SIGUSA redet mit John Palatini Teil 2
Shownotes
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00:00:00: Denkst du bei Bauhaus an einem Besuch im Baumarkt oder ein Stahlrohrmöbel?
00:00:05: Fährt man östlich des Harzes eigentlich per Anhalter, oder doch als Anhaltiner und hat Sachsen-Anhalt eigentlich mehr zu bieten als seine Geschichte.
00:00:14: Wie können wir die Erzählung rund um dieses Bundesland neu prägen?
00:00:18: In der zweiten Folge mit John Palatini, Geschäftsführer des Landes Heimatbundes Sachsenanhalt reden wir über Vergangenheit und Gegenwart in diesem Bundesland und welche Geschichten es sich lohnt weiterzuerzählen.
00:00:29: Mein Name ist Jan Wagner und ich führe im Podcast die Guza redet mit Gespräche über soziale Innovation, gemeinwohl orientierte Unternehmen und Sachsen-Anhalt.
00:00:38: Falls du Teil eins des Gesprächs mit John Palatini noch nicht gehört hast, empfehle ich dir die Folge jetzt zu pausieren und das nachzuholen.
00:00:45: Ansonsten viel Freude beim Zuhören!
00:00:47: Wollen wir ein bisschen auf die Geschichte gucken?
00:00:49: Wir haben schon verschiedene Stichwörter angeworfen.
00:00:52: mal gucken wie weit wir kommen.
00:00:56: Ich glaube, wir kommen nicht um Luther drumherum auf jeden Fall.
00:00:58: Die müssen wir glaube ich einmal zuerst ansprechen.
00:01:00: Luther in Sachsen-Anhalt sage ich mal bewusst weil Luther natürlich auch außerhalb von irgendwie Sachseneinhalt relevant ist.
00:01:09: Luther In Sachsanhalt in drei Minuten was würdest du sagen?
00:01:11: Ist so die Kurzzamfassung für Leute die wirklich sagen so ja Luther habe ich schon mal gehört aber wer war das nochmal?
00:01:17: Ich hab ein kleines Heimatbund angefangen zur Arbeiten Ende Richtig, zwei tausend siebzen.
00:01:24: Das war so am Ende der Luther-Dekade und ich hatte das Gefühl er waren alle ein bisschen erschöpft vom Thema.
00:01:31: als Wittenberger weiß ich gar nicht könnte man von mir erwarten dass sich jetzt da irgendwie ein flammendes Plädoyer halte.
00:01:44: an mir Ich glaube auch an meinen Klassenkameradinnen Kameraden ist die dieses Lutterthema eher ein bisschen vorbeigegangen, mich hat das eigentlich nie irgendwie prägend berührt.
00:01:58: Klar weiß ich mit sozusagen aus meiner heutigen Perspektive wie wichtig das alles ist und kann das einordnen und kennt Lutter Gedenkstätten und finde es auch alles ganz richtig und wichtig.
00:02:10: aber für mich selber bedeutet das bedeutet Lutter relativ wenig, auch wenn er für das Land natürlich ausgesprochen wichtig ist.
00:02:19: Auch als historische Persönlichkeit.
00:02:23: Aber also wahrscheinlich eher was, wo man, wenn man einen speziellen Interesse hat mal sich die Orte angucken kann häufig auch im Ortsnahmenteil festgehalten, die wichtigen Orte...
00:02:35: Ja klar ich meine es gibt ja auch dieses wunderbare Museum in Mansfeld.
00:02:39: Das ist ja so ein Geheimtipp, wenn Die anderen Luther Museen auch, aber dann kommt man nach Mansfeld wo Luthers Elternhaus stand und da hat man einfach einen wirklich fantastischen Museumsbau hingesetzt der ein sozusagen nochmal diese Welt auch entdecken lässt uns der sozusagen Luther auch als Persönlichkeit hervorgegangen ist.
00:03:06: Nächste Stichwort Bauhaus was auch so ein auch touristisch sehr relevant Aber ich auch wahrnehme, dass es in der Gegenwart schon auch nach wie vor noch jetzt gerade durch große Förderprogramm oder ein großes Thema ist.
00:03:21: Hundert Jahre hatten wir letztes Jahr glaube ich.
00:03:25: Ich persönlich muss immer sagen, ich habe das immer nicht so richtig verstanden.
