihr eigentlich aufnehmen?
00:06:24: Für wen und welches Format soll es am Ende haben also so ein Gespräch sein was wir jetzt führen?
00:06:31: oder aber ist das wirklich eine Erzählung dass ich eigentlich nur als Werkzeug da bin um zu unterstützen beim erzählen weil die Leute die eben über legen in Hörbuch aufzunehmen wissen schon dass die Stimme des zentrale Momentes also dass sie schon dieses sprechende Element sehr stark haben möchten, also das Erzählende und ja sozusagen die Stimmlage oder auch diese besonderen Worte und Vokabular was man als Mensch ganz individuell benutzt.
00:06:58: Und da geht es eben vor allem um Menschen, die das auch gerne ausleben möchten.
00:07:02: Also gerne wirklich erzählen und nicht so diejenigen sind, die sich an den Schreibtisch setzen und alles aufschreiben.
00:07:08: der große Unterschied dabei ist Es ist natürlich ein schnelleres Format, ein spontaneres.
00:07:13: Es hält also das Radio oder dieses höher Moment, hält den Moment fest.
00:07:18: Das heißt wenn wir zwei zum Beispiel so ein Gespräch aufnehmen würden was ausgesprochen lohnenswert wäre.
00:07:23: Also man denkt ja vielleicht machen die Leute am Ende des Lebens aber nein.
00:07:27: Oder mit einem Menschen der mitten im Leben steht und der vierzig Jahre alt ist meinetwegen.
00:07:33: Dem sozusagen die Arbeit, die Familie, das Privatleben und dass selbst um die Ohren fliegen in besten Sinne jetzt so, dass einfach so viel los ist.
00:07:42: Und wenn man diesen Menschen mal nimmt und sagt, kommen wir erzählen jetzt einfach mal ganz privat und individuell ohne es veröffentlichen zu wollen.
00:07:49: Du erzählst mir eigentlich mal von deinem Alltag und dann hast du diese zwei Stunden und hörst dir die in vierzig Jahren nochmal an?
00:07:54: Das glaube ich sehr spannend!
00:07:56: Ja also ich bin halt so von dem Gedanken auch ein bisschen getrieben dass man diese Person, die man heute ist natürlich nicht konservieren kann
00:08:07: Ja.
00:08:08: Das heißt, wenn mich mein Kind irgendwie in zwanzig Jahren kennenlernt, wenn sie Mitte zwanzzig ist oder so dann lernt sich eine andere Helene kennen als Sie heute kennengelernt hätte?
00:08:16: Wahrscheinlich möchte man das auch nicht immer konservieren, oder?
00:08:18: Nein,
00:08:19: das möchte ich mal
00:08:20: nicht
00:08:20: immer, aber manchmal schon!
00:08:21: Wenn ich es jetzt... also mich selber sozusagen als Person jetzt konservierend konnte würde ich sagen was wäre schade, wenn ich in zwantig Jahren genau der gleiche Mensch wäre wie jetzt und mich nicht entwickelt hätte.
00:08:29: Aber gleichzeitig ist natürlich spannend dass man so als Zwischenreflektion zu nehmen Wie ist es denn dazu gekommen, ... mit so einem Hörbuch-Charakter oder wirklich... ...so einem Charakter rausgekommen ist.
00:08:43: Man hätte ja auch sagen können, ich mache jetzt eine Podcastreihe und jede Woche interviewe ich irgendwie eine Person und bring das irgendwie raus und probiere es irgendwie so zu vermarkten oder so.
00:08:51: Wie kam das dazu dass du auf der Idee am Ende angekommen bist?
00:08:56: Weil die Idee schon ist das wirklich sehr persönlich zu machen für die Familienangehörigen.
00:09:01: also ich möchte diese Sachen Also an sich erst mal grundsätzlich nicht veröffentlicht werden, das ist klar.
00:09:07: Weil die Geschichten sehr persönlich sind zum Teil eben auch gar nicht relevant für eine Öffentlichkeit.
00:09:11: Aber für mich als Person ist es schon relevant was mir meine Mutter oder mein Vater für Lebenserinnerungen hinterlässt oder andersrum gedreht vielleicht auch die Großeltern.
00:09:21: dahinter steckt zum Teil und sehr oft tatsächlich auch der Gedanke dass man die Menschen eben nicht so lange im Leben begleiten kann wie man das gerne möchte.
00:09:28: Und dies führt zu der Überlegung Was mache ich?
00:09:31: Wenn ich nehme jetzt mal Ich bin Großmutter und bin vielleicht einfach in einem Lebensalter, wo klar ist das die Kinder jetzt vielleicht dass ich sie noch kennenlerne wenn sie zwanzig sind oder so aber das vielleicht auch einfach rein biologisch die Möglichkeit besteht.
00:09:46: Dass man danach eben einfach nicht mehr da ist oder einfach in dem sehr schlechten Zustand oder so.
00:09:50: und es ist natürlich der Moment Krankheit auch prägend oft und ausschlaggebend, dass man über sowas nachdenkt Aber das ist eigentlich, dass es die Menschen... Also wenn du plötzlich damit konfrontiert bist, dass das Leben unter Umständen doch zu Ende geht irgendwann.
00:10:04: Dann überlegt man sich schon wie wichtig ist es mir nochmal was dazulassen für wen?
00:10:09: So wer braucht das überhaupt vielleicht auch um sich selber in der Welt zurechtzufinden?
00:10:13: weil darum geht's ja auch ein bisschen.
00:10:15: also wenn ich meinem Kind was hinterlasse und Die ist heute so klein, dass sie von mir nichts weiß.
00:10:20: Wenn ich heute nicht mehr da wäre, dann hätte sie nur eine Wahr- gevorstellung.
