SIGUSA redet mit Anne Findeisen & Richard Pabst Teil 1
Shownotes
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Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen bei Sigusa.
00:00:03: redet mit.
00:00:04: Ich bin Jan Wagner und rede in diesem Podcast mit Menschen über soziale Innovation, gemeinwohl orientierte Unternehmen und Sachsen-Anhalt.
00:00:13: Wenn du mehr über Sigusa wissen willst, schau doch mal auf Sigusa.de vorbei oder folge Sigunetzwerk Sachsen-Anhalt bei Instagram bzw.
00:00:21: Sigusa bei LinkedIn.
00:00:24: In den nächsten zwei Folgen rede ich mit Anne Fintheisen und Richard Papst.
00:00:29: Sie sind Gründerinnen der IDENTME GmbH.
00:00:33: In der ersten Folge geht es darum, wie es dazu kam, dass sie als Naturwissenschaftlerinnen ein Unternehmen gegründet haben.
00:00:40: Außerdem sprechen wir darüber, wie sie sich ihre erste Laborausstattung finanziert haben.
00:00:44: Viel Freude beim Zuhöhn.
00:00:46: Hallo Anne.
00:00:47: Hallo Richard.
00:00:49: Schön bei euch zu sein.
00:00:50: Ich würde sagen, wir starten ganz entspannt rein und ich frage erstmal Anne vielleicht zuerst, wer bist du denn?
00:00:58: Was machst du und welche Rolle bist du heute so hier?
00:01:01: Ja, ich bin Mitgründerin von der Identi GmbH und mein Part in der Firma ist, dass ich für den administrativen und finanziellen Teil zuständig bin.
00:01:13: Muss aber auch sagen, ich habe eher einen naturwissenschaftlichen Background, konnte aber ein bisschen kaufmännische Erfahrungen in meiner Vergangenheit bekommen, indem ich eben im Projektmanagement in einer freien Wirtschaft gearbeitet habe für mehrere Jahre.
00:01:34: Richard, moin.
00:01:36: Kannst du noch mal zu dir sagen, wer bist du und vor allem auch in welcher Rolle du hier bist?
00:01:40: Welche Rolle hast du bei euch im Unternehmen?
00:01:42: Na klar, sehr gern.
00:01:43: Ich bin Richard Papst, bin dreißig Jahre alt und der zweite Gründer der Identity MPH und ich bin für die Analyse und Forschung bei uns im Unternehmen verantwortlich.
00:01:54: Das heißt, alles was im Labor passiert im Endeffekt, das ist ein bisschen unter
00:01:59: meiner Hand.
00:02:01: Dann vielleicht direkt auch da die Frage, was macht Identity?
00:02:05: Vielleicht könnt ihr das mal zuerst so grob umreißen, wir können später noch ein bisschen mehr so dann uns verzweigen, aber so ganz grob wäre was so das Produkt.
00:02:14: Also ganz grob gesagt sind wir in Labor, was DNA-Analysen durchführt, aber in einem sehr speziellen Bereich.
00:02:22: Das heißt, wir führen DNA-Untersuchungen in Umweltproben durch, um geschützte, invasive oder auch krankheitserregende Arten nachzuweisen.
00:02:31: Und wie groß ist euer Team?
00:02:33: Seid ihr nur zu zweit oder habt ihr noch mehr Leute bei euch?
00:02:36: Wir haben tatsächlich eine studentische Hilfskraft und zu dritt stellen wir hier unser Arbeitsaufkommen.
00:02:46: Wie kam das überhaupt dazu, dieses Unternehmen zu gründen?
00:02:49: Ich hab so ein bisschen geguckt bei LinkedIn.
00:02:51: Habt ihr beide so einen Lebenslauf, so einen Werdegang?
00:02:54: Ihr habt jetzt ja nicht zusammen irgendwie zum Beispiel den Bachelor gemacht oder so.
00:02:58: Aber tatsächlich ja dann irgendwann zusammen gegründet.
00:03:01: Wie kam das?
00:03:02: Wir haben tatsächlich alle eine Gemeinsamkeit.