00:03:28: Ich hab immer gedacht also okay aber warum?
00:03:33: Warum ist das jetzt so relevant für uns heute noch?
00:03:35: Warum gucken wir uns das noch an?
00:03:36: Warum das und nichts anderes?
00:03:38: kannst du mir nochmal erklären?
00:03:39: Warum ist Bauhaus so besonders?
00:03:41: Also
00:03:41: das Bauhaus ist natürlich als Institution zu uns gekommen, war davor ja schon in Weimar und hat sicherlich die klügsten oder innovativsten Köpfe in seiner Zeit versammelt.
00:03:59: Und entscheidende Impulse für alle möglichen Bereiche des Bauen aber eben auch ... das Design und so weiter gegeben.
00:04:09: Und das ist sicherlich etwas, wo es uns sehr leicht fällt aus der Gegenwart Bezüge sozusagen herzustellen,... ... dass sich das in Dessert eignet hat.
00:04:22: Ich glaube darauf kann man fast wirklich stolz sein... ...und sagen wow!
00:04:25: Das ist total toll, dass wir das hier auch hatten.
00:04:32: dass es dann nicht mehr hier sein konnte, ist natürlich weniger rühmlich.
00:04:35: Aber zumindest glaube ich ist die Auseinandersetzung des Bundeslandes über die Kulturpolitik mit dem Bauhaus sehr konsequent und auch richtigerweise in der Weise wie sie sich ereignet und das wir da so ein ja hoch gelobtes Museum hingebaut haben, nochmal auch in dieser Weise widmet.
00:05:00: Das finde ich großartig und das ist natürlich aber weiterhin auch sozusagen lebendiger Ort, der für Dessert große Bedeutung hat.
00:05:09: Was war damals das, was Bauhaus besonders gemacht hat?
00:05:12: Oder kannst du es noch mal für wirklich die Menschen, die nicht so einen Bezug dazu haben, noch einmal kurz zusammenfassen, was so die Besonderheiten waren, die vielleicht auch das sind Sinn, was heute jetzt auch wieder hervor... ... beschworen, das wäre das falsche Wort.
00:05:25: Aber weswegen man heute auch noch drauf guckt und das Relevanz hat für Menschen?
00:05:30: Also ich bin kein baues Experte.
00:05:31: aber diesen funktionalistischen Ansatz dass man wie man eben baut, wie man Design macht... Dass man das in einer Schule so organisiert, dass es eine Wirkung erzielt, dass ist in die Breite geht, dass man dort so viele verschiedene hochinteressante Persönlichkeiten als Lehrer gewinnt, die dann wirklich den Ort finden und den Raum bekommen sozusagen ihre Ansätze, ihre modernen Ansätze ihrer Kreativität dort wirklich auszuleben.
00:06:12: Das finde ich ist erstmal das Inspirierende also dass Bauers als Schule als als Ort an dem wirklich Innovation auch möglich gemacht wurden, weil sie auch gewollt waren.
00:06:26: Ich glaube das ist eigentlich inspirierend und klar.
00:06:31: aber die ästhetische Dimensionen, die Gebäude, die entstanden sind, die man ja dort aussehen kann sich aber eben nicht nur in Dessert anereignen sondern dir in eine Formsprache, in einen Bauern der Moderne einmünden dass ja sozusagen global prägend geworden ist und damit bis in die Gegenwart dann auch wieder ein Ort der Auseinandersetzung.
00:06:54: Wir sehen das ja aktuell, dass die AfD genau diese Art des Bounds angreift und ablehnt und dagegen andere Baustile sozusagen bevorzugen will.
00:07:08: Das ist ja eine Diskussion, die ereignet sich und die ist aber ja auch wieder geeignet sozusagen sich hier entsprechend auch zu positionieren.
00:07:18: Dann das größte Thema geschichtlich wahrscheinlich wenn es um die Prägung geht für das gesamte Bundesland, das ganze Thema DDR.
00:07:26: Ich glaube die DDR hat ja relativ schnell eigentlich Sachsenalert abgeschafft und dann durch die Wiedervereinigung gibt es erst Sachsenalt.
00:07:34: in der Form wie heute muss ich sagen habe ich auch also natürlich so spezifisch jetzt im Geschichtsunterricht nicht gehabt im hohen Norden wo ich aufgewachsen bin.