00:10:24: Sie wüsste okay das war ne Musikethnologin die hat in Peru über Naturdrompeten geforscht.
00:10:29: und aber wenn ich eben was erzählen könnte macht es schon noch mal mehr weil sie hört also jetzt diese Aufnahme würde schon reichend theoretisch.
00:10:36: Also er hört mich sprechen und weiß ein bisschen wie...was für eine Art Ich So habe als Mensch, als Wesen.
00:10:43: Und das ist so ein bisschen der Ursprungs- und Grundgedanke von den Aufnahmen weswegen sie auch nicht in die Öffentlichkeit gehen.
00:10:49: Jan ich schließe noch was an weil es gibt Sachen die man hören kann.
00:10:53: wir haben am Anfang jetzt diesen wunderbare Episode gehört.
00:10:57: da hat mir eben eine Person von seinem Großvater erzählt.
00:11:01: aus Kröbers ist der Mann der im Steintor lange gearbeitet hat bis in die siebziger Jahre Und der hat als Kind das noch miterlebt, das Steintoe und hat eben diese lebendige Erzählung.
00:11:11: Das ist ein Ausschnitt aus einem Hörbuch wo er nur über seine Großeltern berichtet hat.
00:11:17: Also die Großeldern leben heute ja schon lange nicht mehr aber das haben wir veröffentlicht.
00:11:21: also das mache ich tatsächlich hin und wieder dass Großelder Geschichten auch in die Öffentlichkeit gehen können und die Leute nehmen es auf für ihre eigenen Familien aber sie geben sie auch frei damit andere das hören können.
00:11:31: Das Beispiel, was wir gerade gehört haben gibt es auf der Website von dir auch als Hörbeispiel.
00:11:36: Da sind noch drei Großeltern vor denen erzählt die auch total spannend sind.
00:11:43: also kann ich total empfehlen mal reinzuhören.
00:11:45: Es ist auch Zeitgeschichte ja.
00:11:47: Die erste Badewanne in Gröbers hat zum Beispiel eben seine Großmutter installiert weil das so ein Bergbauregion war und die Bergmänner einfach irgendwie so einen Entspannungsmoment für die Muskeln brauchten dass sie sich als Masseurin ausbilden lassen.
00:12:01: Das war ein Riesending in den zwanzigertreißiger Jahren.
00:12:04: Ist das eine Perspektive, die du jetzt schon hast?
00:12:06: Dass du sagst, wenn das so einigermaßen lang hält, dann könnte es sein, dass mal ne zweite Generation irgendwann da ihre Geschichten dreingibt.
00:12:13: Also, dass vielleicht jemand eine Geschichte erzählt und in zehn Jahren erzählen die Kinder dann aus ihrem Leben... Es hat ja total viele spannende Perspektiven, die für mich total ergänzend sind dazu, Ich kenne das so von meinen Großeltern, da waren ja Fotos noch was ganz Besonderes.
00:12:34: Man sieht es auch auf der Website von dieser Masseurin die dann eben so ein Foto hat und das ist offensichtlich ne?
00:12:40: Da war ein Fotos jetzt nichts wo ich mal eben zwanzigmal mit einem Smartphone durchgeklickt habe sondern das war irgendwie das Foto.
00:12:47: Und mittlerweile hat jeder eben tausend Fotos irgendwie vom Urlaub und die werden gar nicht mehr groß sortiert, sondern die verschwinden irgendwo.
00:12:52: Wenn dann irgendwann mal die Cloud gelöscht ist oder so was, dann heißt es halt sehr inflationär.
00:12:57: Aber sowas wie Stimme ist schon sehr selten während Videos zum Beispiel sind relativ häufig da.
00:13:02: aber wir sind auch sehr aufwendig von der Bearbeitung.
00:13:04: also ich glaube das finde ich schon auch besonders an deinem Angebot dass man eben etwas bekommt Was dann auch nutzbar ist, so wie einer das Fotobuch.
00:13:13: Deswegen glaube ich auch so beliebt weil man eben was... Man hat da noch was in der Hand, was man nochmal die Hand nimmt also die Fotos die gedruckten.
00:13:21: Die sind nicht besser als die Analogen, die sind schwieriger zugänglich vielleicht.
00:13:23: Da musst du einen Auswahl treffen und sagst aber, dass nehme ich wirklich noch mal die Hand während des Analogs oder das Digitale.
00:13:30: Wie oft mache ich dann das Fotoalbum auf meinem PC?
00:13:33: Richtig, da kommen wir schon in diesen komplexe Gemengelager der Auswahl.
00:13:39: Wie gehe ich eigentlich vor von all den Dingen die das Leben mir gezeigt?
00:13:45: wo es mich durchgeleitet hat.
00:13:46: Es ist ja einfach, auch wenn man den Leben mal durch erzählt, dann dauert das mindestens fünf Stunden.
00:13:51: Es gibt auch Leben die nur vier Stunden vielleicht dauern, durch zu erzählen aber mindestens five und es ist eher acht bis neun Stunden, die man miteinander spricht.
00:13:59: also wenn man wirklich das komplette Leben anguckt.
00:14:01: Und Leute die eben noch einmal auch sehr intensiv gelebt haben zum Teil nur noch viel mehr Stunden zu erzähln.
00:14:07: Also viel Material muss man irgendwie aussortieren.
00:14:10: Aber ich sage immer... Ich weiß nicht, es gibt ja diesen allesgesagt Podcast von die Zeit und man hat das ja nicht vermöglich gehalten.
00:14:17: Dass da jemand wirklich sich acht Stunden im Gespräch anhört.
00:14:19: aber also das ist so.