00:03:05: Wir waren irgendwann zu unserem Leben an der Hochschule-Anhalt und haben dort entweder Abschlussarbeiten geschrieben oder selber gearbeitet unter unserer Mentore.
00:03:18: Das ist die Frau Prof.
00:03:20: Cordes.
00:03:21: Und im Jahr zwei Tausend vierzehn hatte ich da mal eine Projektarbeit gemacht.
00:03:26: Da kam ein Professor aus dem Bereich Naturschutz auf uns zu und hat gefragt oder gesagt, hier, ich habe ein Paper gelesen, die weisen den A von einem Mäulchen Wasser nach.
00:03:38: Geht das überhaupt?
00:03:40: Und unser Labor war damals eher molekularbiologisch analysiert, molekularbiologisch ausgerichtet an der Hochschule.
00:03:49: Und die Frau Cordes hat zu mir gesagt, hier Anne, probier das mal aus, geht das.
00:03:53: Und über die Jahre haben wir eben alle mal bei ihrem Labor gearbeitet und sie ist ... Ja, sie hatten Händchen dafür, zu sehen, welche wissenschaftlichen Ansätze vielleicht auch später kommerzialisiert werden können, wo man Unternehmen gründen kann.
00:04:14: Und dann hat sie angefangen zu schauen, was wäre ein Team, was passt.
00:04:19: Und so hat sie uns mal zusammengeführt, erst in einem, ja, unverbindlichen Gespräch, dass man sich mal beschnuppert und schaut, ob es vom Menschlichen her passt.
00:04:30: Und genau, ich weiß nicht, ob Richard weiter ansetzen möchte.
00:04:34: Ja, sehr gerne.
00:04:35: Also ich bin ein bisschen später dann dazugekommen.
00:04:38: Das heißt, ich habe ... ... zwei tausend ... ... siebzehn muss das gewesen sein.
00:04:44: Meine Abschlussarbeit, dann meine Massarbeit dort im Labor geschrieben ... ... und habe dort auch unser drittes Gründungsmitglied damals ... ... mit kennengelernt und sie hat dort ... ... das Projekt bearbeitet, also ED-Nahruntersuchungen ... ... aus Umweltproben.
00:04:55: Und dann kam es immer mal dazu, dass wir uns darüber unterhalten haben, okay, was bringt das für einen Mehrwert?
00:05:00: Und dann hat es mir das alles erklärt und kam ja auch aus dem naturwissenschaftlichen Sektor.
00:05:04: Ich kam eher aus den Ingenieurwissenschaften, also ich habe Biotechnologie ursprünglich mal studiert.
00:05:09: Und dann haben wir uns eben auch über Komenzialisierung und dergleichen unterhalten.
00:05:12: Und da kam dann so die Idee auf, okay, was kann man daraus machen eigentlich?
00:05:17: Und Frau Cordes, die hat das dann noch so ein bisschen weitergeführt und hat dann entsprechend unser Team so zusammengebracht.
00:05:23: Und dann haben wir uns kennengelernt, uns drei und jeder hat irgendwo einen Teil übernommen.
00:05:29: Das war es ihm halt so am besten lag.
00:05:30: und dann ist es gewachsen.
00:05:32: Dann haben wir zusammen einen Antrag geschrieben, einen Forschungsantrag, einen Förderantrag, damit Ego Gründungstransfer hieß das.
00:05:38: und dann wurden wir für zwei Jahre finanziert, um die Idee aus der Wissenschaft bis in die Wirtschaft zu überführen.
00:05:44: Und hattet ihr damals schon konkreten Plan, also Businessplan oder habt ihr wirklich da vertraut darauf, dass die Professorin gesagt hat, Da gibt es eine Idee, da gibt es irgendwie Menschen, die werden dafür Geld bezahlen wollen.
00:05:56: Oder das ist ja schon mal so ein großes Wagnis, diese Frage.
00:06:00: Will dafür irgendwer Geld bezahlen?
00:06:02: Also ganz am Anfang hatten wir natürlich noch kein Businessplan.