00:07:43: kannst du das nochmal zusammenfassen?
00:07:45: oder Vielleicht auch einzelne Sachen, vielleicht der Vorheben, wo du sagst, die sind für dich besonders relevant.
00:07:52: Was hat es damit auf sich?
00:07:54: Zusammenhang GDR, Bundesland Sachsen-Anhalt, Aufteilungen, Zusammenfügung...
00:08:00: Naja ich glaube dass diese Trennung des schon bestanden, also zunächst entstandenen Bundeslands Sachsens Anhalt ... in die Bezirke Halle und Magdeburg.
00:08:20: Also das habe ich selbst als ... ... also wahrgenommen, ... ... solange es die A-Fürzen nicht gab... ... diese Verbindung, die man heute hat.
00:08:34: Also
00:08:34: d.h.,
00:08:34: dass man... Ein
00:08:35: kurzer Klär in der A-IV geht quasi von Süden nach Norden durch?
00:08:40: Genau!
00:08:43: leibt sich sozusagen über Halle Magdeburg und jetzt nach Stendal.
00:08:47: Und man geht in Halle auf die Autobahn, ist in einer Stunde im Stadtzentrum von Magdeburg... ...und ja also dass diese beiden Städte so verbunden sind das ist heute normal und das ist eben lange gar nicht so gewesen.
00:09:05: Das ist glaube ich ein schönes Zeichen auch wie die Sachen sich wieder verbinden und es war tatsächlich getrennt.
00:09:12: Animositäten halten sich, glaube ich bei Fußballfans.
00:09:15: Also das ist eine nicht überwindbare Mauer zwischen Magdeburg und Halle.
00:09:22: Aber sonst diese DDR-Zeit... Ich glaube, dass nehme ich eigentlich weniger in der Trennung von Halle und Magdeburg wahr, sondern was ich sozusagen über die DDR weiß und wie ich mich damit auseinandersetze, ist da weniger dass es zwei Bezirke sind, sondern das ist da sehr viele natürlich auch Zusammenhänge gibt.
00:09:47: Einfach Thema für uns hier ist die Industriekultur.
00:09:54: Was meint... was heißt das?
00:09:54: Ich glaube, das muss so ein bisschen ausführen.
00:09:57: Also was Industrie-Kultur isst eine Frage, die wir uns auch stellen und die sozusagen oder wo es zu unserer Aufgabe mitgehört, auch eine Antwort auf diese Frage überhaupt erst zu formulieren.
00:10:11: Industriekultur ist also erstmal ein Sammelbegriff, wo es schon mal darauf ankommt ob man primär historisch auf die industrielle Entwicklung schaut oder ob man den Begriff aus der Gegenwart und für die Gegenwart definiert.
00:10:28: Wenn man den ersten Aspekt berücksichtigt dann ist klar dann leben wir ja insgesamt in einer stark durch die Industrialisierung geprägten Region auf unterschiedliche Weise.
00:10:38: das gilt Kunde des gesamten Bundesland.
00:10:42: Und dann ist sozusagen diese andere gegenwärtsbezogene Perspektive, was bedeutet das eigentlich im Hier und Jetzt?
00:10:52: Also geht es da um Industriestandorte die wir hier haben?
00:10:57: Klar, dann denkt man sowas wie Leuna oder so.
00:11:02: Oder geht es auch um den Umgang mit dieser industriellen Vergangenheit Im Hier und Jetzt.
00:11:09: Dazu gehört natürlich der gesamte Aspekt des Strukturwandels, der direkt mit der Industrie der Rohstoffgewinnung benötigt werden um Braunkohlabbau zu betreiben.
00:11:27: Diese Fragen die Museumialisierung von industrieller Vergangenheit und industrieeller Größe durchaus.
00:11:34: Der Umgang damit, dass Aspekte dieser wichtigen Geschichte eben jetzt schon seit Jahrzehnten weniger bedeutend sind oder eben sogar verloren gegangen sind oder in Zukunft auch noch weiter sozusagen verloren gehen werden.
00:11:52: Unabhängig davon was in so einem Wandelprozess dann an diese Stelle tritt, sind es ja trotzdem Verlust Erfahrungen und Verlustgeschichten.