00:14:21: Das
00:14:22: ist einfach stark und starke Momente und es ist auch für jeden was ein ganzes Leben erzählen zu wollen oder zu müssen.
00:14:29: Also oft ist es schon auch so dass man sich eher gemeinsam hinsetzt und überlegt kommen Welche Episode, was ist dir so vom Herzen wichtig?
00:14:38: Was du einfach gerne erzählen möchtest.
00:14:40: Weil es sich das schwer anders transportieren lässt.
00:14:42: also ich gucke dann schon oft auch gemeinsam mit den Leuten dass das ganze irgendein Format und auch in einem Rahmen hat der eben passt für die individuellen Ideen.
00:14:51: Also wenn man das jetzt hört Die meisten Leute kriegen erst mal einen Schreck und sagen was das ganze Leben zu dem Gottes willen wo soll ich denn anfangen?
00:14:58: muss Ich mich erstmal sortieren?
00:15:01: Anfang ist wirklich tatsächlich sinnvoller, sich gemeinsam abzustimmen und dann an einem Punkt zu beginnen.
00:15:06: Und dann zu überlegen wie viel man mehr machen möchte oder weniger.
00:15:09: außer man hat es wirklich auch schon volle Hörbücher aufgenommen wo die Leute einfach ziemlich klar hatten auch wo sie lange erzählen wollen.
00:15:16: Was ist häufiger dass die leute mit einer klaren Geschichte kommen?
00:15:21: Oder das die Leute eigentlich sagen.
00:15:22: ich finde die Grundgedanken spannend aber Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
00:15:26: wenn wen treffst du häufiger
00:15:28: Also am häufigsten.
00:15:29: zur Zeit ist es tatsächlich so, dass vor allem Angehörige sich das wünschen, dass ihre Eltern und Großeltern das machen.
00:15:35: Und wir sind auch noch an dem Punkt, dass diese Generation die da angesprochen ist glaube ich nochmal anders auf dieses Medium reagiert.
00:15:44: und das Gespräch... Tatsächlich da auch, es braucht wirklich dann auch das Vorgespräch.
00:15:50: Weil wenn zum Beispiel jemand zu seinen Angehörigen geht und sagt hier Helene macht Familieninterviews ich würde gern dass du eins machst, dann sind die meisten erstmal erschlagen und wissen erst mal gar nicht genau was soll das sein?
00:16:01: Und dann komme ich erst in den Spiel und frage erst und telefoniere meistens einfach mit den Leuten um denen zu erklären was ich mache.
00:16:07: weil diese Idee, dass man seine Lebenserinnerung als Hürbuch oder eben einfach als Podcast im Anfang strichen als Radiosendungen ohne sie auszustreienst, Familienradiosende aufnimmt Das ist für viele total neu.
00:16:20: Die meisten, die mit denen ich dann zu tun habe finden das wirklich faszinierend.
00:16:24: Weil diese Grundidee noch nicht so bekannt ist.
00:16:29: Ich schreibe keinem.
00:16:29: Weil die meisten schreiben so eine Bücher.
00:16:31: Die schreiben Oma erzählmal oder Opa erzähl mal oder Mama erzähl Mal.
00:16:35: Kriegen so ein Buch und sollen da was reinschreiben?
00:16:37: Oder sie überlegen halt etwas selber aufzuschreiben als Familienkronik.
00:16:41: Und dieses Element finde ich sehr sympathische und niedrigschwellige.
00:16:45: des Erzählen wird, ist noch nicht so bekannt.
00:16:48: Das heißt viele sind schon auch erstmal so dass man da ein bisschen vorbauen muss was das eigentlich?
00:16:55: Und wie fühlt sich das an?
00:16:56: Es gibt auch Leute, die diese Interviewsituation gewöhnt sind und dann ist es ganz einfach.
00:17:00: Weil sie haben totalen Plan.
00:17:01: Die wissen genau, wie Sie's machen möchten!
00:17:03: Das sieht doch so Entertainer-Typen aus... Also mit der Großvater von ihm erzählt habt ihr dann irgendwann seine Lebenserinnerung aufgeschrieben hat.
00:17:09: Das war auch ein Mensch, der hat gerne Geschichten erzählt.
00:17:11: Das heißt er hat das glaube ich von vornherein direkt irgendwie den Entertainment Faktor so ein bisschen mitgedacht.
00:17:16: weil bei allem was er so erzählt hat und geschrieben hat.
00:17:19: Und da wäre wahrscheinlich eher die Herausforderung gewesen ... zu schauen, wie kommt man hinter die Fassade.
00:17:26: Oder wie gehst du damit um?
00:17:27: Also wenn ihr merkt vor dir oder... ...wenn jemand hast vor dir wo du merkst,... da hat dem Person ein klares Narrativ was sie erzählen möchte.
00:17:35: Fragst du dann auch mal sozusagen probierst ein bisschen an der Oberfläche zu kratzen oder sagst du am Ende... ...was die Leute erzählen wollen das ist ihre Geschichte.
00:17:44: Ähm oder Wie gehst Du damit um?
00:17:46: weil ich meine biografische Arbeit kann ja auch sehr, ich sage mal so... ...kann ja auch sich tiefschürfen sein.
00:17:51: Also wir stecken den Rahmen tatsächlich vorher ab, weil es gibt Themen die man eben nicht anfasst und zum Teil auch Lebensalter.
00:17:57: Also Lebensbereiche wo ich nicht reingehe, weil ich von vornherein gebeten worden bin da bitte einfach nicht weiter das zu besprechen ausgründen und ja also wenn mir was auffällt wo ich so denke wenn ich jetzt deine Tochter wäre dann hätte ich jetzt die Frage dann mache ich das quasi wenn wir die Aufnahme stoppen dann frage ich schon nach Über alle was gesagt, nur über deine Mutti noch nichts.