00:06:06: Wir haben den Forschungsantrag geschrieben, aber dafür war auch der Ego-Gründungstransfer da, um das zu entwickeln und aufzubauen und sich auch an anderen Stellen Hilfe zu holen.
00:06:21: Wir waren alle drei oder wir sind alle drei Naturwissenschaftler.
00:06:24: Wir hatten jetzt keinen kaufmännischen Hintergrund, dass man eben auch an anderen Stellen Hilfe holt und um sich diesen betriebswirtschaftlichen Background aneignet.
00:06:35: Und dafür war das Forschungsprojekt da und innerhalb dessen haben wir dann auch unseren Businessplan entwickelt, womit wir dann eben auch später Identität gegründet haben.
00:06:46: Hattet ihr eh schon vor mal zu gründen?
00:06:50: Oder ist das irgendwie was, wo dann die Professorin euch drauf gestoßen hat?
00:06:53: Oder habt ihr irgendwie, war das mehr wie so ein Projekt und dann ist man reingesteupert?
00:06:58: Also ursprünglich habe ich gesagt gehabt, wenn du die Idee weiter verfolgst, dann melde ich mal.
00:07:03: Ich wäre mit dabei.
00:07:03: Wir hatten jetzt aber nicht grundsätzlich die Idee irgendwann mal zu gründen.
00:07:08: Für mich persönlich gab es damals wenig Risiko.
00:07:10: Also ich kam ja direkt aus dem Studium und bin in dieses Projekt mit eingestiegen.
00:07:15: Das heißt, ja, vorher noch kein Geld verdient, sage ich mal und also auch keine Verpflichtung gehabt.
00:07:21: Und da war das relativ unproblematisch da einfach mal reinzuschnuppern, sage ich mal.
00:07:26: Wie guckt ihr im Nachhinein auf diese Gründungsprogramme?
00:07:28: Also war, glaube ich, nicht das einzige Programm, was euch begleitet hat in dieser Gründung.
00:07:33: Ist das eigentlich, also du hast gerade gesagt, es hat das Risiko genommen, ist das eigentlich so einer der ein wichtiger Faktor gewesen, um überhaupt so eine Gründung zu schaffen?
00:07:42: Oder hat das auch, sage ich mal, den Effekt, dass man vielleicht nicht so zielorientiert ist?
00:07:47: Das kenne ich manchmal so in non-profit Bereich, dass manchmal die Projektarbeit auch dazu verleitet.
00:07:52: mehr darauf zu schauen, dass man irgendwelche Marke abhakt, aber nicht zu sehr darauf zu schauen, dass man auch wirklich was Effektives umsetzt.
00:07:59: Also uns haben die Forschungsprojekte sehr geholfen.
00:08:03: Wir sind auch sehr zielstrebig an die ganze Sache herangegangen, weil wir glauben... an die Sache der Umwelt dener Analysen.
00:08:12: Und wir haben eben auch versucht alles zu tun, dass wir letzten Endes ein Unternehmen gründen können.
00:08:19: Wir hätten ohne dieses Gründungsprogramm Identity gar nicht gründen können, weil es eben auch noch sehr forschungsorientiert ist.
00:08:26: In der Forschung selber ist das Thema schon relativ alt, aber wir mussten das ja für uns auch ausprobieren.
00:08:33: Die nächste Sache ist, wir haben uns ja auch in Deutschland heimische Arten spezialisiert und die Tests erst mal entwickelt, um einen Ansatz zu haben und auch eine gute Qualität an Nachweisen unseren Kunden bieten zu können und auch mit diesen Forschungsmitteln.
00:08:51: beim Ego-Gründungstransfer war es ja so, dass wir das nur in Verbindung mit einer Hochschule machen durften, die uns aber auch eine Infrastruktur stellen musste.
00:09:00: Das heißt, die Miete konnten wir uns sparen.
00:09:03: Wir brauchen ja auch spezielle Räumlichkeiten, also ein Labor, das bestimmte Sicherheitsstandards erfüllt.
00:09:09: Wir können jetzt leider nicht einfach bei uns in der Garage sitzen und rum experimentieren.
00:09:14: Und da hat das schon sehr geholfen.