00:12:01: Ich hatte das ja vorhin schon mal beim Mansfäller Land gesagt, dieses ganze Mansfeldkombinat von dem im Wesentlichen nichts übrig geblieben ist.
00:12:08: Das muss ich auch nochmal kurz erklären was das MansfeldKombinant war?
00:12:11: Das Mansfeld Kombinad ist ein riesiges Konglomerat unterschiedlichster Industribetriebe gewesen vom Bergbau bis zur Verarbeitung der gewonnen Rohstoffe und bis in die Konsumgüterproduktion dass eben in der gesamten Mansfeld-Region und auch über hinaus prägend war als Arbeitgeber.
00:12:39: Und in dieser Form mit der Wende aufgehört hat zu existieren, und es sind wenige kleine Reste übrig geblieben.
00:12:51: Das hat sozusagen ein Wandlungsprozess ausgelöst, damit beschrieben werden kann, dass etwas anderes in dieser Art an die Stelle des Mansfeldskombinats getreten wäre.
00:13:04: Das hat ja zu immensen Abwanderungen geführt und eine Immensenarbeitslosigkeit zu so vielen Brüchen in den Biografien und zu Enttäuschungen.
00:13:17: Das ist ein gesellschaftliches Trauma glaube ich das bei Weibner nicht überwunden ist
00:13:25: Und glaube ich auch bis heute ja noch, das ist glaube ich ja Kernfrage der aktuellen Entwicklung.
00:13:38: Wie kann man die Frage wie können wir uns neu definieren in den einzelnen Regionen?
00:13:42: Wie können wir unsere Stärken wieder neu finden?
00:13:45: Wie kann es begleitet werden und auf dem Weg gebracht werden... Genau wie kann man da einen konstruktiven Weg finden, das neu zu gestalten und sich neu zu erfinden?
00:13:56: Ich glaube, dass ja wirklich eine der Kernfragen unserer... ...die das Bundesland bis heute so rumtreiben.
00:14:02: Und noch fällt auch mehr als andere Bundesländer die da schon eine Antwort gefunden haben mit Industrie, mit Kultur.
00:14:08: So ich hab das Gefühl wir hängen da manchmal auch ein bisschen zwischen den Stühlen in Sachsen-Anhalt.
00:14:12: Ja es ist glaub' ich... Also das sind ja zwei Fragen.
00:14:16: also einmal was kann man Was setzt man an die Stelle?
00:14:22: Wie geht das eigentlich gelingen?
00:14:24: Wirtschaftsansiedlungen, was weiß ich.
00:14:27: Das andere ist tatsächlich die Frage nach der Erzählung.
00:14:32: Das heißt wie erzählen wir die Jahre der DDR, wie erzählten wir die thirty-fünf Jahre danach?
00:14:40: kommt es überhaupt vor gibt's diese erzählung überhaupt?
00:14:43: und Ich glaube da haben wir noch ... einen Weg vor uns.
00:14:49: Und es ist wichtig, dass man auch über dieses Land in einer Weise erzählt... ...dass diese Menschen mit ihren Lebensleistungen vorkommen und... ...das man das aber wiederum nicht nur als Verlustgeschichte... ...erzählt sondern auch als Erfolgsgeschichte, auch als schwierige Geschichte
00:15:07: natürlich.".
00:15:09: Gibt's Aspekte wo du sagen würdest die würdest besonders hervorheben oder das wäre deine Erzählung?
00:15:13: Oder was wäre dein Ansatz?
00:15:15: Was wäre hast du dann eine
00:15:16: Vorstellung?".
00:15:18: Also wir haben im letzten Jahr eine Ausstellung gemacht, eine Fotografie-Ausstellung die nach den Maschinen hieß in der es um diese Frage geht wie sind die letzten Hundert Jahre in Industriefotografie eigentlich erzählbar?
00:15:39: und was für mich die wichtigste Entdeckung war ist ... ab dem sozusagen Bruch, dem Endefieler dieser Betriebe und dem Ende der Produktion... ... und den Entlassungen die damit verbunden sind.
00:15:59: Und was man da sieht ist meiner Meinung nach auch eine Veränderung in der Fotografie wie fotografiert werden kann.
00:16:10: Man sieht die Menschen, man sieht die Verluste,... ... man sieht aber eben auch die Betriepe wie sie waren dreckig kaputt verschließen.