00:18:22: Und gerade wenn man eben das Hörbuch aufnimmt für seine Kinder oder Enkel dann ... ich spiegel das und sage es könnte sein dass da wirklich so eine Frage führt und dass das eher mehr Aufmerksamkeit erregt als weniger.
00:18:34: von daher lasst uns nochmal überlegen wie können wir's machen?
00:18:37: Oder möchtest du nicht?
00:18:38: also ist schon wirklich so ein... Wir besprechen das und kein Verhörer oder irgendwas ganz und gar nicht.
00:18:45: Also ich will dass die Leute Ehrlich gesagt, bisher immer so gewesen mit einem richtig guten schönen Gefühl rausgehen aus diesen Gesprächen.
00:18:52: Weil das ist was ganz Wertvolles wenn jemand da sitzt und wirklich zuhört wirklich auch mit Interesse nachfragt oder auch die Richtungen noch mal schärft, in die man erzählt.
00:19:01: Weil das hast du im Alltag leider eben nicht so oft und nicht weil die anderen keinen Interesse haben sondern weil eben der Rahmen oft nicht stimmt.
00:19:07: diese Interview-Situation wie wir sie jetzt haben ist so speziell so fokussiert.
00:19:11: deswegen können wir so in Ruhe sprechen.
00:19:13: Wir beide würden uns außerhalb des Studios sicher auch unterhalten aber wir würden keinesfalls eine konzentrierte Art machen.
00:19:19: Und das ist der riesige Vorteil für die Interviews.
00:19:22: Und ja und von daher ist das das Priorität, dass die Leute sich in den Geschichten auch wohlfühle und wiederfinden.
00:19:30: Und bis zum Wissengrad muss ich auch sagen es ist ja auch genau legitim die Geschichten zuzuerzählen, wie man möchte, dass sie weitergetragen werden.
00:19:36: Jetzt gibt es da natürlich nur Onsen, es gibt Familengeheimnisse, wo man gucken muss, wie geht man um?
00:19:42: Aber das muss auch nicht alles aufgenommen werden.
00:19:44: Du kannst gewisse Sachen schriftlich hinterlassen!
00:19:48: Nur weil wir das Interview aufnehmen, heißt das nicht, dass du in totale alles scannen musst.
00:19:52: in diesem Interview also...
00:19:53: Das heisst wenn jetzt einmal Enkelkinder auf dich zukommen und sagen, hm, betrauen uns da nicht, weil ich glaube, das ist häufig ein Faktor Also dort wo ich es erlebt habe, dass wo klar war man weiß nicht wie lange Menschen noch leben das dann irgendwann die Kinder oder Enkel mal auf die zugekommen sind jetzt dann vielleicht.
00:20:09: Dann sich getraut haben ein Aufnahmegerät hinzulegen und sagen hier würden wir mal erzählen doch mal von damals nochmal vielleicht wurde die Geschichte auch schon hunderttausendmal erzählt aber sagt jetzt möchte sie festhalten oder sowas.
00:20:20: Das ist schon auch immer klare Bereiche, wo man merkt, das ist halt Familie.
00:20:23: Da gibt es Dinge über die wird nicht geredet und so.
00:20:26: Und natürlich fehlt dann auch die Professionalität, da fehlt erst mal ein Zunah dran, da fehlten auch eine professionelle Distanz, da fehlen vielleicht noch einige Moderationstechniken und so... Da fehlt einfach Dinge, die du halt mitbringst!
00:20:39: Wie, wie gehst du damit um?
00:20:41: wenn du das merkst oder kommen Enkelkinder auf dich zu und die haben das für die wollen eigentlich was fragen.
00:20:46: Was sie sich selbst nicht trauen zu fragen sagst nimmst du das mit auf?
00:20:50: Oder sagst dann ja Leute stellt die Frage selber.
00:20:53: Wie gehst Du mit sowas um?
00:20:53: oder ist sowas noch gar nicht vorgekommen?
00:20:56: Ja also so am Rande ehrlich gesagt.
00:20:57: Also man muss auch sagen Die leute die die familienintroduce aufnehmen dass sind leute diesen sehr aufgeräumt mit sich und informieren.
00:21:03: Also die Leute, die wirklich sagen ah ja gerne das machen wir.
00:21:06: Das mache ich für meine Kinder oder von meiner Enkel.
00:21:08: Die sind sehr aufgeräumt.
00:21:09: also da haben diese Reflektionen eben oft schon irgendwie auf eine Art hinter sich und da gibt es keine krassen Brüche oder sowas.
00:21:19: aber wir können ja mal einen spezifischen Fall machen.
00:21:21: denn hatte ich tatsächlich mit meinem Schwiegervater Malten und zwar der hat den Zweiten Weltkrieg noch miterlebt Und da ging es eben darum, dass er seine Erfahrungen in russischer Gefangenschaft irgendwie ganz interessant auf eine Art für die Kinder.
00:21:40: Das zum Beispiel ist so ein Moment... Es nehme ich jetzt nur mal als Beispiel weil wir hatten das miteinander nicht.
00:21:45: wo ich dann auch sage, also es gibt Sachen, die müssen die Menschen für sich irgendwie verarbeiten und wenn die Entscheidung fällt, dass man nie wieder ein Wort darüber verliert dann ist das also vor allem in so einem Kontext wie wir untereinander sind, ob jetzt innerhalb der Familie oder eben im Gespräch.
00:22:02: Dann ist es auch der richtige Weg um Leben zu können und alles andere ist Therapie und das bin ich nicht.