00:09:16: Im Anschluss haben wir auch ein Ego-Gründerstipendium bekommen.
00:09:21: Und das hat auch vor allen Dingen, als wir die Firma gegründet haben, sehr stark geholfen, indem es unseren Lebensunterhalt für achtzehn Monate finanziert hat.
00:09:31: Und im Umkehrschluss hat es auch unsere Firma geholfen, weil wir so die liquiden Mittel natürlich anstelle von unserem Gehalt woanders einsetzen konnten, um spezielle Geräte zu kaufen, Materialien, die wir brauchen.
00:09:47: Also wichtig sein.
00:09:48: auch dazu gesagt, es ist keine Grundvoraussetzung für eine Gründung, so ein Forschungsprojekt.
00:09:54: Aber es kommt immer auf das Vorhaben und auf die Leute an.
00:09:58: Und für uns hat das perfekt gepasst, weil wir hatten wenig Erfahrung mit der ganzen wirtschaftlichen Seite, weil wir alle naturwissenschaftlichen Hintergründe haben.
00:10:06: Das heißt, wir konnten dort wirklich Weiterbildung, Workshops, Erfahrungen sammeln, wie man an diese Sache rangeht.
00:10:15: Dadurch, dass es ein sehr investitionsreiches Vorhaben war, also gerade ein Labor auszustatten, kostet eine Menge Geld, war das ein sehr sanfter Einstieg für uns.
00:10:27: Also wir mussten jetzt keinen großen Kredit aufnehmen, um erstmal alles auszustatten, sondern konnten es wirklich erstmal probieren.
00:10:32: Und auf der anderen Seite ist es natürlich auch, ich sage mal, um den Unternehmen zu starten, muss man ja immer ein gewisses Risiko eingehen, das ist ganz klar.
00:10:40: Aber Wir konnten das erst mal so austesten, so ein bisschen probieren eben.
00:10:46: Der wirklich ... harte Cut kam dann, als dieses Forschungsprojekt vorbei war, und man quasi dann ... reingeschubst wurde in den Teich und gesagt hat, jetzt müsste aber Geld verdienen.
00:10:58: Das kommt jetzt nicht angeflogen, also ihr müsst jetzt was tun, um wirklich überleben zu können, sonst wird's nichts.
00:11:03: Wie weit wart ihr zu dem Zeitpunkt, als es den Sprung ins kalte Wasser dann gab, oder war das ein sanfter Übergang?
00:11:10: Was war der Zustand am Ende von diesem Stipendium?
00:11:15: Auf wissenschaftlicher Seite war der Zustand sehr solide.
00:11:17: Wir hatten viele Tests entwickelt, ich glaube es waren knapp fünfzehn Stück damals, spezifische Artnachweise, die wirklich auf Deutschland quasi angepasst waren und konnten damit von unserer Seite gut starten.
00:11:31: Aber wir hatten noch keinen Kapitalgeber zu dem Zeitpunkt.
00:11:35: Das heißt, wir haben uns natürlich irgendwann, ich glaube, da war die Hälfte dieses Forschungsprojektes rum, da haben wir angefangen, dann wirklich auch mit Risikokapitalgebern zu sprechen, mit Investoren zu sprechen, Business Angels.
00:11:47: und so sind wir dann, haben wir verschiedene Sachen ausprobiert, aber als es vorbei war, standen wir erst mal ohne was da.
00:11:55: Und das war dann eine harte Zeit, sage ich mal, weil wir mussten ja trotzdem viele, viele Stunden täglich investieren in das Business, aber haben eben nichts verdient in einem gewissen Zeitraum.
00:12:07: Und ja, dann kam es zu dem glücklichen Fall, dass wir eben einen Privatinvestor kennengelernt haben, der sich für das Thema interessiert hat, der generell an der Natur sehr interessiert ist und der auch was zurückgeben wollte, weil er sehr erfolgreich war in seinen Vorhaben.
00:12:26: Und er hat uns dann unterstützt.
00:12:27: Wo trifft man so jemanden?