00:16:18: Man sieht eine freie, auch künstlerisch stärker mit dem Thema auseinandersetzende Fotografie.
00:16:25: so was ich damit sagen will ist man sieht ein viel größeres Spektrum und dieses breite spektrum das möglich wurde ist auch Teil sozusagen einer wiederum einer größeren Erzählung in der auch der Verlust eine Rolle spielt.
00:16:42: aber es ist eben auch ... allein auf die Fotografie bezogen, trotzdem auch ein Gewinn.
00:16:47: In allem was daran auch schwierig ist
00:16:49: und
00:16:50: das glaube ich wäre so eine Perspektive... ...die ich gerne auch weiter erzählen
00:16:55: würde.".
00:16:56: Ja wir haben jetzt ja mit Luther Bauhaus DDR auch so sehr bekannte ... touristisch relevante Dinge, die von wo Leute von außen anreisen.
00:17:09: Da gäbe es noch mehr als.
00:17:10: ich habe das Händelfund schon einmal erwähnt in Halle zum Beispiel... Was wären dann Sachen, wo du sagen würdest, die vielleicht auch von der Kultur aus gesehen, von der Geschichte aus aber vielleicht wirklich auch mit dem Kulturblick?
00:17:21: Wo du sagen würdeest, die würdest du gerne noch mehr erzählen, die würdest du gerne ... ... noch mehr gesehen haben da würdest du gern noch mehr Licht drauf scheinen.
00:17:32: also Ich würde der Vollständigkeit teilweise noch auf das Mittelalter und die Otonen verweisen.
00:17:40: Das ist für Magdeburg sehr wichtig, aber das ist jetzt auch aus meiner Perspektive... nicht das Entscheidende.
00:17:49: Und das muss ich auch nicht sozusagen für mich entscheidend finden, weil es für diese ganzen Leuchttürme haben wir in unserem Bundesland fantastische Institutionen die sich da verantwortlich fühlen und die alles dafür geben dass das sozusagen auch ja strahlen kann und auch wahrgenommen wird.
00:18:07: und hier als Mitarbeiter beim Landesammerbund fühle ich mich schon eher kleinen Sachen für die Sachen in der Fläche verantwortlich und weniger für die Leuchte.
00:18:19: Deswegen muss ich da gar nicht so viel Werbung selber machen, will das aber auch alles nicht sozusagen in irgendeiner Weise bestreiten.
00:18:27: Aber ja dass viele kleine was wir in diesem Bundesland haben und was man sozusagen auf den weniger ausgetretenen Wegen eben überall entdecken kann.
00:18:40: Das ist faszinierend!
00:18:41: Und diese Reichtum ist sozusagen nochmal etwas, worauf man sich durchaus konzentrieren kann nach dem man suchen kann und den man dann auch finden wird.
00:18:53: Also nehmen wir nur die... also wenn man das in der historischen Dimension will, dass selbst mal in Ostrau wo ich wie gesagt engagiert bin vor vielen Jahren schon mitgemacht.
00:19:06: Wir haben dort die Kirchweikantaten im Archiv wiedergefunden Und haben die wieder aufgeführt, haben ein wunderbares Konzert gemacht und das auf CD aufgenommen.
00:19:17: Da könnte man sagen, na ja wer war dieser Johann Justus Kahle der die damals komponiert hat?
00:19:22: Das ist auch nur einer von unzähligen solcher Kantatenkomponisten gewesen.
00:19:28: Aber es ist trotzdem im Großartig zu sehen was für eine fantastische Musik, die für diese kleine Kirche dort vor über dreihundert Jahren mal komponniert haben.
00:19:39: und allein diese Art von Musik kann so vielfältig und vielfach eben in diesem Land entdecken.
00:19:52: Und das, glaube ich ist eine wichtige zweite Perspektive neben Bach in Köthen zum Beispiel der natürlich dann eben der ganz große sozusagen der Musikgeschichte war er auch im Sachsen-Anhalt eine maßgebliche Station hatte.
00:20:08: Du hast jetzt dieses Beispiel der Aufnahme und erwähnt, ich glaube das ist auch noch ein Vorgespräch.
00:20:12: Ein Beispiel von einem Verein, die einen Carsharing-Modell innovativ entwickelt haben.