00:22:10: Deswegen die Gefahr
00:22:11: wäre ja die Gefahre sehe ich total dass man wahrscheinlich wenn man da nicht sehr klar ist für sich ein Therapierutschen.
00:22:17: Ich meine das eine große Vorteil davon wenn man das mit dir macht du hast das Das ist ein Thema, mit dem du dich mit sicher auseinander gesetzt hast.
00:22:24: Wie kann ich dafür sorgen?
00:22:26: Dass ich hier nicht irgendwie eine therapeutische Rolle rutsche und deswegen bin ich sehr gut dass es definitiv sinnvoll da quasi mehr zu machen als nur als Enkelkinder das Handy auf den Tisch zu legen mit der Aufnahmefunktion weil eben du eben ganz viel Bonus bietest denen man vielleicht so gar nicht sieht.
00:22:41: also da geht's ja gar nicht um Technik oder um... Aufnahme, Qualität oder was auch mal um Zeit, sondern eben auch wirklich um so etwas wie persönliche Abgrenzung.
00:22:49: und wie kann ich dafür sorgen dass die Grenzen wirklich auch gewahrt bleiben von der Person.
00:22:53: Wobei wir sind ja jetzt auch bei SIGUSA und das ist ein schöner Aspekt den du ansprichst.
00:22:56: also wenn zum Beispiel Leute Lust haben das mit ihren Großeltern zu machen Das ist was Wunder also wunderschönes würde ich schon sagen.
00:23:03: Also wenn Menschen, die das jetzt hören, den Impuls haben.
00:23:05: Ich müsste mit meiner Mutter oder Großmutter eigentlich auch sowas machen dann will ich das unbedingt also macht unterstützend zu reden.
00:23:14: Ich mache inzwischen für das Medienkompetenzzentrum in Halle sehr regelmäßig so eine Kurse, die heißen Familienerinnerungen als Hörbuch und da geht es genau darum dass die Leute die das gerne selber in ihren Familie machen möchten kommen können und ich ihnen quasi des Grundhandwerkszeug zeigen.
00:23:30: des technischen Aspekte als auch eben, wie gehe ich so mit Fragen oben.
00:23:34: Wie kann ich sowas aufbauen?
00:23:36: Wie kann es sowas anbahnen und natürlich dann später was kann man draus machen?
00:23:40: produzieren?
00:23:41: also die da ist ja quasi zwei große Ebenen für diese Gespräche.
00:23:44: das eine ist die Aufnahme Das ist das allerwichtigste Weil das ist was du brauchst, was einfach nicht verloren gehen darf.
00:23:52: Der zweite Moment ist die Produktion also alles was danach der Aufnahme passiert mit dem Hörstück ob das jetzt ein Hörbuch wird so groß und mit viel Musik unterlegt und Geräuschen oder eben einfach nur ein Gespräch was minimal geschnitten ist da haste halt auch noch mal so einen bisschen Spielraum den man halt dann absteckt je nachdem was die Ressourcen sind.
00:24:11: Wie läuft so ein Gespräch ab?
00:24:13: Gerade wenn Menschen das nicht gewohnt sind, jetzt sagen wir mal Geschichten zu erzählen oder Interviewen zu werden.
00:24:19: Wenn sie – was ja die meisten Menschen wahrscheinlich in ihrem Alltag jetzt nicht so haben – gibt es da eine Entwicklung?
00:24:25: Merkst du dass die Anfänge deiner Gespräche alle immer so ein bisschen anders als dann nach zwei drei vier Stunden.
00:24:32: Was passiert in so einem Gespräch zwischen dir und einer Person, die auch etwas erzählt mit der man im Raum sitzt, mit dem man vielleicht einen Pausen macht wo man auch die Emotionen sieht, die man am Ende schon raushört.
00:24:43: Aber sie bekommst du das ganz anders mit?
00:24:46: Wie ist das ein Gespräch zu führen und so eine Person über mehrere Stunden kennenzulernen?
00:24:50: Auch das sehr unterschiedlich!
00:24:51: Weil die Menschen, mit denen ich spreche, eben auch individuell sind.
00:24:54: Also jede Person hat ja seinen ganz eigenen Charakter und sein Stil und seine Art und Weise... Und so kann es halt sein dass sich mit jemandem wirklich zwei Tage verbringe Bürokratisch, aber einfach so ein ganz distanziert freundlich.
00:25:10: Aber eher so ein bisschen distanzierter bleibt auch wo klar ist dass wir uns nicht kennen und ich jetzt vielleicht wirklich eher das Werkzeug bin was die Aufnahme macht.
00:25:21: Und es gibt natürlich eben auch andere Menschen mit denen man sich auch rein von der Sympathie unter Umständen schneller verlinkt.
00:25:30: Das ist glaube ich auch die Brücke wie wir uns das im Alltag geht.
00:25:34: Manchmal ist das eben schneller näher.
00:25:38: Andererseits ist es oft auch so, dass man sich schon selbst zwei oder drei Tage reichen nicht um wirklich miteinander zu stark involviert zu werden.
00:25:51: Aber man kennt sich und du merkst dann, bist du einander sympathisch?
00:25:54: Oder sagt man einfach, es ist eine gute Arbeitsebene.
00:25:56: Es gibt irgendwie alles.
00:25:58: Und ich mag das tatsächlich in jeder Schattierung.
00:26:01: Du
00:26:02: hast gerade das Beispiel mit der russischen Kriegsgefangenschaft erzählt.
00:26:06: Da habe ich mich auch gefragt, wie viel persönliches Interesse merkst du?