00:12:30: Ja bei uns war es ein glücklicher Zufall, also ein bekannter hat seinem Chef von der Idee erzählt und er hat gesagt, dann lad sie doch mal ein, wird mir das mal anhören.
00:12:40: und dann haben wir da unsere Idee gepitscht und haben auch gleich einen Finanzplan mit angehangen und das Ganze detailliert vorgestellt.
00:12:48: und dann hat er gesagt, na worauf haut mal los geht's.
00:12:52: Und wie lang ist so die Zwischenzeit gewesen?
00:12:54: Also ich sag mal so wie lang war dann Yam Yam Nudeln angesagt bei euch?
00:13:00: Also es war eine harte Zeit, es war aber auch zum Glück eine kurze Zeit.
00:13:03: Das waren vier Monate, müsste das gewesen sein.
00:13:09: Die Gespräche mit dem Business Angel liefen natürlich schon noch ein paar Monate vorher, aber dadurch, dass wir nur vier Monate zwischen Forschungsprojekt Ende und wirklich GmbH Gründung überbrücken mussten, konnten wir das noch alles stemmen.
00:13:26: Ich glaube, für die meisten Menschen ist ganz schwer sich vorzustellen, Was das heißt?
00:13:31: Das ist mittlerweile Bohr und allem.
00:13:33: Wir sitzen jetzt hier in einem Raum, der ist... ...fünfzehn Quadratmeter, zwanzig Quadratmeter irgendwie groß.
00:13:39: Aber das ist ja nicht das, was am Ende euer Geschäft, euer Unternehmen, sagen wir mal, ausmacht finanziell.
00:13:45: Also das hier wäre wahrscheinlich was, was die meisten Leute sagen würden.
00:13:47: Ja, das ist ja nicht, da braucht man jetzt ja keinen großen Investor.
00:13:50: Könnt ihr so ein bisschen erzählen, beschreiben, was für Maschinen da im Hintergrund laufen, was für Tests, wie das so, was das auch finanziell bedeutet?
00:14:00: Ja, gerne.
00:14:01: Also, zum einen ist das ein relativ spezieller Bereich, weil wir müssen natürlich auf sehr reine Arbeitsweise achten, weil wir DNA-Untersuchungen machen und eben auch aus Umweltpromen.
00:14:14: Das heißt, alles was man in diese Räume mit reinschleppt, könnte potenziell in einer Probe landen, was man später nachweist.
00:14:20: Und auch wenn wir jetzt zum Beispiel Fischuntersuchungen machen und dergleichen, dann kommt es... spielt auch eine Rolle, was bereitet man sich zum Mittag zu und was fliegt so hier rum, sage ich mal.
00:14:31: Und all diese Sachen müssen so ein bisschen beachtet werden.
00:14:33: Das heißt, allein die räumlichen Anforderungen waren damals schon die erste Hürde.
00:14:37: Das heißt, wir haben uns unterschiedliche Gründungszentren angeschaut, unterschiedliche Industrieparks, wo wir auch Labore besichtigt haben, weil wir eine gewisse Aufteilung brauchten.
00:14:48: Also wir verschicken ja zu unseren Kunden immer Probenahmesets.
00:14:52: Die sind steril und DNA frei.
00:14:54: Das heißt, die dürfen auf jeden Fall weder im Büro noch im Labor sein.
00:14:58: Das heißt, wir brauchen separates Lager dafür.
00:15:00: Und das Labor, das ist auch in unterschiedliche Bereiche aufgeteilt.
00:15:04: Zum einen ein Bereich, wo die DNA-Konsentration relativ hoch ist.
00:15:08: Also da, wo ich auch sitze und arbeite und da, wo die Proben nach der Analyse nochmal angeschaut werden.
00:15:16: Wir brauchen den Bereich für die DNA-Extraktion.
00:15:19: Der muss ja sauber sein, weil da darf nichts rein und rauskommen.
00:15:22: Der wird auch mit UV-Licht behandelt, der wird mit Bleiche behandelt, dass die DNA, die man da eventuell verteilt hat, auch wieder verschwindet.
00:15:30: Und dann gibt es noch einen kleineren Bereich, einen kleineren Raum in diesem Raum und dort findet die Analyse statt.