00:20:19: Von mir darfst du gerne ein paar Beispiele nennen, auch namentlich dass Leute da mal drauf schauen können vielleicht wenn sie einen Instagram, wenn die gewolligen Gruppen meinen Instagram im Kanal haben oder einen Link in den Kanal oder eine Website würden wir dir auf jeden Fall mit aufnehmen in die Show Notes, was Leute finden.
00:20:34: Hast du so ein paar Die, die dieses Flächendenken auch zeigen.
00:20:39: Dieses Denken von... Da sind kleine Gruppen, die dann gucken vor Ort.
00:20:44: wie können wir unseren Alltag gut gestalten?
00:20:46: Unsere Herausforderungen bewältigen aber auch schön gestalten.
00:20:48: also nicht nur Herausforderung bewältigend sondern auch was schaffen was Schönes.
00:20:52: Also ein Beispiel wäre der Heimatvereine.
00:20:57: Nikrip Das liegt bei Burg und das sind engagierte Frauen vor allem, die als Mütter von Grundschulkindern vor ein paar Jahren erst gesagt haben wir müssen hier einen Verein gründen.
00:21:18: Wir müssen was tun.
00:21:20: so geht das hier nicht weiter und die haben diesen Verein gegründet.
00:21:25: in kürzester Zeit haben alle Chancen genutzt, die sich ihnen geboten haben, konnten einen ehemaligen Konsum kaufen.
00:21:35: Konnten den mit erheblichem Fördermitteleinsatz sanieren und konnten dort ein Dorfgemeinschaftshaus bauen und betreiben das jetzt.
00:21:48: Haben dort eine Begegnungsstätte geschaffen, die für alle Menschen in diesem Ort da ist.
00:21:56: Die machen dort Sommerkino Die machen solche Markttage, wo man dort regionale Produkte kaufen kann.
00:22:03: Aber eben den Ort überhaupt der sozusagen offen ist für Gruppen die sich da treffen können und wir haben alleine mit diesem Engagement in so kurzer Zeit... ...die Lebensqualität in diesem Ort verbessert erhöht einfach sozusagen auf ein neues Level gehoben.
00:22:23: das ich sagen muss.
00:22:24: es ist nach wie vor für mich unglaublich beeindruckend wie man sowas in so kurzer Zeit so erfolgreich auch schaffen kann.
00:22:32: Und das ist vorbildlich.
00:22:35: und dass es diese Menschen gibt, die sagen wir ziehen uns das rein... sind bereit, so viel Lebenszeit hier zu investieren für die Gemeinschaft.
00:22:48: Das kann man einfach nur jedem Ort wünschen dass es diese Leute gibt und allen die es beeinflussen können kann man nur sagen macht das möglich und tut alles dafür dass sich solche Leute in euren Orten willkommen fühlen und wohlfühlen und dass sie dann dieses Engagement auch tatsächlich soweit treiben dass es zu diesen spielentscheidenden Entwicklungen kommt.
00:23:10: Ja, schönes Beispiel auch gerade dieses dann wirklich auch aktiv werden und mit Fördermitteln zum Beispiel zu agieren zu lernen hat ja auch seine Herausforderung und seine Hürden.
00:23:21: Schön!
00:23:21: Wir hatten es von im Vorgespräch glaube ich kurz angedeutet dass da ein Verein gibt die auch ein eigenes lokales Carsharing-Modell entwickelt haben.
00:23:31: Kannst du das noch was erzählen?
00:23:33: Ja, das ist ein Verein aus Schleberoder im Burgenlandkreis ... ein E-Auto gekauft und eine App entwickelt, mit der sie dieses Auto gemeinsam nutzen können.
00:23:47: Also auch in dem Sinne das wenn eben einer in die nächste Stadt fährt... ... und der andere muss da auch hin dass man das sozusagen über diese App so organisieren kann,... ...dass man gemeinsam
00:23:59: fährt.".
00:24:00: Und das ist natürlich eine Antwort auf Herausforderungen, die mit den ländlichen Räumen gerade auch in Sachsen-Anhalt verbunden sind.
00:24:08: Also die Frage des kommunal organisierten öffentlichen Personennahverkehrs – wie oft kommt denn in so einem Ort noch ein Bus an am Tag?
00:24:21: nicht erst letzten jahren ein thema wie sozusagen orte angebunden sind und wie man da hinkommt wenn man kein auto hat.