00:26:11: Hängt dann auch schon mit drin in deinen Fragen wenn es darum geht eben so Einblicke zu bekommen in Lebenswelten in die man jetzt sonst ganz anders also kein Eindruckbucke oder Einblick bekommt?
00:26:21: ist das dann eher ist es fasziniert dich dann eher das was die Person erzählt also dass wofür die Person Zeuge und Zeuge ist?
00:26:27: Oder merkst du, am Ende bleibst du doch bei der Person und ihrem Erlebnis.
00:26:30: Was reizt dich mehr?
00:26:32: Also Zeitgeschichte finde ich schon ausgesprochen spannend.
00:26:35: Ich glaube sonst würde ich es vielleicht auch nicht so mehr so viele Sachen anhören von Menschen also Zeitgeschicht ist einfach Wahnsinn!
00:26:42: Also quasi in der Originalquelle erzählt zu bekommen was die Leute erinnern an Zeiten zurückliegen da das ist einfach toll und dass ist vielleicht so nochmal auch eine Arbeitsstrecke die ich jetzt die letzten Jahre auch viel gemacht habe.
00:26:55: Das sind so Zeitzeugengespräche.
00:26:57: Also eins kann man nachhören jetzt schon auf meiner Webseite familien-interview.de und zwar mit der letzten Diakonisse von Halle, Rotmatischock und die ist neunzehn dreiund fünfzig eingesegnet worden.
00:27:08: also das sind sozusagen Menschen die eben am Diakonie Krankenhaus und in den diakonischen Einrichtungen die eben auch dezentral also auch in Torgau und in Wenigerode und ich glaube Erfurt und so gab es mehrere diakonesche Einrichtung hier die vom zentralen Diakoni Krankenhaus in Halle oder Diakoniewerk in Halle geleitet wurden.
00:27:29: Und das ist zum Beispiel eben so weiter, hörst du auch ganz viel wie ging eigentlich Medizin damals?
00:27:33: Wie hat sie eigentlich ihre Schwestern... Also wie hat sie das Spritzen gelernt erzählt sogar an diesem Podcast und dass es wirklich der Wahnsinn!
00:27:40: Oder auch wie war das Leben eben in Torgau und dieses ständig alle zwei drei Jahre einem anderen Ort sein zu müssen oder aber eben auch ein Gefühl dafür zu bekommen was ist denn das eigentlich für einen Menschen?
00:27:49: wenn also für mich war eine ganz präsente zentrale Frage, wie lebt man eben außerhalb so dieser kleinen Familie?
00:27:58: Also weil eine Diakonisse heiratet erst mal nicht und hat in dem Sinne keine eigene Familie.
00:28:06: Und dass das solche sozialen Themen sind halt auch ausgesprochen interessant also je nachdem wie die Lebensumstände waren.
00:28:13: Das heißt es ist tatsächlich ich höre wirklich in aller Regel mit großem Interesse zu tatsächlich ja
00:28:23: Und bekommst du dann auch Rückmeldung von den Menschen, die das hören?
00:28:26: Oder wie oft kriegst du da Rückmeltungen von dem Menschen, der denn da sind und wer ist das hören.
00:28:32: Das hören dass dann die die viel mehr die kleinen Kinder weil die vielleicht auch bereit er sich merken, aber ich habe selber ein kleines Kind dies bereit Dinge auch zwanzig mal in das gleiche zu hören und ich denke manchmal bei Bei menschen die erwachsen sind die die sind auch häufig dann Man denkt dann, man möchte sich Zeit nehmen.
00:28:49: Aber manchmal nimmt man sich doch nicht so auf Zeit für zum Beispiel sowas wie eine Familiengeschichte, wie man möchte.
00:28:56: Wer gibt da Rückmeldungen?
00:28:57: Wer hört das am Ende?
00:29:01: Also innerhalb dieser Familien ist es sehr unterschiedlich.
00:29:04: Wenn die Leute noch leben Dann hören die Leute das einfach auch mit dem Interesse.
00:29:08: gerade wenn die Kinder auch älter sind also wenn sie so in unserem Alter sind und die Mutter etwas erzählt Dann wird das gehört.
00:29:13: Und dann sagen die zu mir Helene Ich hab hier Sachen gehört und die Eltern sind neunzig Jahre alt.
00:29:19: Und ich kenne die mein ganzes Leben, und ich habe hier Geschichten gehört, die hab' ich noch nie von denen gehört.
00:29:23: Also es war zum Beispiel mal der Fall wo ich einen Ehepaar aufgenommen hab'.
00:29:28: Wie sagt man das?
00:29:29: Blows your mind!
00:29:30: Das ist wirklich der Wahnsinn.
00:29:33: Ganz freudig also weil's sind auch Geschichten, die man erzählt zu kleinen Geschichten wie habt ihr euch kennengelernt und was hat dann ... wie habt Ihr euch geneckt?
00:29:41: und so einfach... Die machen das lebendig anschaulich Und das bewegt die Menschen sehr.
00:29:47: Das bewegt sie wirklich sehr auch und solange sie noch leben, ist es das eine.
00:29:51: Wenn die Menschen gehen dann kommt das wirklich auf die Leute sehr individuell an ob sie das Hörbuch jetzt hören können oder nicht weil man kann sich das vorstellen wenn man in Trauer ist Dann geht es manchmal nicht und dann kann es unter Umständen auch so sein dass zum Beispiel ich das Hürbuch meiner Mutter nie hören würde.
00:30:11: Nehmen wir mal an Aber mein Kind vielleicht eben schon, die Enkelin.