00:15:36: Und da laufen dann auch die teuren Geräte, sag ich mal.
00:15:39: Also... Eine PCR kennt jeder vom Corona-Test.
00:15:43: Solche Geräte haben wir natürlich auch hier stehen und verschiedene Liquid Handling Systeme nennt sich das.
00:15:49: Das sind einfach nur Roboter, die vollautomatisch pipettieren, sodass wir jetzt nicht mehr dastehen müssen und wirklich eine Flüssigkeit von einem Gefäß in das andere überführen müssen.
00:15:59: Das übernehmen dann verschiedene Roboter.
00:16:01: Mietet man sowas oder?
00:16:03: kauft man sowas oder teilt man sich sowas oder teilt es wahrscheinlich schwierig wenn der wenn der davor dann das sushi gerade pipettiert hat und dann bei euch irgendwie alle fische nachgewiesen werden.
00:16:12: ja also wir hatten das glück dass wir ein gutes kapital von unserem business angel bekommen haben und damit eben unsere komplette erstausstattung finanzieren konnten.
00:16:24: das heißt wir mussten kein leasing kein kredit aufnehmen.
00:16:28: das hat uns natürlich auch das Leben sehr erleichtert, weil wir nicht in eine private Haftung gehen mussten.
00:16:36: Auf der anderen Seite mussten wir eben auch gut wirtschaften, dass wir mit dem Geld gut hinkommen.
00:16:41: Aber wir haben uns eben mit allen möglichen Finanzierungsarten beschäftigt, um eben diese Geräte zu besorgen.
00:16:50: haben wir für uns eben festgestellt, dass wir die kaufen möchten.
00:16:53: Und die andere Sache ist, wir haben zu einer Zeit gegründet, da war Corona, bzw.
00:16:58: wir haben uns erweitert, als Corona langsam den Ende zuging.
00:17:03: Das ist für uns sehr gut gewesen, da viele Labore sich darauf spezialisiert haben.
00:17:07: Wir benutzen die gleichen Geräte wie für Corona-Analysen und als dann die Corona-Labore aufgelöst wurden, konnten wir die, ja für sehr wenig Geld, konnten wir da einige Geräte kaufen.
00:17:19: Das heißt, so wie die Fitnessgeräte alle auf einmal günstig auf dem Markt waren, gab es dann auch PCR-Geräte auf einmal?
00:17:24: So so und etwa.
00:17:25: So, in etwa kann man sich das vorstellen, ja.
00:17:27: Aber da war auch so ein bisschen, also es kam zu einem kleinen Umdenken in der ganzen Planungsphase.
00:17:32: Der erste Finanzplan, den wir erstellt hatten in der Vorgründungsphase, da haben wir wirklich nicht aufs Geld geachtet.
00:17:38: Da sind wir einfach durch die Shops, haben wir uns durchgescrollt und gesagt, okay, das braucht man, das braucht man, das braucht man und waren dann noch so ein bisschen lockerer mit dem Geld und haben dann entsprechend die Summe, die wir brauchen für die Kapitalgeber, relativ hoch angesetzt.
00:17:53: Unser Investor hat sich das alles angeschaut, hat gesagt, ja, okay, ich sehe das alles und es kann funktionieren, ihr kriegt die Hälfte.
00:18:01: Ja und dann war es bei uns erstmal okay.
00:18:03: ja gut was machen wir?
00:18:04: und dann fingen wir eigentlich erst an uns auch mit alternativen zu befassen dass man nicht immer das neueste kaufen braucht und dass man vielleicht auch auf manche geräte ... zunächst verzichten kann.
00:18:15: Weil ich sage mal so eine Zentrifuge beispielsweise ... ... ein Gerät, was sich einfach nur dreht ... ... und die für einen einzigen Arbeitsschritt ... ... benutzt wird, ... ... die muss quasi nicht nagelneu sein.
00:18:25: Die dreht sich in zehn Jahren genauso noch, ... ... wie sie sich jetzt dreht.