00:24:29: was ich hier so faszinierend finde ist dass das wirklich von den leuten vor ort angestoßen wurde unter sie diese technologische Lösungen selber mitentwickeln.
00:24:42: Das heißt also nicht nur eine Idee umsetzen, die es woanders schon gibt.
00:24:45: das ist ja oft auch sinnvoll dass man einfach sagt eher gucken wir einfach mal über den Tellerrand hinaus weil wir ja nicht alles nochmal selber erfinden müssen.
00:24:53: aber die haben das wirklich selber entwickelt und haben das sozusagen finanziell auch hinbekommen.
00:24:58: und inzwischen glaube ich interessieren sich da andere dafür wie sie das gemacht haben und wie das mit dieser App funktioniert.
00:25:06: und ja das ist äußerst inspirierend.
00:25:09: Ja, tolle Idee.
00:25:10: Also auch die wirklich auf was weiterzudenken, was es vielleicht schon natürlich gab Car Sharing an sich aber dann zu sagen wir gehen noch einen Schritt weiter und gucken was ist das Neue?
00:25:19: Und was brauchen weh und dann dieses gemeinsam Fahrten zu nutzen nicht nur das Auto zu teilen sondern die einzelne Fahrt selber auch zuteilen.
00:25:27: durch eine sehr schöne Idee und wie gesagt aus der Betroffenheit heraus, aus dem Problem heraus etwas gemacht was vielleicht auf Dauer dann eher dafür sorgt dass man auch weniger Autos vielleicht neben dem Ort braucht, wo jemand anders sagt, jetzt muss ich mir ein Auto anschaffen.
00:25:40: Sonst komme ich hier nicht weg oder auch jungen Leuten ermöglicht, mobil zu werden die sonst nicht wären.
00:25:47: Ja vor allem der Trend aber... Wenn man als Familie im ländlichen Raum lebt, hat man in der Regel ja nicht nur ein Auto.
00:25:56: Und wenn man aber zu intelligenten Lösungen kommt dann kann man ja vielleicht wenigstens sagen, vielleicht brauchen wir eben auch nur einen Auto und können uns aber sozusagen mit allen anderen das zweite Auto teilen oder sowas.
00:26:07: Ich glaube da sieht man es einfach wie innovativ so eine Bürgergesellschaft sein kann.
00:26:18: kooperiert, wenn man miteinander arbeitet und wenn man die richtigen Rahmenbedingungen auch im Hinblick auf Förderprogramme und so weiter vorfindet.
00:26:25: Und wenn man auch den Mut hat sich mit diesen Programmen auseinanderzusetzen was ja nicht immer ganz einfach ist.
00:26:31: aber mir ist inzwischen jetzt noch ein drittes Beispiel eingefallen das würde ich gerne auch noch erzählen und zwar sind das die oder es ist der Heimatverein Ösig.
00:26:40: Ösich ist ein Ortsteil von Blankenburg Und die Oesianer sind im Augenblick auch Engagement, Botschafter Kultur des Landes Sachsen-Anhalt.
00:26:52: Weil sie auch unglaublich viel richtig machen und das in einer Weise auch erzählen können, die zu Herzen geht und die aber eben auch inspiriert.
00:27:05: Der Vereinen Ösig nutzt ein Objekt eine ehemalige Schule.
00:27:10: da sind schon seit vielen Jahren nicht.
00:27:13: Ich denke Jahrzehnten sind da sozusagen ein Monat dieses Ortsteils aktiv.
00:27:18: Die haben eine Kegelbahn drin, die treffen sich dazu Vereinsnachmittagen und solchen Dingen aber der Verein hat so ne richtige Blüte erlebt erst in den letzten Jahren.
00:27:28: warum?
00:27:29: Da sind Leute dazugekommen Jüngere Familien Und die haben gesagt wir haben etwas das uns hier fehlt.
00:27:38: Wir haben keine Möglichkeit dass unsere Kinder hier Sport machen können dass sie sich bewegen können.
00:27:44: Und die Älteren, die diesen Verein bis dahin betrieben haben, die haben erkannt... das ist es!
00:27:51: Das ist eine Chance.
00:27:52: Wir sagen nicht fest und starr dieser Verein macht das und wir sind dafür da sondern die haben das geöffnet.