00:30:16: Ja also ich sage auch immer gerade auch wenn Leute Familienkroniken und so schreiben und da gibt es immer eine große Frustration dass sich die aktuelle Generationen Die lebenden nicht so richtig interessieren ja und ich versuche dann immer klar zu machen das Dass man nicht weiß was eben in fünfzig oder achtzig Jahren ist Wenn eben die Kinder dann doch auf die selbst Rente gehen So Und die Idee bekommt den Flitz jetzt doch mal nachzugucken wer wo sie eigentlich hergekommen sind.
00:30:42: weil Es passiert so und es wird interessanterweise gerade immer mehr auch zu einem Thema, auch wegen dieser ganzen KI Geschichte.
00:30:49: Weil plötzlich eben auch diese Vision da im Raum steht irgendwie die also den Menschen doch auf eine Art zu konservieren in seinem Wesen wenn er geht, wenn er stirbt.
00:30:58: Und ich könnte mir vorstellen dass dieses Thema sich zu erinnern und wer war eigentlich mein Vater wirklich jenseits des Lebenslaufs?
00:31:06: Schon eine Rolle spielen wird immer mehr.
00:31:08: Also ich würde das total toll weil ich kann das.
00:31:12: Meine Familie wird immer wieder über Ahnenforschung gesprochen.
00:31:14: Und du merkst, es gibt natürlich klare Grenzen und das hat etwas mit ganz viel Technik zu tun.
00:31:19: Das sind sobald bestimmte Technologien rausgekommen sind die Ahnen-Forschung deutlich leichter wird.
00:31:25: Und das dort wo viel zum Beispiel damals Vertreibung zum Beispiel ein Thema war, Fluchtenthema war.
00:31:30: Dass da häufig dann auch Familiengeschichten enden weil eben nichts mitgenommen wurde oder so und dass dort aber häufig ganz viel auch passiert ist was dann später prägt oder was die Menschen geprägt hat also die Tatsache das sind natürlich wir so gut wie noch nie in der Menschheitsgeschichte Familien Geschichte eigentlich konservieren können hat es eine riesen Chance.
00:31:49: und die Frage sehen was macht man draußen?
00:31:51: deswegen finde ich es eine ganz tolle
00:31:53: Ja, es kommt auch dazu glaube ich dass diese Generationen der wir jetzt leben auf eine Art auch nochmal sehr bewusst mit sich selbst umgeht.
00:32:01: Also auch die Generation zuvor.
00:32:03: also das heißt zu überlegen und zu spiegeln noch mal Was bin ich denn eigentlich von Mensch geworden?
00:32:09: Also auch mit diesen ganzen Hindernissen, auf die man immer wieder trifft im Leben oder aber auch mit allen Fähigkeiten, die man besitzt.
00:32:16: Oder alles was einen total Freude macht und wo man einfach dran hängt mit dem Herzen und wissen möchte, woher kommt denn das?
00:32:22: Und was sind so die Geschichten dahinter, die eben vielleicht mir ein bisschen erklären können, wo ich herkomme und also aus welcher Genese ich eigentlich da Mensch geworden bin der ich heute bin?
00:32:35: Ja, das hat auch schon etwas mit Forscherei zu tun.
00:32:39: Dass man da so ein bisschen Instinkt hat, das gerne genauer wissen zu möchten und die Leute haben unterschiedliche Spellen wie weit sie da gehen und jemanden, der eben spricht und so das erzählend auch in Erinnerung behalten möchte ist vielleicht wirklich erstmal auch einen relativ neues Medium damit umzugehen und zu gucken was danach auch passiert und wie die nächsten Generationen es benutzen.
00:33:01: Was denkst du würde passieren wenn wenn das normal werden würde.
00:33:05: Also, wenn alle Menschen sich in regelmäßigen Abständen vielleicht alle zehn Jahre oder so hinsetzen würden und einmal einen Tag aufschreiben wird oder einsprechen würden was sie so in den letzten zehn Jahren, was sie sich erinnern, was diese bewegt hat welche Abschnitte da so waren... Was meinst du würde das über die nächsten so in fünfzig Jahren?
00:33:27: Was wäre anders in der Gesellschaft, wenn das Normalität wäre?
00:33:31: Also das ist schön, dass du das genau so beschreibst.
00:33:33: Weil ich habe ganz am Anfang, wo ich angefangen hab gesagt in zwanzig Jahren macht es jeder diese Aufnahme und ich habe auch immer noch die feste Überzeugung, dass das so kommen kann.
00:33:44: Ich denke, inzwischen mit den Erfahrungen, die ich gesammelt habe weiß ich, dass nicht jeder machen wird weil das einfach jeder Menschen ein bisschen anders gestrickt ist und weil manche sagen auch nach Medizinflut und ich finde das absolut respektabel und okay.
00:33:57: also darf jeder und soll unbedingt, die dafür sich entscheiden.
00:34:00: Aber ich denke schon es wird was werden, was im extremsten besten Falle vielleicht so etwas ist wie dass es mehrere Biografen in der Stadt gibt, die ähnlich arbeiten als Fotografe.
00:34:12: Und du gehst ja auch immer mal nur ein Passbild oder eine Bewerbungsfoto oder so.
00:34:16: Du gehst im Zweifel.
00:34:17: Gibt's halt Leute, die in einem Format eben auch Sachen aufnehmen, die Erinnerungen Es kann ich mir schon vorstellen, also weil es gibt an sich genug Menschen und das ist eben auch erschwinglich.
00:34:26: Also es ist machbar selbst für Leute die jetzt irgendwie nicht den riesigen Geldbeutel haben und können das glaube ich auch sehr gut leisten sich da in einen Format zuzulegen was sie hinterlassen so als Erinnerung.
00:34:41: Füllen wir sanfter miteinander umgehen?