00:18:28: Vor allem gibt es auch Laborgeräte, ... ... Anbieter, die sich darauf spezialisiert haben, ... ... die wieder aufzuarbeiten.
00:18:34: Also die überprüfen die ... ... und wenn das alles noch gut funktioniert, ... ... dann kann man die gebraucht auch sehr vernünftig einkaufen.
00:18:40: Anne, du hast zwischenzeitlich schon so ein Projektmanagement gearbeitet, habe ich gesehen, hast du auch von erzählt.
00:18:47: Hattest du da schon so ein Bezug oder wann hat das angefangen, dass ihr so auch so gehälter oder so solche Themen, dass ihr das angefangen habt, ein Gefühl dafür zu bekommen, wie funktioniert das eigentlich?
00:18:58: Dinge, die ja viele Menschen, die nicht gründen, nie ein Bezug zu bekommen.
00:19:03: Also ich wurde damit... tatsächlich vorher dann konfrontiert, wo ich im freien Markt gearbeitet habe.
00:19:11: Wir hatten aber auch immer gute Anhaltspunkte.
00:19:14: Wir waren ja an der Hochschule angestellt in dem Forschungsprojekt, haben dementsprechend auch ein Gehalt nach entsprechend, das nennt sich Endgeldstufen, das ist im öffentlichen Dienst, Gang und Gebe, dass man danach sein Gehalt bekommt.
00:19:31: Und daran konnten wir uns eben auch gut orientieren, womit wir zumindest gehaltstechnisch kalkulieren müssten.
00:19:40: Und das heißt, die ersten größeren Kalkulationen, die habt ihr einfach dann, wie ihr gesagt habt, angefangen und habt dann irgendwann gemerkt, also das ergibt Sinn, das passt gar nicht.
00:19:51: Oder gab es da auch irgendwie Momente, wo ihr gemerkt habt, oder haben wir uns völlig fair kalkuliert?
00:19:57: Das Forschungsprojekt hat uns auch einen guten Grundstock.
00:20:02: mit Kalkulation gegeben, weil wir mussten ja auch im Finanzplan abgeben.
00:20:06: Die Forschungssumme war festgeschrieben, was man maximal erhalten konnte.
00:20:12: Wir sind auch stark reingegangen und haben den maximalen Vorderbetrag beantragt, haben den auch erhalten.
00:20:20: Allein deswegen, das hat uns schon sehr geholfen, weil wir hatten eine feste Summe, mit der wir über zwei Jahre Wirtschaften mussten.
00:20:28: Und dann konnten wir das eben auch alles runterbrechen.
00:20:31: Wir haben das eben auch jahreweise, monatsweise gemacht.
00:20:35: Wir müssen ja auch Chemikalien einkaufen und alles.
00:20:38: Und da muss man eben auch schauen in Labor-Online-Jobs, wie viel kostet ungefähr das.
00:20:44: Und dann fängt man so langsam.
00:20:47: an das aufzubauen und sich denn auch formeln, zu hinterlegen, selber zu entwickeln, was brauche ich und was wird das am Ende kosten?
00:20:56: Ja, also es war in der Hinsicht leichter, die Ausgaben zu kalkulieren als die Einnahmen.
00:21:02: Also das war wirklich etwas, wo wir uns ein bisschen schwerer getan hatten, weil also durch die Laborerfahrung konnten wir alles, was anfällt, recht gut, recht gut kalkulieren und auch alles, was so an Betriebskosten dann im ... ein Büro auch und dergleichen mit Anfeld, ... ... da hat man gute Vergleichswerte, ... ... das kriegt man irgendwie raus.
00:21:22: Aber die Einnahmen, das war schon schwieriger, ... ... weil das war der Knackpunkt an diesem Förderprojekt damals, ... ... an dem Forschungsprojekt.
00:21:29: Wir durften keine Einnahmen generieren ... ... innerhalb der ersten zwei Jahre, ... ... wo wir an dem Thema geforscht haben.
00:21:34: Das heißt, wir haben natürlich schon ... ... potenzielle Kundenkontakte gehabt ... ... und haben Analysen für Planungsbüro durchgeführt.
00:21:43: ... durften die aber noch gar nicht abrechnen.