00:28:02: Die haben diesen Verein geöffnete für die Menschen die hinzukommen, die ihre Ideen und ihren neuen Themen mitbringen.
00:28:09: und das war sozusagen das große verdienst letztendlich der älteren vereinsmitglieder dass sie das zugelassen haben.
00:28:17: und Heute sitzen die dort alle in Trauter Runde.
00:28:21: Da sind die Älteren dabei, da sind aber auch die Jüngeren dabei und die haben es geschafft, in dieses große Objekt im Kunde eine Atornhalle einzubauen.
00:28:30: Haben sie Fördermittel organisiert und da ist jetzt ein richtiger Komplexer Sport- und Gymnastikraum drin, großen Spiegel mit Matten, mit Klettermöglichkeiten Und die haben ihre Mitgliederzahl vervielfacht.
00:28:45: Die haben ein total innovatives junges Team.
00:28:49: Da sind jetzt Jüngere, die machen Social Media und die Website, die vermieten das... ...und da kommen Gruppen, die das nutzen.
00:28:57: Und ja also die Geschichte, die ich da erzählen will ist klar, dass Vereine müssen sich permanent weiterentwickeln, sie müssen nicht permanent verändern.
00:29:06: Innovation ist das entscheidende Stichwort.
00:29:10: Wer stehen bleibt wird im Grunde irgendwann aufhören zu existieren.
00:29:15: Wir haben immer wieder Vereine, die natürlich sagen ja es kommen keine Jungen mehr nach und so weiter.
00:29:20: Und das ist für mich eines der zentralen Beispiele wo ich sagen kann also weder das Heimatthema noch das Vereinsthema irgendwas davon is tot oder wird nicht mehr gebraucht oder spielt demnächst keine Rolle mehr.
00:29:33: aber die Veränderung die Anpassung an sich verändernden Rahmenbedingungen, die Bewegung.
00:29:41: Die Offenheit und immer wieder dieses Sicherstellen dass man anschlussfähig ist auch an die Menschen die man ja eigentlich erreichen will das zeichnet diesen Verein aus.
00:29:54: also die haben das wirklich ideal gelöst und sind hoffentlich auch so oder werden hoffentlich noch viele andere inspirieren.
00:30:06: Schöne Beispiele und ich finde den letzten Saturk auch wichtig, sich davon etwas abzugucken.
00:30:12: Wie können das andere mitnehmen?
00:30:14: Und davon lernen!
00:30:16: Sehr schön
00:30:17: Ja klar, also das ist ja etwas was wir jetzt in unserem Selbstverständnis auch im Jahr leisten wollen.
00:30:22: Also da geht es ja gar nicht darum wenn ich auf meine eigene Arbeit gucke dass man sich vor andere Leute stellt und denen einfach einen endlosen Monologen sagt genau so musst du's machen sondern wir versuchen eigentlich die Leute zusammenzubringen damit sie sich gegenseitig inspirieren und dass die selber sehen.
00:30:39: hey das hat der Verein schon hingekriegt.
00:30:41: woran wir noch sozusagen arbeiten ... fahren, die mal besuchen.
00:30:45: Wir gucken uns das mal an... ... und versuchen mal zu verstehen welche Schritte sind gegangen,... ... welche mentalen Schritte vielleicht als allererstes... ...und dann gucken wir mal was wir vielleicht davon auch übernehmen
00:30:57: können.".
00:30:58: Wie sieht es bei dir aus?
00:31:00: Magst du wie über deine Umgebung dein Stadtteil oder deinen Dorf gesprochen wird?
00:31:05: Möchtest du das Leben der Menschen um dich herum alleine oder mit anderen besser machen?
00:31:09: Hast Du Fragen dazu, wie du oder ihr euer Vorhaben stabilisieren und finanzieren könnt?
00:31:14: Dann schreib eine Mail an beratung.edsigusa.de.
00:31:17: Wir unterstützen dich gerne und kostenlos!
00:31:19: Wenn du mehr über Sigusa wissen willst, schaut doch mal auf sigusa.com.
00:31:24: oder folge Sigunetzwerksachsen-Anhalt bei Instagram bzw.
00:31:28: Sigusa bei LinkedIn.
00:31:29: Ich hoffe das Gespräch heute hat dir gefallen.
00:31:31: Bis zum nächsten Mal Bei Sigusa.
00:31:33: redet mit.
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