00:34:44: Und vielleicht mit dem Menschen um und also auch mit dem mit der Vergangenheit der Menschen wenn wir so eine persönlichen Eindrücke ... für uns selber einfach erst mal mehr reflektieren würden.
00:34:54: Ich denke, dass ja auf jeden Fall nicht die Menschen jetzt irgendwie anfangen würden das ständig dann irgendwie... also ich hoffe die Menschen würden nicht anfangen das alles ständig zu verbreiten als Podcast weil ich glaube, das würde auch ein bisschen... Nee, nee!
00:35:02: Das würde auch das Risiko mit sich bringen, dass jeder auf einmal anfängt irgendwie so sehr gezielt wie ein Narrativ steuern zu wollen um sich herum was glaube ich gar nicht so gesund ist und auch sehr ja es könnte sehr oberflächlich werden.
00:35:13: aber wenn jetzt die Menschen einfach für sich selber das hören würden auch häufiger vielleicht hören würden wie habe ich denn vor zehn Jahren gedacht über mich selber Meinst du, wir würden anders miteinander umgehen?
00:35:24: Ja ich weiß nicht.
00:35:25: Also mit uns selbst würden wir unter Umständen anders umgehen.
00:35:27: weil ich glaube in dem Moment wo Du weißt, Du erzählst dieses Jahr nochmal mal... Ich sage immer wir machen jetzt jedes Jahr eine Aufnahme und wenn Du eben weißt zum Anfang des Jahres gucke ich nochmal zurück auf das letzte Jahr und erzähle so meine Highlights was mich bewegt hat dann glaub' ich schon dass man einfach noch einmal ein bisschen bewusster punktuell im Leben unterwegs ist.
00:35:50: Jetzt nicht so groß deine Verhalten ändern würdest, aber man unter Umständen erinnert sich noch mal ein bisschen anders auch während dieses hektischen Alltags und entwickelt unter Umständen auch Methoden sich Dinge festzuhalten die man nicht vergessen möchte.
00:36:02: weil ich bin immer wieder überrascht aus diese kleinen schönen Alltagsepisoden auch insbesondere mit Kindern wie schnell die wegrutschen?
00:36:10: Und mein... Also es ist kein Geheimtipp!
00:36:13: Aber ich hab's halt, ich habe selber noch so'n Gespräch für mich noch nie gemacht Aber ich habe sozusagen eine sehr enge Freundin, mit der schicke ich mir meine Sprachnarrichten.
00:36:21: Und die kriegt quasi immer mal wieder so punktuell sehr konkret Erzählungen aus diesem Alltag, weil du halt also so wie ihr alle Sprachnarichten schickt zum Beispiel auch manchmal und wenn ich das manchmal zurückhöre vor einem Jahr und dann erzähle ich da was, was ich schon wieder vergessen hatte, obwohl es ist unglaublich.
00:36:39: Also man freut sich einfach auch noch einmal daran dass Das glaube ich würde man selber nochmal so ein bisschen anders blicken.
00:36:49: Total spannend!
00:36:51: Wenn Menschen das jetzt hören und sagen, es klingt interessant... Ich möchte erst mal wissen wie geht das?
00:36:58: Entweder selber machen bei dir buchen.
00:37:02: Wo findet man dich?
00:37:03: Wie geht man am besten auf dich zu?
00:37:05: Familieninterview.de ist die Webseite und am gescheitesten wäre es wir telefonieren tatsächlich oder damit ich auch damit wir uns unterhalten können, was die Ideen wären.
00:37:16: Und ich riege auch sehr dazu an aus reim Interesse einfach mal das Gespräch zu suchen.
00:37:21: also selbst wenn da am Ende nicht sofort eine Aufnahme bei raus käme kann man einfach sich dazuaustauschen weil oft muss es auch so ein bisschen wachsen dieser Gedanke Weil's... Wir schreiben zwar kein Buch aber wir überlegen.
00:37:33: Also man überlegt schon genau vorher welche Bereiche man so gerne erzählen möchte.
00:37:37: oder Auch zum Beispiel Wenn sich Menschen wünschen dass die Eltern etwas aufnehmen dann unbedingt lasst uns mal telefonieren Da können wir uns zu austauschen, das sind halt glaube ich es so wäre der erste Weg E-Mail schreiben oder auf Anrufen.
00:37:50: Es gibt dann im Telefonnummer.
00:37:52: Super!
00:37:52: Vielen Dank dir für das Gespräch.
00:37:54: Ja
00:37:54: gerne.
00:37:54: Vielen Dank Jan für diese schönen Fragen auch.
00:37:57: Man hat ja so selten die Gelegenheit Dinge zu reflektieren und es ist eng so ganz ähnlich schöne Momente darüber erzählen zu können.
00:38:03: Danke schön
00:38:04: gerne.
00:38:05: Und wenn ihr da draußen sagt, ihr seid selber dabei gerade eine Geschäftsidee zu entwickeln oder etwas zu machen wo ihr das Gefühl habt eigentlich habe ich hier ne Idee die könnte die Welt besser machen.
00:38:14: Ich möchte gern was daraus machen, ich möchte gar keine kleine Fälle in Gründung draus machen oder ihr habt noch gar nicht das Wort Gründungen für euch so im Blick.
00:38:22: aber ihr habt erst mal eine Idee die ihr ganz vielen Menschen zur Verfügung stellen wollt dann kommt gerne zu sigusa.de oder auf SIGU-Netzwerk Sachsen Anhalt bei Instagram und LinkedIn und sprecht uns an, schreibt uns eine Mail an beratung.sigusa.de für konkrete Beratungsangebote die wir kostenlos für euch zur Verfügung stellen.
00:38:39: bis zum nächsten mal bei Sigusa redet mit.
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