00:21:45: Das heißt, wir ... ... könnten weder die Zahlungsbreitschaft einschätzen ... ... noch ... ... wie viel ... ... würde potenziell ein Anfallen ... ... bei diesen ... ... ja, Unternehmen eben.
00:21:57: Als ihr dann das erste Mal ... ... so Preise festgelegt habt ... ... habt ihr dann ... ... was ich so typischerweise wahrnehme ... ... eher zu niedrig.
00:22:03: angesetzt, weil ihr dachtet, naja, wer zahlt denn so viel?
00:22:07: Oder habt ihr auch dann irgendwann mal so einen Moment gehabt, wo ihr gedacht habt, okay, also wir können jetzt auch doppelt so viel nehmen, da wird sich auch schon irgendwer finden.
00:22:13: Habt ihr da so einen, gab es noch einen Anflug von Größenwaren, Gear?
00:22:17: oder seid ihr da vielleicht so herausgekommen?
00:22:20: Und oder wie habt ihr, wie habt ihr das so gemacht, auch diesen emotionalen Aspekt bei, wie viel setzen wir jetzt an?
00:22:27: Also ich glaube, nach drei Jahren würde ich schon behaupten, hat mir eine gute... Preisstruktur gefunden.
00:22:33: Wir haben auch viele Modelle ausprobiert.
00:22:37: Wir waren aber, also beim Preis, das war auch immer eine schwierige Sache, weil fünfzig Prozent der Leute haben gesagt, wir sind viel zu billig.
00:22:46: Fünfzig Prozent der Leute haben gesagt, wir sind viel zu teuer.
00:22:49: Also es war sehr schwierig.
00:22:53: Für uns waren wir immer genau richtig, so dass es ja jetzt auch irgendwie gepasst hat.
00:22:58: Aber Hinter dem Preis ist ja auch wirklich eine gute Qualität, die wir liefern.
00:23:03: Das muss auch vergütet werden und aber im größten Wahnsinn, wir nie gefallen.
00:23:10: Aber das war ein wichtiger Punkt, den du gesagt hast.
00:23:12: Wir haben natürlich auch Recherche gemacht, Befragungen gemacht.
00:23:16: Wie sieht man das?
00:23:16: Wie kann man das einschätzen, was wir jetzt an Preisen nehmen?
00:23:20: Weil wir haben uns da wirklich schwergetan bei der Kalkulation und durch dieses Feedback, das eben die Hälfte gesagt hat, okay, Das ist aber günstig und die andere Hälfte, okay, das ist super teuer, das können wir gar nicht vergleichen mit dem, was wir machen.
00:23:32: Wussten wir zum einen, alles klar, wir sind irgendwo auf dem richtigen Weg, aber was viel wichtiger war bei der Kalkulation für uns ist, dass wir im Endeffekt uns tragen können, also dass wir die Kosten, die bei uns anfallen, umlegen können und entsprechend ein bisschen was übrig bleibt für die Forschung und so was.
00:23:52: Hast du schon mal überlegt, wie Preise eigentlich zustande kommen oder was ein Produkt für die Kundin wert ist?
00:23:59: Bist du alleine oder mit anderen an eine Idee dran, die das Leben der Menschen um euch herum besser macht?
00:24:04: Hast du Fragen dazu, wie du oder ihr euer Vorhaben stabilisieren und finanzieren könnt?
00:24:10: Dann schreibt eine Mail an beratungetzigusa.de und wir unterstützen dich gerne.
00:24:16: Übrigens, Richard hat ja Business Angels und Risikokapitalgeber erwähnt.
00:24:21: Auf diese Begriffe werden wir in einer späteren Folge noch genauer eingehen.
00:24:25: In der nächsten Folge rede ich mit Anne und Richard über ihre Kundinnen.
00:24:29: wie sie ihr Produkt weiterentwickeln und stelle die große Frage, seid ihr erfolgreich?
00:24:35: Ich hoffe, das Gespräch hat dir gefallen.
00:24:37: Bis zum nächsten Mal bei Sigusa.
00:24:39: redet mit.
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